Unruhe in Den Haag
| letzte Änderung 22.09.2025 19:23 | von Redaktion
Hinweis der Redaktion: neue Informationen unten im Artikel
DEN HAAG. Eine angemeldete Demonstration auf dem Malieveld ist am Samstag eskaliert. Gruppen von Teilnehmern blockierten die A12 und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Ein Polizeifahrzeug brannte aus, die Polizei setzte Wasserwerfer und später Tränengas ein, das Gelände wurde geräumt. Im Zentrum wurden Fensterscheiben am D66 Parteikantoor in der Lange Houtstraat eingeworfen, vor dem Gebäude brannte ein Container. Teile der Menge zogen in Richtung Binnenhof, die Mobiele Eenheid der Polizei hielt sie vom Parlamentskomplex fern. Einordnung. Die Stadt verhängte einen Noodbevel und gab den Einsatz von Tränengas zur Gefahrenabwehr frei. Die Lage beruhigte sich am Nachmittag schrittweise, Festnahmen wurden bestätigt, genaue Zahlen folgen.
Am Mittag versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Malieveld. Die Kundgebung war auf dem Feld neben der A12 angemeldet, dennoch setzte sich früh eine Dynamik in Gang, die die Versammlung vom genehmigten Rahmen löste. In kurzer Folge bildeten sich Gruppen, die aus dem Feldbereich heraus auf die Zufahrt zur A12 drängten. Polizeiketten versuchten das zu verhindern, doch ein Teil der Demonstrierenden gelangte auf die Fahrbahnen. Es kam zu Konfrontationen, zu Böllern und Flaschenwürfen, zu Angriffen auf Einsatzfahrzeuge. Die Mobiele Eenheid trennte Ansammlungen, Wasserwerfer schoben die Massen zurück, die A12 wurde schrittweise geräumt. Währenddessen kippte die Stimmung auch auf dem Malieveld. Ein Polizeiwagen geriet in Brand, die Flammen wurden später mit einem Wasserwerfer gelöscht, der Wagen war dennoch ein Totalschaden. Am frühen Nachmittag beendete die Polizei die Versammlung auf dem Feld. Im Anschluss zogen Gruppen in Richtung Innenstadt. In der Lange Houtstraat gingen Scheiben am D66 Parteibüro zu Bruch, vor dem Gebäude brannte ein Container. In der Umgebung von Plein und Den Haag Centraal blieb die Polizei mit starker Präsenz im Einsatz. Besucher des Mauritshuis warteten zeitweise im Gebäude, bis Wege gesichert waren. Gegen Nachmittag leerte sich das Malieveld vollständig. Die Stadt kündigte eine gesonderte Erklärung zu Festnahmen und Schadensbilanz an.
Ablauf und Einsatz der Polizei
Die Chronologie der Eskalation zeichnet ein klares Muster. Zu Beginn sammelten sich die Teilnehmenden am Podium auf dem Malieveld. Die Organisatorin rief von der Bühne zu einer friedlichen Versammlung auf. Dennoch formierten sich am Rand größere Gruppen, die die Nähe zur A12 suchten. Wie NOS berichtet, blockierten in der Folge etwa 1500 Personen zeitweise die Autobahn, woraufhin die Polizei mit der Mobielen Eenheid und einem Wasserwerfer einschritt. De Telegraaf schildert, dass auf dem Feld selbst ein Polizeiwagen in Brand geriet und weitere Einsatzfahrzeuge mit Stöcken und Steinen angegangen wurden. AD dokumentiert im Liveblog wiederholte Räumungsschritte auf dem Malieveld, den Einsatz von Tränengas und die polizeiliche Beendigung der Versammlung. Die Stadt fasste die Lage über den Kanal Newsroom Den Haag zusammen. Demnach gab der Bürgermeister wegen offener Gewalt auf der A12 die Freigabe für den Einsatz der Mobielen Eenheid und eines Wasserwerfers und verhängte später ein Noodbevel, das den Einsatz von Tränengas zur Sicherung aller Anwesenden erlaubte. Omroep West beschreibt, dass sich nach den polizeilichen Maßnahmen die Lage auf der A12 entspannte und der Fokus in die Innenstadt wanderte. In Summe zeigen die Berichte, dass die Einsatzkräfte zunächst Verkehrssicherheit herstellten, anschließend das Feld räumten und danach ein Abgleiten von Gruppen in die Stadt zu verhindern versuchten.
Schäden und Vorfälle im Zentrum
Nach der Räumung des Feldes verlagerte sich das Geschehen in das Gebiet zwischen Plein, Lange Houtstraat und dem Umfeld von Den Haag Centraal. NOS und AD berichten übereinstimmend von eingeworfenen Fensterscheiben am D66 Parteikantoor und brennenden Behältnissen vor dem Gebäude. De Telegraaf zeigt Bilder von beschädigten Scheiben sowie von Gruppen, die durch die Straßen zogen. Omroep West hält fest, dass sich kleinere Gruppen durch das Zentrum bewegten, während die Polizei die Zugänge zum Binnenhof schützte und Besucher des Mauritshuis vorübergehend im Gebäude blieben, bis die Lage vor den Türen gesichert war. AD protokolliert im Zeitverlauf, dass das Malieveld später vollständig leer war und die Innenstadt sich schrittweise beruhigte. Die Polizei bestätigte nach Angaben von AD und Omroep West mehrere Festnahmen und kündigte gemeinsam mit der Gemeinde eine spätere Gesamtbilanz an. Die sichtbaren Schäden betreffen nach dem jetzigen Stand vor allem das Umfeld des Parteibüros sowie einzelne Fahrzeuge und Straßenausstattung. Die genaue Anzahl beschädigter Scheiben und der Umfang weiterer Sachschäden werden laut den Liveberichten noch erhoben. Die Darstellung der Stadt über Newsroom Den Haag macht deutlich, dass das Noodbevel dazu diente, die öffentlichen Räume zügig zu sichern, Verkehrsflüsse wiederherzustellen und Gefahrenlagen in der Innenstadt zu beseitigen.
Teilnehmende, Symbolik und Reaktionen
Die Teilnehmenden trugen zahlreiche Fahnen und Transparente. De Telegraaf und AD sprechen von großen Gruppen auf dem Malieveld. NOS ordnet die Präsenz von Prinsenvlaggen ein, also der orange weiß blauen Flagge mit historischer Nutzung durch Anhänger Wilhelms von Oranien und später als Symbol der NSB, die heute häufig von rechtsextremen Gruppen gezeigt wird. Neben niederländischen Nationalfahnen waren laut De Telegraaf Transparente mit Parolen gegen Asylunterkünfte und Bannern mit Slogans wie Defend Netherlands zu sehen. AD benennt die Initiatorin als Els aus Zoetermeer und verweist auf eine per Crowdfunding eingesammelte fünfstellige Summe zur Durchführung der Versammlung. Reaktionen aus der Politik verurteilten das Gewaltszenario klar. De Telegraaf, AD und Omroep West berichten von Stellungnahmen prominenter Politiker, die Blockaden und Angriffe auf die Polizei als unakzeptabel bewerteten und ein hartes Vorgehen der Behörden verlangten. Der Minister für Justiz und Sicherheit erklärte nach Angaben von AD und Omroep West, dass Gewalt gegen Einsatzkräfte absolut inakzeptabel sei und Anweisungen von Bürgermeister und Polizei zu befolgen sind. Die Stadt veröffentlichte über Newsroom Den Haag die Kernentscheidungen zu Noodbevel, Tränengas und Wasserwerfern. Aus allen vorliegenden Berichten geht hervor, dass am späten Nachmittag das Feld geräumt war, Gruppen die Innenstadt verließen und die Polizei bis in die Abendstunden sichtbare Präsenz hielt. Zu genauen Festnahmezahlen kündigten Polizei und Gemeinde eine spätere gemeinsame Erklärung an.
Andere Medien zum Thema
Jack. alias @Daarbenikweer3 auf X.com
"D66 is de sjaak!! "(Deutsch: "D66 ist dran!!") (Jack., @Daarbenikweer3 auf X.com)
D66 is de sjaak!! pic.twitter.com/7IuRUr1FHG
— Jack. (@Daarbenikweer3) September 20, 2025
Marc Wurfbain alias @WurfTwain auf X.com
"En toen kwamen z’n vrienden. Mijn God, wat een chaos hier. Weinig onbeschadigde politewagens nog. Gaat volledig fout." (Marc Wurfbain, @WurfTwain auf X.com)
En toen kwamen z’n vrienden. Mijn God, wat een chaos hier. Weinig onbeschadigde politewagens nog. Gaat volledig fout. #elsfest #denhaag #malieveld pic.twitter.com/1u0OwEZbKy
— Marc Wurfbain 🦀 (@WurfTwain) September 20, 2025
Repost von Roel auf X.com alias @LeoSauerSZN auf X.com
"We hebben een fascisme probleem in Nederland. Mannen zwaaien met prinsenvlaggen, symbool voor de NSB. Veel gevaarlijker voor de samenleving dan een immigrant, " (repost von Roel, @LeoSauerSZN auf X.com)
We hebben een fascisme probleem in Nederland. Mannen zwaaien met prinsenvlaggen, symbool voor de NSB. Veel gevaarlijker voor de samenleving dan een immigrant, https://t.co/LdqFc8qEOT
— Roel (@LeoSauerSZN) September 20, 2025
Anmerkung der Redaktion:
Bei den in Den Haag gezeigten Prinsenvlaggen handelt es sich um eine orange-weiß-blaue Fahne, die ursprünglich im 16. Jahrhundert während des Achtzigjährigen Krieges als Zeichen der Anhänger von Wilhelm von Oranien verwendet wurde. In den 1930er- und 1940er-Jahren griff die niederländische Nationalsozialistische Bewegung (NSB) diese Flagge erneut auf und machte sie zu einem Symbol ihrer Bewegung. Heute wird die Prinsenvlag häufig von rechtsextremen Gruppen gezeigt und gilt deshalb in den Niederlanden als politisch stark belastetes Symbol.
Updates
20.09.2025, 17:58 Uhr
Journalisten verletzt
Nach Angaben von RTL Nieuws wurden bei den Ausschreitungen in Den Haag mindestens zwei Journalisten angegriffen und verletzt. Das meldet PersVeilig, ein Zusammenschluss von u. a. dem Openbaar Ministerie und der Nederlandse Vereniging van Journalisten. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass ein Journalist beim Betreten der A12 von einer Gruppe Attackierter blaue Flecken erlitt.
Organisatorin bedauert Verlauf
Auf X.com erklärte die Organisatorin Els, sie habe von einer friedlichen Demonstration ausgegangen. Sie bedauere den Verlauf und betonte, dass das Ziel der Versammlung durch das Verhalten einiger vollständig verfehlt worden sei.
20.09.2025, 18:00 Uhr
Politische Reaktionen
Nach den schweren Ausschreitungen in Den Haag reagiert die Politik empört. Omroep West berichtet, dass Vertreter aus Gemeinderat und Tweede Kamer das Vorgehen der Demonstranten scharf verurteilen. Mehrere Politiker bezeichneten die Angriffe auf Polizei und Sachbeschädigungen als „totaal onacceptabel“ (total unakzeptabel).
VVD-Fraktionsvorsitzende Lotte van Basten Batenburg sprach von einem „Stel tuig“ und forderte, dass sich die Beteiligten schämen sollten. D66-Wethouder Robert van Asten nannte die Angriffe „doodeng“ und sprach von einem Angriff auf Demokratie und Sicherheit. Auch andere Parteien wie GroenLinks, CDA und die Haagse Stadspartij äußerten sich ähnlich kritisch.
Aus der Tweede Kamer meldeten sich u. a. Geert Wilders, der ein hartes Durchgreifen forderte, sowie Frans Timmermans, der von „Trumpiaanse toestanden“ sprach. D66-Fraktionsvorsitzender Rob Jetten bezeichnete die Vorfälle als „pure Intimidatie“, während Esther Ouwehand (Partij voor de Dieren) von „opgehitste extreemrechtse knokploegen“ sprach.
20.09.2025, 18:10 Uhr
Gemeinde zu Verantwortlichen
Nach Angaben der Gemeente Den Haag gegenüber NOS sind „Fußballhooligans aus diversen Teilen des Landes“ für das Ausmaß der Gewalt nach dem Protest auf dem Malieveld verantwortlich. Zwar sei es inzwischen ruhiger als noch vor wenigen Stunden, die polizeiliche Operation sei jedoch noch nicht abgeschlossen.
Die Gemeinde teilte weiter mit, dass es an mehreren Orten in der Stadt weiterhin Probleme gebe. Dafür seien nach aktuellem Stand nur noch einige Dutzend Personen verantwortlich.
20.09.2025, 18:17 Uhr
Reaktion des Ministerpräsidenten
Ministerpräsident Dick Schoof reagierte am Abend auf X.com mit scharfer Kritik an den Ausschreitungen in Den Haag. Er sprach von „erschütternden und bizarren Bildern von schamlosem Gewaltgeschehen“ und nannte das Vorgehen der Randalierer „vollkommen inakzeptabel“.
Schoof betonte seinen „großen Respekt“ für das Handeln der Polizei, der Mobiele Eenheid und von Bürgermeister Van Zanen. Zugleich kündigte er an, dass Polizei und Openbaar Ministerie alles daransetzen würden, die Täter aufzuspüren und strafrechtlich zu verfolgen. Abschließend stellte er klar: „Für Demonstrationen ist in den Niederlanden immer Raum, für Gewalt jedoch niemals.“
20.09.2025, 19:50 Uhr
Festnahmen am Plein
Laut NOS kam es am frühen Abend erneut zu Auseinandersetzungen am Plein im Zentrum von Den Haag. Eine Gruppe von Männern geriet in Streit mit Beamten der Mobiele Eenheid, es kam zu einem Handgemenge, woraufhin mehrere Festnahmen erfolgten. Polizisten wurden dabei beschimpft. Nach Angaben von NOS handelt es sich mutmaßlich um Personen, die bereits an der Demonstration auf dem Malieveld teilgenommen hatten. Die Polizei ist weiterhin in großer Zahl in der Innenstadt präsent.
RTL Nieuws meldet, dass die Polizei am Plein eingegriffen und dort Demonstranten entfernt hat. Nachdem die Lage in der Stadt zunächst ruhiger wirkte, kam es rund um den Platz erneut zu Zwischenfällen. Auch hier wurden Beamte mehrfach beschimpft. Mindestens zwei Personen wurden festgenommen. Einige der Anwesenden trugen laut RTL Kleidung mit der Aufschrift „Nederland op 1“ (Deutsch: "Niederlande auf 1").
Parallel berichtete NOS, dass die zerstörten Fensterscheiben am D66-Parteibüro in der Lange Houtstraat provisorisch mit Holzplatten gesichert werden.
Justizminister reagiert und Debatte im Parlament gefordert
Der niederländische Justizminister Foort van Oosten erklärte auf X.com: „Dieses Gewalt gegen die Polizei ist absolut inakzeptabel. Demonstrieren ist ein großes Gut in den Niederlanden, aber Hände weg von unseren Beamten! Sie sorgen für unsere Sicherheit. Respektiert also auch die Anweisungen von Bürgermeister und Polizei.“
Laut RTL Nieuws hat GroenLinks-PvdA-Fraktionschef Frans Timmermans ein Parlamentsdebattt zum Thema Gewalt in Den Haag beantragt. Dieses solle nächste Woche stattfinden, „um gemeinsam eine klare Grenze zu ziehen“. Auf X.com schrieb Timmermans: „Gegen rechtsextreme Gewalt muss man sich zu Wort melden. Man setzt alle demokratischen Mittel ein, um eine Faust zu machen.“
Auch Ismail el Abassi von DENK sprach sich für ein solches Debatte aus. Er schrieb: „Das dürfen wir niemals akzeptieren.“
20.09.2025, 20:10 Uhr
Rob Jetten reagiert auf Angriff
D66-Vorsitzender Rob Jetten zeigte sich am Abend wütend über die Zerstörungen am Parteibür in der Lange Houtstraat. Gegenüber NOS erklärte er: „Es ist niemand verletzt worden, aber der Schaden im Inneren ist enorm.“ Nach seinen Worten sei der Angriff gezielt gegen das D66-Büro gerichtet gewesen. Auf Videoaufnahmen sei zu hören, wie Randalierer „kanker D66“ riefen, als sie die Scheiben einschlugen.
Jetten betonte zugleich, dass es nicht ausschließlich um seine Partei gehe: „Wenn die Randalierer am Büro der ChristenUnie oder der Partij van de Arbeid vorbeigekommen wären, hätten sie dort vermutlich das Gleiche getan.“
Der D66-Leiter ordnete den Angriff in eine breitere gesellschaftliche Entwicklung ein. Er verwies dabei auch auf die politische Verantwortung: „Leider haben wir in den Niederlanden Politiker, die bei Hassrede mitmachen. Auch in dieser Woche haben wir Geert Wilders in der Tweede Kamer sehr extreme Sprache äußern hören. Es liegt an allen demokratischen Kräften, hier eine klare Linie zu ziehen.“
20.09.2025, 21:30 Uhr
Polizei und Bürgermeister ziehen Bilanz
Auf einer Pressekonferenz gaben die Behörden in Den Haag erste Zahlen und Einschätzungen bekannt. Nach Angaben der Polizei lagen vorab Hinweise vor, dass Personen mit „falschen Absichten“ zur Demonstration anreisen würden. Ein Plan zur Blockade der A12 sei jedoch nicht bekannt gewesen. Polizeichefin Karin Krukkert erklärte, dass sich kurz nach Beginn des Protests eine Gruppe von mehr als tausend Menschen absetzte und sofort massives Gewalt gegen Einsatzkräfte einsetzte. Darauf habe die Polizei zunächst mit einem Wasserwerfer und später auch mit Tränengas reagiert.
Bürgermeister Jan van Zanen sprach von einer „ungekannten Gewaltexplosion, die den Niederlanden unwürdig ist“. Er machte deutlich, dass Hooligans aus dem ganzen Land gezielt die Konfrontation mit der Polizei gesucht hätten. Dabei seien zwei Polizeibeamte verletzt worden. Zudem habe es ernsthafte Versuche gegeben, in das Binnenhof einzudringen, die jedoch verhindert werden konnten.
Bis zum Abend wurden laut Behörden mindestens 30 Personen festgenommen. Ein spezielles Polizeiteam sei eingerichtet worden, um weitere Beteiligte an Angriffen gegen Polizisten und Journalisten zu identifizieren. Es werde mit zusätzlichen Festnahmen gerechnet.
21.09.2025, 09:30 Uhr
Hintergründe zur Organisatorin „Els Rechts“
AD berichtet über die Organisatorin der Demonstration am Malieveld, die am Samstag eskalierte. Hinter dem Pseudonym „Els Rechts“ steht eine 26-jährige Frau aus Zoetermeer, die aus einem konservativ-christlichen Elternhaus stammt und seit Jahren in radikalrechten Kreisen aktiv ist. Auf Plattformen wie Facebook, TikTok und X erreicht sie zehntausende Follower. Ihre politischen Vorlieben sind klar: Sie verehrt Geert Wilders, Donald Trump und Benjamin Netanyahu und zeigt Nähe zu Parteien wie PVV, FvD und SGP.
In ihren Online-Beiträgen bezeichnet sie linke Wähler als „geistig krank“ und Parteien wie GroenLinks oder D66 als „das Gift unserer Gesellschaft“. Auch CDA und ChristenUnie greift sie in drastischen Worten an. Ihre Wortwahl führte bereits zu einer Sperre auf TikTok, woraufhin sie ein neues Profil eröffnete. International stellt sie sich klar auf die Seite Israels und der Regierung Netanjahu, gleichzeitig gilt ihre größte Bewunderung Geert Wilders, den sie „den Einzigen, der uns retten kann“ nennt, so das AD.
Privat sprach Els öffentlich über eine schwere Depression, von der sie sich nach eigenen Worten durch Wahlkampfarbeit für die PVV erholt habe. Für die Demonstration am Malieveld organisierte sie über eine Crowdfunding-Kampagne fast 20.000 Euro. Eigentlich wollte sie Wilders selbst auf dem Podium sehen, doch er sagte ab. Anwesend waren unter anderem Wybren van Haga (BVNL) und das ehemalige PVV-Kamerlid Harm Beertema. Zwischenzeitlich war auch der Name eines verurteilten Kriminellen auf der Rednerliste aufgetaucht, der nach öffentlicher Kritik wieder gestrichen wurde.
In ihren Aussagen über Asylsuchende bleibt sie kompromisslos. Sie sollen „opzouten“ (abhauen) und seien eine Gefahr für die Gesellschaft. Auf X äußerte sie später Bedauern über den Verlauf der Demonstration: „Das Gewalt bedauere ich. Das war absolut nie meine Absicht. Ich wollte einen friedlichen Protest, leider ist das nicht gut ausgegangen.“ Gleichzeitig verweigert sie klare Entschuldigungen und verweist auf andere Gruppen, die sich „unter die Demonstranten gemischt“ hätten.
Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt über 30 Menschen festgenommen. Die Polizei sprach von einer „ungekannten Gewaltexplosion“ mit über tausend Beteiligten. Organisatorin Els kündigte an, in Zukunft keine solchen Demonstrationen mehr auszurichten.
21.09.2025, 12:30 Uhr
Ermittlungen und Schäden am Binnenhof
Laut NOS laufen die Ermittlungen nach den Ausschreitungen weiter. Mindestens 30 Personen wurden festgenommen, ein Team Grootschalige Opsporing ermittelt.
Neben Schäden am D66-Büro ist nun auch der Binnenhof betroffen: Am ehemaligen Justizministerium wurden eine Fensterscheibe, ein Tor und ein Zaun beschädigt. In der Innenstadt meldeten Gastronomen am Plein große Angst bei ihren Mitarbeitern.
22.09.2025, 19:20 Uhr
Erste Randalierer vor Gericht
Nach Angaben des Openbaar Ministerie (OM) müssen sich 14 Verdächtige der Ausschreitungen vom Malieveld bereits am Dienstag in Den Haag vor Gericht verantworten. Ihre Verfahren finden in einer Supersnelrechtzitting statt. Drei Minderjährige erscheinen dabei nicht öffentlich vor dem Kinderrechter, die übrigen elf Angeklagten vor dem Politierechter.
Insgesamt wurden 27 Fälle geprüft. Sieben Verdächtige bleiben länger in Untersuchungshaft, sechs wurden vorläufig entlassen, bleiben aber Beschuldigte. Die Anklagen betreffen überwiegend Gewalt gegen Polizisten und Einsatzfahrzeuge. Die Beschuldigten sind zwischen 16 und 60 Jahre alt und stammen aus mehreren Provinzen, darunter Zuid-Holland, Noord-Holland, Friesland, Drenthe und Noord-Brabant.
In eigener Sache

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