Stromausfall bewusst ausgelöst
| von Redaktion
TILBURG · Rund 18.000 Stromkunden in und um Tilburg waren am Sonntagvormittag zeitweise ohne Elektrizität. Besonders ist dabei der Hintergrund: Der Netzbetreiber Enexis schaltete die Stromversorgung gezielt ab, um eine drohende Überlastung des Stromnetzes zu verhindern. Nach Angaben des Unternehmens war es das erste Mal, dass eine solche Notmaßnahme zum Schutz des Netzes durchgeführt wurde. Betroffen waren unter anderem Teile von Tilburg sowie Gilze, Goirle und Hilvarenbeek. Während des Ausfalls fielen an mehreren Kreuzungen die Ampeln aus, in Gilze saßen Bewohner in einem Aufzug fest und auch der Safaripark Beekse Bergen war zeitweise ohne Strom. Die Versorgung wurde innerhalb von gut einer halben Stunde vollständig wiederhergestellt.
Am Sonntagmorgen meldete Enexis zunächst einen großflächigen Stromausfall in der Region Tilburg. Nach Informationen von Omroep Brabant waren zunächst mehr als 10.000 Adressen betroffen. Später erklärte der Netzbetreiber, dass insgesamt rund 18.000 Kunden zeitweise vom Stromnetz getrennt wurden. Anders als bei einem technischen Defekt handelte es sich diesmal jedoch um eine bewusst eingeleitete Maßnahme. Enexis schaltete die Versorgung gegen 11.37 Uhr selbst ab, nachdem im Netz unerwartet eine sehr hohe Stromnachfrage festgestellt worden war. Nach Angaben des Unternehmens bestand die Gefahr einer Überlastung des Stromnetzes.
Um größere Schäden an der Infrastruktur und einen möglicherweise deutlich umfangreicheren sowie länger andauernden Stromausfall zu verhindern, entschied sich der Netzbetreiber für die kontrollierte Abschaltung eines begrenzten Versorgungsgebietes. Bereits nach etwa 15 Minuten verfügten nach Unternehmensangaben wieder 17.900 Haushalte über Strom. Um 12.11 Uhr war die Versorgung aller betroffenen Kunden vollständig wiederhergestellt. Nach Angaben von Enexis ist eine derartige Abschaltung aus Gründen der drohenden Netzüberlastung bislang noch nie vorgenommen worden. Der Netzbetreiber betonte, dass diese Entscheidung ausschließlich getroffen wurde, um größere Schäden am Stromnetz zu vermeiden.
Unerwartet hoher Stromverbrauch
Nach Angaben von Enexis wurde am Sonntagmorgen in der Region Tilburg plötzlich außergewöhnlich viel Strom verbraucht. Warum es zu dieser unerwarteten Lastspitze kam, ist bislang unklar. Das Unternehmen untersucht derzeit die Ursache. Nach Einschätzung des Netzbetreibers trat die Belastung zu einem Zeitpunkt auf, an dem normalerweise keine derart hohen Verbrauchsspitzen erwartet werden. Übliche Lastspitzen entstehen im Winter etwa durch Heizungen oder zu typischen Kochzeiten. Im Sommer wird dagegen vor allem mit einer hohen Einspeisung aus Solarparks und Photovoltaikanlagen gerechnet. Die am Sonntag aufgetretene Situation passte nach Angaben des Unternehmens nicht in diese bekannten Muster.
Auswirkungen vor Ort
Der Stromausfall hatte in mehreren Orten unmittelbare Folgen. Nach Angaben von Omroep Brabant fielen an verschiedenen Kreuzungen die Ampelanlagen aus. In Gilze mussten Bewohner aus einem steckengebliebenen Aufzug befreit werden. Auch der Safaripark Beekse Bergen war zeitweise ohne Stromversorgung. Trotz der Auswirkungen konnte die Stromversorgung im gesamten betroffenen Gebiet innerhalb von rund 40 Minuten vollständig wiederhergestellt werden.
Keine weiteren Eingriffe erwartet
Nach derzeitigem Stand geht Enexis nicht davon aus, dass eine vergleichbare Maßnahme kurzfristig erneut erforderlich wird. Der Netzbetreiber erklärte, es gebe derzeit keinen Anlass anzunehmen, dass sich ein solcher Vorfall in naher Zukunft wiederholen werde. Gleichzeitig läuft die Untersuchung weiter, um die Ursache der ungewöhnlichen Lastspitze zu ermitteln.
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