Zugverkehr in Randstad stundenlang lahmgelegt
| von Redaktion
WOERDEN · Massive Einschränkungen im Bahnverkehr haben am Freitagabend große Teile des Bahnnetzes in der Randstad getroffen. Nach einem Brand in einem Transformator- beziehungsweise Unterwerk in Woerden wurde der Zugverkehr auf mehreren wichtigen Strecken vollständig eingestellt. Betroffen waren Verbindungen zwischen Utrecht, Gouda, Bodegraven, Breukelen und Alphen aan den Rijn. Die Störung führte dazu, dass mehrere Züge auf freier Strecke stehen blieben und insgesamt rund 1.300 Reisende evakuiert werden mussten. Die NS setzte Ersatzbusse und Schnellbusse ein und empfahl Fahrgästen, möglichst weiträumig auszuweichen. Nach Angaben von ProRail wurden bei dem Brand zahlreiche technische Komponenten schwer beschädigt. Die Reparaturarbeiten sind aufwendig, sodass der Zugverkehr rund um Woerden am Freitag nicht mehr aufgenommen werden konnte.
Der Brand ereignete sich in einem Transformator- beziehungsweise Verdeelstation an der Groen van Prinstererlaan in Woerden. Nach Angaben der Sicherheitsregion drang bei Eintreffen der Feuerwehr dichter schwarzer Rauch aus dem Gebäude. Die Einsatzkräfte sicherten die Situation gemeinsam mit dem Netzbetreiber Stedin und ProRail. Das Feuer konnte zwar gelöscht werden, die Schäden an der elektrischen Infrastruktur sind jedoch erheblich. Dadurch fiel das Unterwerk aus, das die Oberleitungen der Bahn mit Strom versorgt.
Die Folgen für den Bahnverkehr waren erheblich. Laut NS verkehrten keine Züge mehr zwischen Woerden und Alphen aan den Rijn, Woerden und Utrecht Centraal, Woerden und Gouda Goverwelle sowie zwischen Woerden und Breukelen. Auch die Verbindung zwischen Woerden und Bodegraven war betroffen. Reisende mussten mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen. Die NS setzte Stopbusse zwischen Utrecht Centraal und Woerden sowie zwischen Woerden und Gouda Goverwelle ein. Zusätzlich wurden Schnellbusse zwischen Utrecht Centraal, Woerden und Gouda organisiert. Zwischen Woerden und Bodegraven standen ebenfalls Busse bereit.
Mehrere Züge blieben auf freier Strecke stehen
Besonders problematisch war die Situation für Reisende in drei Zügen, die infolge des Stromausfalls auf den betroffenen Strecken liegen blieben. Nach Angaben von NS und ProRail befanden sich insgesamt rund 1.300 Fahrgäste an Bord. Ein Zug kam in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Woerden zum Stehen. Die Passagiere konnten unter Begleitung zu Fuß zum Bahnhof gebracht werden.
Die beiden anderen Züge wurden zunächst gesichert und anschließend nach Woerden geschleppt. Dort konnten die Fahrgäste die Züge verlassen. Die Evakuierungsmaßnahmen waren am Abend abgeschlossen. Einzelne Reisende berichteten in niederländischen Medien von mehreren Stunden Wartezeit in den stehenden Zügen. Die Atmosphäre sei trotz der schwierigen Situation überwiegend ruhig geblieben.
Reparaturarbeiten dauern an
Nach Angaben von ProRail beginnt nach dem Löschen des Feuers die technisch anspruchsvolle Phase der Schadensbeseitigung. Das beschädigte Unterwerk muss zunächst vom Netz getrennt und anschließend untersucht werden. Spezialisten bewerten derzeit das Ausmaß der Schäden und führen erste Reparaturarbeiten durch.
ProRail betonte, dass für die Wiederherstellung der Anlage umfangreiche Fachkenntnisse erforderlich seien und die Arbeiten einen erheblichen Aufwand darstellen. Deshalb konnte der Bahnverkehr am Freitagabend nicht mehr aufgenommen werden. Nach Angaben von ProRail und NS sollten die Einschränkungen mindestens bis in die Nacht andauern. Die NS ging zuletzt davon aus, dass die Störung mindestens bis etwa 02.00 Uhr bestehen bleibt.
Ursache weiterhin unbekannt
Die genaue Ursache des Brandes ist bislang nicht bekannt. Sowohl ProRail als auch die Sicherheitsregion bestätigten lediglich, dass das Feuer inzwischen gelöscht wurde. Ermittlungen zur Brandursache laufen.
Das betroffene Unterwerk spielt eine zentrale Rolle für den Zugverkehr rund um Woerden. Dort wird die elektrische Energie verteilt, die anschließend über die Oberleitungen an die Züge weitergegeben wird. Durch den Ausfall dieser Infrastruktur kam der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen Verbindungen zwischen Utrecht, Gouda, Leiden und den angrenzenden Regionen zeitweise vollständig zum Erliegen.
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