Straßenbrände eskalieren in Floradorp
| von Redaktion
AMSTERDAM FLORADORP · Erneut schwere Unruhen in Amsterdam Nord: In der Nacht auf Sonntag haben Anwohner im Stadtteil Floradorp an mehreren Stellen Straßenbrände gelegt. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort, später wurde auch die Mobiele Eenheid eingesetzt. Abfälle, Holz sowie Container gerieten in Brand, teils an Kreuzungen. Nach Angaben der Einsatzkräfte konnten die Löscharbeiten unter Polizeischutz erfolgen. Festnahmen gab es zunächst nicht. Hintergrund der wiederholten Unruhen ist das Verbot des traditionellen Freudenfeuers (Vreugdevuur) zu Silvester. Die Entscheidung der Stadtführung hat in der Nachbarschaft seit Wochen zu Protesten und angespannten Situationen geführt. Wie mehrere Medien berichten, gilt Floradorp zum Jahreswechsel inzwischen als besonderes Sicherheitsrisikogebiet.
Seit den frühen Abendstunden wurden in Floradorp immer wieder neue Brandstellen entzündet. Nach Angaben der Feuerwehr handelte es sich um größere Außenbrände, bei denen unter anderem Müll, Holz und Container in Flammen standen. Einsatzkräfte waren seit etwa 18:30 Uhr im Viertel aktiv. Die Polizei war in großer Zahl präsent, um die Feuerwehr abzusichern und weitere Eskalationen zu verhindern. Zunächst wurde von keiner feindseligen Stimmung gegenüber den Hilfsdiensten gesprochen. Im weiteren Verlauf des Abends verschärfte sich die Lage jedoch. Die Mobiele Eenheid (mobile Brigade der Polizei) griff ein, nachdem Einsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern beworfen worden waren. Verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand. Auch nach Mitternacht meldete die Polizei keine Festnahmen. Erst später beruhigte sich die Situation schrittweise. Wie NOS und NH Nieuws berichten, kam es zuvor bereits mehrfach zu ähnlichen Vorfällen im Viertel, darunter Brandstiftungen, Angriffe mit Feuerwerk sowie Sachbeschädigungen an Überwachungskameras.
Wiederkehrende Unruhen im Viertel
Floradorp ist seit Wochen immer wieder Schauplatz von Unruhen. Auslöser ist das Verbot des großen Vreugdevuurs, das traditionell in der Silvesternacht entzündet wurde. Bürgermeisterin Femke Halsema traf die Entscheidung im Frühjahr nach Beratung durch Feuerwehr, Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Brandweer hatte das Feuer schon seit Jahren als zu riskant eingestuft. Sorgen gab es unter anderem wegen der Sicherheit, der Umweltbelastung und der starken Beanspruchung der Hilfsdienste. Nach Angaben von NOS kam es bereits Anfang Dezember zu kleineren Bränden und zum Werfen von Feuerwerk auf Polizeikräfte, unter anderem nach der Vorführung einer Dokumentation über das Vreugdevuur.
Verbot des Vreugdevuurs als Auslöser
Wie NH Nieuws berichtet, waren die Brände vor allem an Kreuzungen rund um die Pinksterbloemstraat zu sehen. Schaulustige versammelten sich zeitweise an den Brandstellen. Die Feuerwehr löschte wiederholt neue Feuer, während die Polizei das Gebiet sicherte. Gegen 21:30 Uhr schritt die Mobiele Eenheid ein, nachdem sie mit Feuerpfeilen beschossen worden war. Später zog sich die Einheit zurück, woraufhin es ruhiger wurde. Die Lage blieb lange angespannt, ohne dass es zu Verletzten oder Festnahmen kam.
Das diesjährige Verbot des Vreugdevuurs auf dem Floraveld ist der zentrale Konfliktpunkt. Erstmals darf das Feuer zu Silvester nicht entzündet werden. Die Stadt begründete das Verbot mit zu hohen Risiken für Sicherheit und Ordnung sowie mit früheren Zwischenfällen. Diese Entscheidung sorgt seit Monaten für Proteste und emotionale Reaktionen im Viertel. Viele Bewohner fühlen sich in ihrer Tradition missverstanden und übergangen, wie in eine ausführlichem Interview in Het Parool zu lesen ist..
Sicherheitsmaßnahmen der Stadt
Angesichts der angespannten Lage hat die Stadt zusätzliche Maßnahmen ergriffen. Nach Berichten von NH Nieuws wurden bereits Ende November Überwachungskameras installiert und mehrere Bereichsverbote ausgesprochen. Die Feuerwehr kündigte an, während des Jahreswechsels mit zusätzlichen Einsatzfahrzeugen vor Ort zu sein. Die Polizei erklärte, bei ersten Anzeichen von Brandstiftung frühzeitig einzugreifen. Floradorp zählt zu den aktuell 10 ausgewiesenen Sicherheitsrisikogebieten während des Jahreswechsels.
Die Ereignisse der vergangenen Nacht verstärken die Sorgen der Behörden vor weiteren Ausschreitungen. Wie mehrere Medien berichten, beobachten Polizei und Stadt die Lage im Viertel genau. Ob es in den kommenden Tagen zu weiteren Zwischenfällen kommt, ist offen. Klar ist jedoch, dass das Verbot des Vreugdevuurs und die damit verbundene Debatte die Stimmung in Floradorp weiterhin stark prägen.
Andere Medien zum Thema
Vuurpijlen scheren langs ME in Floradorp, waar het al de hele avond onrustig is https://t.co/vsc7ZPOZDL
— AT5 (@AT5) December 27, 2025
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