Winter legt Niederlande weiter lahm
| von Redaktion
NIEDERLANDE · Anhaltendes Winterwetter mit Schnee, Glätte und Sturm sorgt landesweit für massive Einschränkungen im Verkehr und im öffentlichen Leben. Seit den frühen Morgenstunden ist der öffentliche Verkehr stark eingeschränkt, Hunderte Flüge wurden gestrichen und auf den Straßen kam es zu langen Staus. Während sich die Lage im Laufe des Dienstags punktuell etwas stabilisiert, warnen Behörden und Wetterdienste bereits vor der nächsten Belastungsprobe am Mittwoch mit verbreitetem Schneefall, Sturm und erneuter Glätte. Pendler, Reisende sowie Schulen und Hochschulen müssen sich weiterhin auf erhebliche Störungen einstellen.
Der Wintereinbruch hat die Niederlande auch am Dienstag fest im Griff. Schnee, Eis und niedrige Temperaturen führten in der Nacht und am Morgen zu weitreichenden Einschränkungen im gesamten Land. Besonders betroffen sind der öffentliche Verkehr, der Flugverkehr sowie der Berufsverkehr in den Morgenstunden. Die niederländische Bahn konnte den Betrieb erst gegen 10 Uhr schrittweise wieder aufnehmen. Gefahren wird jedoch den gesamten Tag über nach einer reduzierten Winterdienstregelung. Gleichzeitig meldet der Flughafen Schiphol rund 400 gestrichene Flüge, lange Warteschlangen in den Terminals und erhebliche Unsicherheit für Reisende. Auf den Straßen kam es zu zahlreichen Staus und Unfällen, wobei viele Menschen dem Aufruf folgten, im Homeoffice zu bleiben.
Öffentlicher Verkehr stark eingeschränkt
Der öffentliche Nahverkehr ist regional sehr unterschiedlich betroffen. In der Provinz Utrecht fahren am Dienstag ganztägig keine Busse. Auch in der morgendlichen Hauptverkehrszeit am Mittwoch wird dort kein Busverkehr erwartet. Als Grund nennt der Verkehrsbetreiber laut NOS die unsichere Verkehrslage mit zu vielen Problemen auf den Straßen. Straßenbahnen in der Stadt Utrecht verkehren hingegen weiterhin. In Rotterdam wurden die Busverbindungen am Vormittag schrittweise wieder aufgenommen, allerdings mit Verspätungen und einzelnen Ausfällen.
Der Bahnverkehr bleibt ebenfalls stark eingeschränkt. Die NS meldet, dass seit dem Vormittag eine Winterdienstregelung gilt. Diese ist eine deutlich reduzierte Version des regulären Fahrplans. In großen Teilen des Landes verkehren wieder Züge, jedoch mit weniger Verbindungen, längeren Reisezeiten und erhöhter Auslastung. Besonders problematisch ist die Situation in der Region Amsterdam und in Flevoland. Dort kommt es weiterhin zu zahlreichen Störungen durch festgefrorene Weichen, weshalb nur sehr eingeschränkt Zugverkehr möglich ist. Die NS rechnet damit, dass sich die Lage dort frühestens am Nachmittag stabilisiert.
Diese Zugverbindungen sind betroffen
Nach Angaben der NS fahren auf mehreren wichtigen Strecken weniger Züge als üblich. Bei den Intercity Verbindungen sind unter anderem folgende Linien reduziert:
- Alkmaar - Den Helder - Amsterdam Centraal - Utrecht Centraal - Sittard
- Amsterdam Centraal - Den Haag Centraal
- Amsterdam Centraal - Enkhuizen
- Den Haag Centraal - Utrecht Centraal
- Roosendaal - Vlissingen
- Rotterdam Centraal - Utrecht Centraal
- Rotterdam Centraal - Den Haag HS
- Schiphol Airport - Utrecht Centraal - Nijmegen
- Utrecht Centraal - Amersfoort Centraal - Deventer
Auch im Sprinterverkehr kommt es zu umfangreichen Einschränkungen. Betroffen sind unter anderem die Verbindungen:
- Alphen aan den Rijn - Gouda
- Amsterdam Centraal - Almere Oostvaarders
- Den Haag Centraal -Dordrecht
- Den Haag Centraal -Leiden Centraal
- Uitgeest über Utrecht Centraal -Driebergen Zeist
- Utrecht Centraal - Hilversum - Weesp - Hoofddorp
- Hilversum - Almere Centrum
- Arnhem - Nijmegen
- Amsterdam - Schiphol - Hoofddorp
Zusätzlich fahren auf mehreren Strecken in den Hauptverkehrszeiten weniger Sprinter, darunter zwischen Den Haag Centraal und Gouda Goverwelle, Groningen und Assen sowie Utrecht Centraal und Leiden Centraal. Die NS rät Reisenden dringend, die Reiseplanung kurz vor Abfahrt zu überprüfen und zusätzliche Zeit einzuplanen.
Chaos und lange Wartezeiten auf Schiphol
Am Flughafen Schiphol ist die Situation weiterhin angespannt. Wie NOS und AD berichten, wurden am Dienstag rund 400 Flüge gestrichen. Vor den Schaltern der Fluggesellschaften bildeten sich lange Warteschlangen, teilweise über mehrere hundert Meter. Gestrandete Passagiere warteten teils stundenlang auf Informationen. Der Flughafen selbst weist darauf hin, dass wegen des anhaltenden Winterwetters auch in den kommenden Tagen mit weiteren Verspätungen und Ausfällen zu rechnen ist.
Zusätzlich erschwert die eingeschränkte Bahnanbindung die Anreise zum Flughafen erheblich. Bis mindestens 14 Uhr verkehren keine Züge von und nach Schiphol. Der Flughafen rät Reisenden, den aktuellen Flugstatus zu prüfen und bei gestrichenen Flügen nicht anzureisen, sondern direkt Kontakt mit der jeweiligen Airline aufzunehmen.
Straßenverkehr und Glättewarnungen
Auch auf den Straßen bleibt die Lage kritisch. Am Vormittag meldete Rijkswaterstaat noch rund fünfzehn Staus mit einer Gesamtlänge von etwa 67 Kilometern. Besonders betroffen waren die A4 zwischen Tholen und der belgischen Grenze sowie die A12 zwischen De Meern und Woerden. Ursache sind Glätte, Unfälle und ein querstehender Lkw. Laut Rijkswaterstaat könnte es am Abend erneut zu einer ähnlichen Verkehrslage wie am Morgen kommen, da steigende Temperaturen die Gefahr von Eisbildung durch schmelzenden Schnee erhöhen.
Das KNMI hat für das gesamte Land Code Gelb ausgegeben. Gewarnt wird vor anhaltender Glätte durch Schnee und gefrierende Nässe. In den Küstenregionen kommen zudem winterliche Schauer und starker Wind hinzu. Besonders in der kommenden Nacht und am Mittwochmorgen wird verbreitet Schnee erwartet, was vor allem im Berufsverkehr zu erheblichen Problemen führen dürfte.
Ausblick auf Mittwoch und die weiteren Tage
Für Mittwoch prognostizieren KNMI und Weeronline eine deutliche Verschärfung der Wetterlage. In der Nacht breitet sich von Westen her ein ausgedehntes Schneefallgebiet aus. Am Morgen werden vielerorts drei bis sieben Zentimeter Neuschnee erwartet, lokal auch mehr. Im Osten und Südosten könnten es etwas geringere Mengen sein, doch auch dort reicht der Schnee aus, um Straßen spiegelglatt zu machen.
Hinzu kommt ein kräftiger Südwind. An der Küste und auf den Watteninseln sind schwere Windböen von bis zu 90 Kilometern pro Stunde möglich. Die Kombination aus Schnee, Wind und niedrigen Temperaturen führt zu einer sehr niedrigen gefühlten Temperatur und erhöht das Risiko von Schneeverwehungen. Im Tagesverlauf versucht von Westen her mildere Luft vorzudringen, wodurch Schnee in Regen oder Schneematsch übergehen kann. Da der Boden jedoch stark ausgekühlt ist, bleibt die Gefahr von Glatteis auch dort hoch.
Für Donnerstag und Freitag bleibt die Wetterlage unsicher. Ein neues Tiefdruckgebiet könnte erneut Schnee oder Regen bringen. Laut Weeronline hängt die genaue Entwicklung stark von der Zugbahn des Tiefs ab. Erst nach dem Wochenende zeichnet sich eine allmähliche Milderung mit Temperaturen um fünf Grad ab.
Weitere Informationen
Nutzen Sie die unten stehenden Links, um mehr Informationen zu bekommen.
Wettervorhersagen
- KNMI: https://www.knmi.nl/waarschuwingen
KNMI auf X.com: https://x.com/KNMI - Weerplaza: https://www.weerplaza.nl/
- Weeronline: https://www.weeronline.nl/
Verkehr
- Rijkswaterstaat: https://www.rijkswaterstaat.nl/
- Rijkswaterstaat Verkehrsinformationen: https://rwsverkeersinfo.nl/
- Rijkswaterstaat Streuwagen Live: https://rijkswaterstaatstrooit.nl/
- Rijkswaterstaat Wasserstände etc.: https://waterinfo.rws.nl/
- ANWB Verkehrsinformationen: https://www.anwb.nl/verkeer
- Bahngesellschaft NS: https://www.ns.nl/
- Bahngesellschaft Arriva: https://www.arriva.nl
- Bahngesellschaft Keolis: https://www.keolis.nl/
- Busgesellschaft Qbuzz: https://www.qbuzz.nl/gd/
- Busgesellschaft Transdev: https://www.transdev.nl/nl/
- Flughafen Amterdam-Schiphol: https://www.schiphol.nl/en/my-travel-day/today/departures/
- KLM: https://www.klm.nl/trip
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