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Smogalarm über Nordniederlanden

| von Redaktion

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
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DE BILT · Erhöhte Feinstaubbelastung mit Gesundheitsrisiken prägt am Sonntag die Luftqualität in weiten Teilen der Niederlande. Nach Messungen des RIVM wurde in der nördlichen Landeshälfte Smog durch Feinstaub festgestellt. Betroffen ist vor allem das Gebiet nördlich einer gedachten Linie zwischen Amsterdam und Arnhem. Die Luftqualität gilt vielerorts als unzureichend und kann lokal sogar als schlecht eingestuft werden. Ursache ist eine anhaltende Ostströmung, die belastete Luftmassen aus dem europäischen Festland heranführt und sich wegen der ruhigen Wetterlage kaum verteilt. Besonders gefährdet sind Menschen mit bestehenden Atemwegs oder Herz Kreislauf Erkrankungen. Behörden raten zu Vorsicht und körperlicher Schonung. Eine Entspannung der Lage wird erst in der Nacht erwartet, wenn sich die Windrichtung ändert.

Die aktuellen Smogwerte wurden laut dem RIVM am Sonntagvormittag bestätigt. Die Messungen des RIVM zeigen, dass die Feinstaubkonzentrationen in der Luft seit Samstag kontinuierlich angestiegen sind. Zunächst waren die erhöhten Werte in Groningen und Drenthe messbar, inzwischen breiten sie sich weiter nach Süden und Westen aus. Das ruhige Winterwetter mit nur sehr schwachem Wind sorgt dafür, dass sich die Schadstoffe kaum verflüchtigen. In der Folge bleibt die Belastung über Stunden hinweg bestehen. Die Luftqualität wird daher in vielen Regionen als unzureichend eingestuft, stellenweise sogar als schlecht. Nach Einschätzung der Behörden können diese Konzentrationen zu einer messbaren Einschränkung der Lungenfunktion führen. Besonders Menschen mit Asthma, chronischer Bronchitis, Lungenemphysem sowie Personen mit Herz und Gefäßerkrankungen reagieren empfindlich auf solche Bedingungen. Das RIVM empfiehlt diesen Gruppen, körperliche Anstrengung zu vermeiden und bei Bedarf ärztlichen Rat einzuholen. In Einzelfällen kann es notwendig sein, Medikamente in Absprache mit dem behandelnden Arzt anzupassen.

Ursache der aktuellen Smoglage

Die derzeitige Smogsituation ist vor allem auf eine anhaltende Ostströmung zurückzuführen. Diese transportiert zusätzliche Feinstaubpartikel aus dem europäischen Festland in die Niederlande. Gleichzeitig sorgt das stabile Winterhoch für wenig Luftbewegung. Dadurch werden die Schadstoffe kaum verteilt oder abtransportiert und reichern sich in bodennahen Luftschichten an. Diese Kombination gilt als typische Voraussetzung für Wintersmog.

Gesundheitsrisiken durch Feinstaub

Hohe Feinstaubkonzentrationen können nach Angaben des RIVM zu verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden führen. Neben einer verminderten Lungenfunktion können Atemnot, Husten oder ein Druckgefühl in der Brust auftreten. Menschen mit bestehenden Lungenerkrankungen oder Herz und Gefäßproblemen zählen zu den besonders gefährdeten Gruppen. Auch ältere Menschen reagieren häufig sensibler auf eine verschlechterte Luftqualität.

Verhaltensempfehlungen der Behörden

Das RIVM rät insbesondere gesundheitlich vorbelasteten Personen dazu, sich körperlich zu schonen und anstrengende Aktivitäten im Freien zu vermeiden. Wer Medikamente gegen Atemwegs oder Herz Kreislauf Erkrankungen einnimmt, sollte bei zunehmenden Beschwerden Rücksprache mit einem Arzt halten. Für die Allgemeinbevölkerung gilt, dass Vorsicht geboten ist, auch wenn nicht jeder unmittelbar Symptome verspürt.

Wie lange bleibt der Smog bestehen

Nach Einschätzung der Meteorologen wird sich die Lage voraussichtlich erst in der Nacht entspannen. Ab etwa Mitternacht soll der Wind zunächst auf Nordost und später auf Nord drehen. Damit wird die Zufuhr sauberer Luft erwartet, was zu einem allmählichen Rückgang der Feinstaubkonzentrationen führen kann. Das RIVM schließt jedoch nicht aus, dass auch das zentrale und südliche Landesteil im Laufe des Tages noch höhere Belastungen verzeichnet.

Smog in den Niederlanden im langfristigen Vergleich

Wie die NOS berichtet, tritt Smog in den Niederlanden insgesamt vergleichsweise selten auf. Seit Beginn der systematischen Messungen im Jahr 1992 ist die Zahl der Smogtage deutlich zurückgegangen. Dieser Trend wird auf fortlaufende Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zurückgeführt. Wintersmog entsteht dennoch immer wieder bei bestimmten Wetterlagen mit schwachem Wind und Zufuhr belasteter Luft aus östlichen Richtungen.

Aktuelle Luftqualität selbst überprüfen

Die Behörden verweisen darauf, dass die aktuelle Luftqualität jederzeit online eingesehen werden kann. Auf der Plattform Luchtmeetnet.nl werden Messdaten verschiedener staatlicher Stellen zusammengeführt und stündlich aktualisiert. So können Bürgerinnen und Bürger die Situation an ihrem jeweiligen Aufenthaltsort selbst prüfen und ihr Verhalten entsprechend anpassen.

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