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Rückruf wegen gefährlicher E.-coli-Bakterien

| von Redaktion

© NVWA
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DEN HAAG · Warnung der Lebensmittelaufsicht wegen verseuchter Wurstprodukte: Mehrere niederländische Supermarktketten rufen derzeit Bauernmettwurst („boerenmetworst“) zurück, die mit gefährlichen E.-coli-Bakterien verunreinigt sein kann. Betroffen sind Produkte, die bei Boon’s, Hoogvliet, Plus, Poiesz und Spar verkauft wurden. Nach Angaben der niederländischen Behörde für Lebensmittel- und Produktsicherheit (NVWA) kann die sogenannte shiga-toxinbildende E.-coli (STEC) schwere Erkrankungen hervorrufen, insbesondere bei Kindern, Schwangeren, Älteren und immungeschwächten Personen. Die Produkte wurden aus dem Verkauf genommen. Kunden, die entsprechende Packungen gekauft haben, sollen diese auf keinen Fall verzehren.

Die NVWA teilte mit, dass die betroffenen Bauernmettwürste unter verschiedenen Handelsmarken und mit unterschiedlichen Haltbarkeitsdaten verkauft wurden. Die Stämme des Bakteriums können ernsthafte Komplikationen verursachen, darunter blutige Durchfälle und in seltenen Fällen Nierenschäden. Laut der Behörde sollten Verbraucher die Produkte entsorgen oder an die Verkaufsstellen zurückbringen. Auch NU.nl berichtete über die Warnung der NVWA und bezeichnete die E.-coli als „Poepbacterie“ (Stuhlbakterie), da sie ursprünglich aus dem Verdauungstrakt stammt. Die Kontamination kann insbesondere bei unzureichend erhitzten Fleischwaren gefährlich sein, weil die Bakterien hohe Temperaturen benötigen, um vollständig abgetötet zu werden.

Die niederländische Lebensmittelaufsicht NVWA hat am 12. November eine Berichtigung zu ihrer Warnmeldung herausgegeben. Geändert wurden lediglich fehlerhafte Links zu den Webseiten der Supermärkte. Die Warnung selbst bleibt unverändert bestehen.

Welche Produkte sind betroffen

Laut NVWA sind gleich mehrere Handelsketten betroffen:

  • Bei Boon’s betrifft der Rückruf unter anderem „Boon boerenmetworst 125 g“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 28-11-2025 sowie „Slagerskwaliteit boerenmetworst 150 g“ (THT 9-12-2025 und 16-12-2025).
  • Hoogvliet verkauft dieselben Sorten unter eigenem Etikett, darunter „Hoogvliet boerenmetworst“ (THT 4-12-2025) und ebenfalls „Slagerskwaliteit boerenmetworst 150 g“ (THT 9-12-, 15-12- und 16-12-2025).
  • Auch Plus warnt vor „Boerenmetworst 125 g“ mit Haltbarkeitsdaten zwischen dem 28-11- und 1-12-2025.
  • Bei Poiesz sind Packungen der „Slagerskwaliteit boerenmetworst 200 g“ (THT 30-11- und 5-12-2025) betroffen.
  • Spar ruft zwei Produkte zurück: „Spar boerenmetworst 125 g“ (THT 28-11- bis 5-12-2025) und „Slagerskwaliteit boerenmetworst 150 g“ (THT 15-12- und 16-12-2025).


Die NVWA empfiehlt allen Kundinnen und Kunden, die Chargennummern und Haltbarkeitsdaten auf der jeweiligen Website der Supermärkte zu prüfen, bevor sie die Ware entsorgen oder zurückbringen.

Gefährliche Variante der E.-coli-Bakterien

Nach Angaben des niederländischen Gesundheitsinstituts RIVM handelt es sich bei der nachgewiesenen Variante um eine sogenannte shiga-toxinbildende E.-coli (STEC), die auch als enterohemorrhagische E.-coli (EHEC) bezeichnet wird. Diese produziert ein Gift, das die Zellen der Darmwand zerstören und zu inneren Blutungen führen kann. Typische Symptome einer Infektion sind starke Bauchkrämpfe, Übelkeit und zunächst wässriger, später blutiger Durchfall. In schweren Fällen kann das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) entstehen, bei dem die Nieren versagen und eine Dialyse notwendig werden kann. Besonders gefährdet sind Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen über sechzig. Laut RIVM verläuft die Krankheit in seltenen Fällen tödlich.

Wie eine Infektion entsteht

Die Bakterien können über kontaminierte Lebensmittel in den menschlichen Körper gelangen. Fleischprodukte werden häufig während des Schlachtprozesses infiziert, wenn Darminhalt in Kontakt mit dem Fleisch kommt. Wird das Produkt anschließend nicht ausreichend erhitzt, können die Bakterien überleben und eine Infektion auslösen. Die Erreger kommen auch in tierischer Gülle vor und können über Wasser oder landwirtschaftliche Flächen auf andere Lebensmittel übertragen werden. Nach Angaben des RIVM überlebt STEC mehrere Wochen im Boden und sogar Monate in kaltem Wasser. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich, insbesondere über Schmierinfektionen bei unzureichender Handhygiene nach dem Toilettengang.

Schutzmaßnahmen und Empfehlungen

Die NVWA rät dringend, keine der betroffenen Würste/Aufschnitte zu essen. Verbraucher sollten beim Umgang mit Lebensmitteln stets auf gründliches Händewaschen achten und Fleischprodukte nur durchgegart verzehren. Laut RIVM können gute Küchenhygiene, getrennte Lagerung von rohem und gekochtem Fleisch sowie eine ausreichende Kühlung helfen, eine Vermehrung der Bakterien zu vermeiden. Auch der Kontakt mit Tiermist oder nicht pasteurisierter Milch sollte gemieden werden. Wer nach dem Verzehr von Bauernmettwurst über starke Magenkrämpfe oder blutigen Durchfall klagt, sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Das RIVM weist darauf hin, dass die meisten Infektionen in den Niederlanden sporadisch auftreten, aber eine klare Häufung zwischen Juli und September erkennbar ist, was mit der Grill- und Picknicksaison zusammenhängt. Größere Ausbrüche sind in den Niederlanden selten, doch im Ausland wurden seit den 1990er-Jahren wiederholt Epidemien mit der Variante O157:H7 beobachtet. Durch die rasche Reaktion der NVWA und die Rückrufe der Supermärkte soll eine Ausbreitung in diesem Fall verhindert werden. Verbraucher können sich auf den Webseiten der jeweiligen Ketten sowie auf der Seite der NVWA über den aktuellen Stand informieren.

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