Wildpinkler narrt Ordnungsamt in Den Bosch
| von Redaktion
DEN BOSCH · OETELDONK Während des Karnevals in der niederländischen Stadt kam es zu einem Vorfall, der hunderttausendfach im Netz angesehen wurde und nun eine Debatte über Kontrollen, Bußgelder und Anwohnerärger auslöst. Ein Mann urinierte öffentlich an eine Hauswand, während zwei Handhaver (Vollzugsbeamte des Ordnungsamtes) warteten, bis er fertig war. Danach rannte er plötzlich davon. Die Flucht endete wenige Meter weiter. Der Vorfall steht exemplarisch für ein wiederkehrendes Problem während großer Volksfeste in den Niederlanden und wirft die Frage auf, wie Kommunen auf Beschwerden reagieren und welche Rolle Bußgelder spielen.
Der Vorfall ereignete sich während des Karnevals in Oeteldonk, dem Karnevalsnamen von Den Bosch. Wie das AD berichtet, warteten zwei kommunale Vollzugsbeamte, sogenannte BOA, zunächst geduldig, bis der Mann sein Bedürfnis beendet hatte. Erst danach wollten sie einschreiten. Statt die Kontrolle über sich ergehen zu lassen, ergriff der Karnevalsbesucher die Flucht. Laut Bericht verlor er dabei sogar seinen traditionellen gelb weiß roten Oeteldonk Schal. Die Szene wurde von einem Anwohner aus seiner Wohnung gefilmt. Das Video verbreitete sich rasant im Internet und wurde von hunderttausenden Menschen angesehen. Die Flucht blieb jedoch erfolglos. Wenige Meter weiter lief der Mann laut BOA direkt weiteren Sicherheitskräften und Handhavern in die Arme. Die Aktion endete somit nicht mit einem entkommenen Delinquenten, sondern mit einer Feststellung der Personalien und einem Bußgeld. Der Vorfall sorgt online für Spott und Gelächter. Gleichzeitig verweist die Gewerkschaft der BOA auf ein ernstzunehmendes Problem, das während Großveranstaltungen regelmäßig zu Beschwerden führt.
Wiederkehrendes Problem während Großveranstaltungen
Wie das AD unter Berufung auf die Gewerkschaft BOA ACP berichtet, gehen während Karneval jedes Jahr zahlreiche Meldungen bei den Gemeinden ein. Wildpinkeln zählt demnach zu den häufigsten Ärgernissen von Anwohnern. Besonders in Städten mit großen Festen wie Den Bosch oder auch während der Vierdaagse in Nijmegen kommt es regelmäßig zu Beschwerden. Laut dem Sprecher der Gewerkschaft handelt es sich nicht nur um Einzelfälle an Bäumen oder abgelegenen Stellen. Oft werde gegen Hauseingänge oder direkt an Fassaden uriniert. In manchen Fällen gehe das Verhalten noch weiter. Die Empörung unter Bewohnern sei entsprechend groß.
Reaktion der Gemeinden und Rolle der Handhaver
Die Gemeinden schicken die BOA laut BOA ACP nicht ohne Anlass auf die Straße. Nach Angaben des Gewerkschaftssprechers reagieren die Kommunen häufig auf konkrete Beschwerden von Anwohnern. Es gebe während des Karnevals kein speziell erweitertes Aufgabenpaket nur zur Jagd auf Wildpinkler. Die Beamten würden jedoch auf Basis eingehender Meldungen kontrollieren und einschreiten. Das Ziel sei es, auf konkrete Störungen der öffentlichen Ordnung zu reagieren. Der Vorfall in Den Bosch zeigt laut Bericht, dass die Handhaver zunächst abwarteten und dann handeln wollten. Die anschließende Flucht änderte nichts daran, dass der Mann letztlich gestellt wurde.
Bußgeld und Abschreckungsdebatte
Für Wildpinkeln wird in den Niederlanden ein Bußgeld in Höhe von 170 Euro fällig. Ob dieser Betrag hoch oder niedrig ist, darüber gebe es laut BOA ACP unterschiedliche Meinungen. Der Sprecher der Gewerkschaft betont laut Bericht, dass das Verhalten strafbar ist. Eine deutliche Erhöhung der Strafe auf beispielsweise 1000 Euro würde nach Einschätzung der Gewerkschaft das Problem nicht automatisch lösen. Letztlich gehe jeder Täter ein Risiko ein. Während online über das Video gelacht wird, bleibt für viele Anwohner vor allem der Geruch und die Verschmutzung als Ärgernis zurück.
Dumpert auf x.com: "Dat carnaval is toch goud eh?"
Dat carnaval is toch goud eh? #Carnaval2026 pic.twitter.com/so99nYXPbo
— Dumpert (@dumpert) February 15, 2026
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