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Tesla FSD startet auf niederländischen Straßen

| von Redaktion

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
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DEN HAAG · Die Niederlande positionieren sich erneut als Testfeld für technische Innovationen im Verkehr. Seit heute dürfen Tesla-Fahrzeuge mit dem System „Full Self Driving Supervised“ auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden. Die niederländische Zulassungsbehörde RDW hat dem Fahrassistenzsystem eine Typgenehmigung erteilt, nachdem das System über mehr als anderthalb Jahre hinweg auf Teststrecken und im realen Straßenverkehr geprüft wurde. Damit ist die Niederlande das erste Land in Europa, das diese Technologie zulässt. Trotz des Namens handelt es sich nicht um vollständig autonome Fahrzeuge. Die Systeme übernehmen zwar zahlreiche Fahrfunktionen wie Lenken, Bremsen und Beschleunigen, doch die Fahrer bleiben weiterhin verantwortlich und müssen jederzeit eingreifen können.

Mit der Genehmigung der niederländischen Fahrzeugbehörde RDW beginnt ein neues Kapitel im europäischen Straßenverkehr. Tesla darf sein Fahrassistenzsystem „Full Self Driving Supervised“ nun auf öffentlichen Straßen einsetzen. Tesla-Fahrer dürfen damit künftig ohne Hände am Lenkrad fahren, während das Fahrzeug selbst beschleunigt, bremst und lenkt. Die Niederlande sind damit das erste Land der Europäischen Union, das eine solche Nutzung erlaubt. Voraussetzung bleibt jedoch, dass der Fahrer jederzeit aufmerksam bleibt und die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen kann. Die RDW betont, dass es sich nicht um ein vollständig autonomes Fahrzeug handelt, sondern um ein fortgeschrittenes Assistenzsystem. Die Behörde hat das System über mehr als anderthalb Jahre hinweg intensiv geprüft, sowohl auf Teststrecken als auch im normalen Straßenverkehr. Erst nach dieser umfangreichen Prüfung wurde die Typgenehmigung erteilt. Die Technologie soll laut Tesla insbesondere bei komplexen Verkehrssituationen unterstützen, etwa im dichten Stadtverkehr oder auf stark befahrenen Straßen. Dabei überwachen Sensoren im Fahrzeug kontinuierlich, ob der Fahrer aufmerksam bleibt. Wenn das System erkennt, dass der Fahrer nicht reagiert oder nicht auf die Straße schaut, wird eine Warnung ausgelöst. Reagiert der Fahrer nicht, kann sich das System automatisch deaktivieren. Die Fahrzeuge bleiben damit weiterhin unter der Verantwortung des Menschen am Steuer.

Umfangreiche Tests vor der Genehmigung

Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW hat das System nach eigenen Angaben über einen Zeitraum von mehr als anderthalb Jahren untersucht. Dabei wurden sowohl Testfahrten auf der eigenen Teststrecke der Behörde als auch Fahrten auf öffentlichen Straßen durchgeführt. Ziel dieser Prüfungen war es, sicherzustellen, dass das System den europäischen Sicherheitsanforderungen entspricht und den Fahrer zuverlässig unterstützt.

Wie die RDW erklärt, handelt es sich bei „Full Self Driving Supervised“ um ein fortgeschrittenes Fahrassistenzsystem. Das System kann zahlreiche Fahrfunktionen übernehmen, darunter das Lenken, Beschleunigen und Bremsen. Dennoch bleibt der Fahrer jederzeit Teil des Verkehrsgeschehens und muss in der Lage sein, sofort einzugreifen. Fahrzeuge mit diesem System gelten daher nicht als autonom fahrend.

Nach Angaben der RDW überwachen Sensoren im Fahrzeug kontinuierlich, ob der Fahrer aufmerksam bleibt. Dabei wird geprüft, ob der Fahrer die Augen auf die Straße gerichtet hält und jederzeit bereit ist, das Lenkrad zu übernehmen. Wenn das System feststellt, dass der Fahrer nicht ausreichend aufmerksam ist, werden Warnsignale ausgelöst. Sollte der Fahrer wiederholt nicht reagieren, kann das System schließlich deaktiviert werden.

Hände frei möglich, Verantwortung bleibt

Mit der neuen Genehmigung dürfen Tesla-Fahrer in bestimmten Situationen die Hände vom Lenkrad nehmen. Dennoch bleibt die Verantwortung vollständig beim Fahrer. Wie NOS berichtet, ist es ausdrücklich nicht erlaubt, während der Fahrt beispielsweise auf das Smartphone zu schauen oder ein Buch zu lesen.

Das System überwacht die Aufmerksamkeit des Fahrers dauerhaft. Erkennt das Fahrzeug, dass der Fahrer nicht reagiert oder nicht ausreichend aufmerksam ist, fordert das System eine Bestätigung der Aufmerksamkeit. Im äußersten Fall kann das System vorübergehend deaktiviert werden.

Die RDW betont, dass Fahrassistenzsysteme einen positiven Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten können, wenn sie korrekt eingesetzt werden. Sie sollen den Fahrer unterstützen und bestimmte Fahraufgaben erleichtern, ersetzen ihn jedoch nicht.

Unterschiede zu den USA

Ein wichtiger Punkt bei der Einführung in Europa betrifft die technischen Unterschiede zwischen Fahrzeugen in Europa und den Vereinigten Staaten. Die RDW weist darauf hin, dass Fahrzeuge in Europa andere Softwareversionen nutzen als in den USA.

Die Systeme sind daher nicht direkt miteinander vergleichbar. Während in den Vereinigten Staaten teilweise andere Zulassungsregeln gelten und Fahrzeuge dort über Selbstzertifizierung zugelassen werden, erfolgt die Zulassung in Europa über eine vorherige Typgenehmigung durch Behörden wie die RDW.

Die europäischen Anforderungen gelten als strenger, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und Umweltauflagen. Deshalb wurde das System in den Niederlanden separat geprüft und bewertet.

Weitere Assistenzsysteme bereits zugelassen

Die Zulassung des Tesla-Systems ist zwar ein bedeutender Schritt, jedoch nicht die erste Genehmigung für moderne Fahrassistenzsysteme in Europa. Laut RDW wurden bereits zuvor Systeme anderer Hersteller zugelassen.

So verfügt BMW über eine Genehmigung für ein System, bei dem Fahrer auf der Autobahn die Hände vom Lenkrad nehmen können, während das Fahrzeug automatisch die Spur wechseln kann. Auch Ford hat eine Genehmigung für sein System BlueCruise, bei dem Fahrer auf Autobahnen ohne Hände am Lenkrad fahren dürfen.

Der Unterschied besteht darin, dass Teslas System deutlich mehr Fahraufgaben übernehmen kann und nicht nur auf Autobahnen beschränkt ist.

Einführung über Software-Updates

Tesla plant, die neue Funktion in den kommenden Tagen für Fahrzeuge niederländischer Kunden bereitzustellen. Die Aktivierung erfolgt über drahtlose Softwareupdates direkt im Fahrzeug. Autobesitzer müssen allerdings für die Nutzung des Systems bezahlen. Das Unternehmen bietet die Funktion bereits in verschiedenen Ländern an, darunter die Vereinigten Staaten, Kanada, China, Australien und Südkorea. Allerdings unterscheiden sich die Softwareversionen je nach Region.

Perspektive für die gesamte Europäische Union

Der Einsatz des Systems ist derzeit nur in den Niederlanden erlaubt. Allerdings könnte sich dies in Zukunft ändern. Die RDW hat angekündigt, eine Genehmigung für die gesamte Europäische Union bei der Europäischen Kommission zu beantragen. Danach müssen die Mitgliedstaaten über die Zulassung abstimmen. Erst wenn eine Mehrheit im zuständigen europäischen Ausschuss zustimmt, könnte das System auch in anderen EU-Ländern eingesetzt werden. Sollte dieser Schritt erfolgen, könnte die Technologie künftig in vielen europäischen Ländern auf öffentlichen Straßen genutzt werden.

DE Tesla FSD Supervised Drive, 20th April, Purmerend NL

Tesla organisiert seit diesem Jahr Mitfahrfahrten in den Niederlanden. Interessierte können dabei als Passagiere mitfahren, während ein Tesla-Mitarbeiter am Steuer sitzt.

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