Umgehung der A3-Grenzkontrolle blockiert
| von Redaktion
BEEK · Umleitung und Straßensperrung gegen Ausweichverkehr: Um den zunehmenden Ausweichverkehr durch das niederländische Beek zu stoppen, hat die Gemeinde Montferland an diesem Pfingstwochenende zwei vielgenutzte Grenzübergänge nach Deutschland gesperrt. Hintergrund sind die anhaltenden Staus durch verstärkte Grenzkontrollen auf der A3/A12 und die wachsende Zahl an Urlaubern und Tanktouristen. Besonders betroffen ist der Eltenseweg, über den Autofahrer bislang der stauanfälligen Autobahn ausweichen konnten. Die Maßnahme erschwert nun gezielt das Umfahren der Kontrollstelle und soll die Verkehrssicherheit im Ortskern verbessern.
Bereits seit mehreren Wochen ist es in Beek, einem kleinen niederländischen Grenzort gegenüber von Elten, zu massiven Verkehrsproblemen gekommen. Ursache sind laut Angaben der Gemeente Montferland sowohl das verstärkte Urlauberaufkommen als auch die rund um die Uhr aktiven Grenzkontrollen an der A3/A12 auf deutscher Seite. Hinzu kommen zahlreiche sogenannte „Sluiprijders“ - Schleichwegfahrer, die versuchen, die offizielle Kontrollstelle zu umgehen, indem sie durch das Dorf fahren und anschließend wieder auf die Autobahn zurückkehren. Am Pfingstwochenende wird dieser Ausweichverkehr nun gezielt unterbunden. Zwei Straßen an der deutsch-niederländischen Grenze sind zu festgelegten Zeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt: die Eltenseweg und die kleinere Verbindung über die Zuider Markweg. Die Gemeinde hat die Maßnahmen nach eigenen Angaben in Absprache mit der Stadt Emmerich, Straßen.NRW und der Autobahn GmbH getroffen. Auch die deutsche Seite zeigt sich von der Entwicklung wenig überrascht, verweist jedoch auf die Notwendigkeit der Kontrollen. Die Maßnahme trifft nicht nur Durchreisende, sondern auch die Bewohner von Beek und Elten, die für einige Tage nur über das Autobahnviadukt bei Babberich in die Nachbarorte gelangen können.
Hintergrund: Sperrzeiten und Ausnahmen
Die zeitlich begrenzten Sperrungen betreffen
- Freitag (6. Juni, 08–22 Uhr)
- Samstag (7. Juni, 08–18 Uhr)
- Montag (9. Juni, 12–22 Uhr)
Am Pfingstsonntag bleibt die Grenze offen. Ausgenommen vom Durchfahrtsverbot sind Fahrräder, landwirtschaftlicher Verkehr und Einsatzfahrzeuge. Für alle anderen bedeutet die Maßnahme eine minimale Verzögerung von rund ein bis zwei Minuten auf dem Umleitungsweg über die A12.
Tanktouristen, Grenzpendler und Rückstaus
Der Ort Beek ist kein unbekannter Name für Schnäppchenjäger: Aufgrund günstiger Spritpreise in Elten und niedrigeren Preisen im Supermarkt fahren viele Niederländer regelmäßig über die Grenze. Doch seit Beginn der dauerhaften Kontrollen hat sich das Verkehrsbild drastisch verändert. Laut dem AD versuchen viele nun, die Kontrollstelle durch Abfahrten in Beek und erneutes Auffahren in Elten zu umfahren – mit teils chaotischen Zuständen im Dorf. Anwohner berichten von Stillstand, zugeparkten Einfahrten und Beleidigungen durch aggressive Fahrer.
Gemeinde bittet Deutschland um Verlagerung der Kontrollen
Laut AD bat Wethouder Jeanette Derksen die deutschen Behörden, die Grenzkontrolle direkt auf der Autobahn durchzuführen, um die Nebenrouten zu entlasten. Der Vorschlag wurde jedoch abgelehnt. Die Gemeinde sieht sich daher gezwungen, selbst zu handeln – auch in Reaktion auf eine „Brandbrief“-Initiative der Anwohner. Inwieweit die Maßnahme dauerhaft Entlastung bringen kann, soll nach dem Pfingstwochenende analysiert werden. Ziel ist es laut Gemeente Montferland, die Lebensqualität und Verkehrssicherheit in Beek langfristig zu sichern.
Folgeeffekte: Ausweichverkehr über andere Grenzorte?
Während Beek für den Autoverkehr nun zeitweise gesperrt ist, verlagert sich der Ausweichverkehr bereits: Besonders über Zeddam und ’s-Heerenberg werden nun Alternativrouten vermutet. Die Gemeinde will hier mit gezielter Beschilderung gegensteuern. Zudem werden Hinweistafeln bereits vor Arnheim auf der A12 auf die Stausituation an der Grenze aufmerksam machen. Auch die Route Babberich/Elten wird aus Ausweichroute verwendet. Wir warten noch auf eine Rückmeldung der Gemeinde Zevenaar, ob dort auch eine Sperrung erwogen wird.
Alternativen: Route über Kleve oder Gennep bleibt bislang ohne feste Kontrolle
Wer derzeit versuchen möchte, die deutsch-niederländische Grenze ohne fest installierte Kontrolle zu passieren, hat über die Route Nijmegen-Kleve weiterhin gute Chancen. Auch am Grenzübergang A77/A57 bei Gennep ist aktuell keine stationäre Kontrollstelle eingerichtet. Anders als an der A3 bei Elten/Rees, wo die Bundespolizei rund um die Uhr mit festen Kontrollposten präsent ist, handelt es sich an diesen Alternativrouten lediglich um regelmäßige, mobile Kontrollen. Die Bundespolizei kann auch dort jederzeit Stichproben, aber auch 100% Kontrollen durchführen. Dies bedeutet aber, dass es in der Regel zu keinen längeren Rückstaus kommt und der Verkehr besser fließen kann.
Reisende sollten dennoch beachten, dass diese Routen nicht kontrollfrei bleiben: Auch auf Nebenstrecken oder an kleineren Übergängen kann es unangekündigte Schwerpunktaktionen geben. Ein kurzer Blick auf Google Maps oder ähnliche Navigations-Apps kann hier wertvolle Hinweise liefern - denn Rückstaus durch Polizeikontrollen werden in vielen Fällen nahezu in Echtzeit angezeigt oder bereits in den Niederlanden im Radio oder über Hinweisschilder angegeben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte dennoch genügend Zeit einplanen, sich nicht allein auf die bisherigen Beobachtungen verlassen und sowieso alle benötigten Unterlagen mit sich führen.
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