Rotes Kreuz warnt vor Urlaubsrisiken
| von Redaktion
DEN HAAG · Sommerurlaub mit Risiken: Das niederländische Rote Kreuz gibt vor Beginn der Hauptreisezeit klare Warnungen heraus. Die Hilfsorganisation appelliert an alle Urlauber, die nach Südeuropa reisen, sich sorgfältig auf mögliche Notfälle vorzubereiten. Grund sind die zunehmenden extremen Wetterlagen, die durch den Klimawandel verstärkt werden. Besonders in Ländern wie Frankreich, Italien, Griechenland und Spanien drohen derzeit Hitze, Brände, Überflutungen und Unwetter. Das Rote Kreuz rät dringend, Notfallpläne zu erstellen, Apps zu installieren und Fluchtrouten zu kennen. Auch in den Niederlanden selbst hat die Ferienzeit begonnen, weshalb mit einer erhöhten Zahl von Reisenden gerechnet wird.
Das niederländische Rote Kreuz hat eine deutliche Warnung für Urlauber ausgesprochen, die in den kommenden Wochen nach Südeuropa reisen. Die Organisation warnt vor den Folgen des Klimawandels, der extreme Wetterereignisse in Europa immer häufiger auftreten lässt. Besonders betroffen sind Länder wie Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und die Türkei. Dort kommt es aktuell zu Hitzewellen, schweren Gewittern, Überschwemmungen und Waldbränden.
Bereits in der vergangenen Woche wurden tausende Menschen in Südfrankreich, Spanien und Italien evakuiert. Rund um Marseille kam es zu massiven Waldbränden, die auch den Flug- und Zugverkehr lahmlegten. In der Region Narbonne war die Autobahn A9 zeitweise gesperrt, meldete NOS. Im italienischen Castiglione della Pescaia in der Toskana mussten rund 600 Campinggäste eine Nacht in einer Sporthalle verbringen, nachdem ein Großbrand ihr Urlaubsgebiet bedrohte, schreibt RTL Nieuws.
Angesichts dieser Situation ruft das Rote Kreuz zu besonderer Vorsicht auf. Urlauber sollen die Wetterlage und regionale Nachrichten intensiv verfolgen und die Notrufnummern sowie Kontaktadressen der Unterkunft, der Botschaft und der Versicherung abspeichern. Zudem empfiehlt die Organisation, die eigene Erste-Hilfe-App zu installieren, um im Notfall auch offline Hilfe leisten zu können.
Bereits bei der Ankunft im Hotel, auf dem Campingplatz oder im Ferienhaus sollten Reisende Fluchtwege und Notausgänge erkunden. Eine vorbereitete Tasche mit den wichtigsten Dokumenten, Medikamenten, einer Powerbank, Wasser, Snacks und festem Schuhwerk sollte jederzeit griffbereit sein.
Die Hilfsorganisation rät außerdem dazu, stets ausreichend Benzin im Fahrzeug zu haben, um im Ernstfall rasch flüchten zu können. Bei Hitze sollten Aktivitäten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden, um Überlastung zu vermeiden. Warnungen der lokalen Behörden sind unbedingt zu befolgen. Das Rote Kreuz betont ausdrücklich, dass auch im Urlaub keine Risiken eingegangen werden sollten, nur weil es sich um die Ferienzeit handelt. Besonders gefährdete Personen, wie Senioren oder Familien mit kleinen Kindern, sollten besonders geschützt werden.
Extremlagen nehmen zu
Das niederländische Rote Kreuz stellt fest, dass durch den Klimawandel extreme Wetterereignisse deutlich häufiger auftreten. Die aktuellen Brände, Überschwemmungen und Unwetter in Südeuropa zeigen, wie schnell Urlauber in Gefahr geraten können. Besonders kritisch ist, dass diese Lagen oft plötzlich auftreten und die Infrastruktur, etwa Straßen oder Kommunikationsnetze, beeinträchtigen.
Sieben zentrale Vorsorgemaßnahmen
Das Rote Kreuz empfiehlt sieben wichtige Vorsichtsmaßnahmen. Zuerst sollte der Urlauber die Wetterlage und regionale Nachrichten regelmäßig prüfen. Die Notrufnummern von Polizei, Rettungsdienst, Unterkunft und Versicherer sollten in Papierform und digital gespeichert sein. Eine kostenlose Erste-Hilfe-App bietet auch ohne Internetzugang wertvolle Anleitungen.
Zweitens sollten Reisende bei Ankunft die Notausgänge ihrer Unterkunft prüfen. Drittens wird geraten, eine gepackte Fluchttasche bereitzuhalten. Viertens soll das Fahrzeug stets ausreichend Kraftstoff im Tank haben. Fünftens empfiehlt die Organisation, Aktivitäten bei großer Hitze auf die kühleren Tageszeiten zu verlegen. Sechstens gilt, Warnungen von Behörden strikt zu befolgen. Siebtens wird geraten, besonders auf gefährdete Personen in der Umgebung zu achten.
Beispiele aktueller Evakuierungen
Die Warnung erfolgt nicht ohne Grund. In Südfrankreich durften kürzlich Menschen wegen Bränden ihre Wohnungen nicht verlassen oder mussten sich in Sicherheit bringen. In Italien kam es zur Evakuierung Hunderter Touristen. Auch Spanien, Griechenland und die Türkei kämpfen derzeit mit ähnlichen Lagen, schreiben NU.nl und De Telegraaf.
Gut vorbereitet reisen
Neben den sieben Sofortmaßnahmen empfiehlt das Rote Kreuz zusätzliche Schritte, um sicher in den Urlaub zu starten. So sollten Urlauber sich vor der Abreise über offizielle Reisehinweise informieren. Auch eine persönliche Checkliste für notwendige Gegenstände wie Medikamente, Hygieneartikel oder Dokumentenkopien wird dringend angeraten. Für den Ernstfall sollte eine gut ausgestattete Erste-Hilfe-Tasche bereitliegen.
Verhalten bei konkreten Notfällen
Der vom Roten Kreuz veröffentlichte Notfallratgeber enthält Hinweise zum Verhalten bei konkreten Katastrophen. Bei Bränden etwa sollen Reisende Kleidung aus Baumwolle oder Wolle tragen, Fenster und Türen geschlossen halten und die Fluchtrouten kennen. Im Fall einer Überflutung wird geraten, nicht durch Wasser zu fahren oder zu waten. Bei Erdbeben sollen schützende Plätze aufgesucht werden. Für Hitzewellen, Stürme oder Tsunamis gibt es ebenfalls spezifische Verhaltensregeln.
Verantwortung für andere übernehmen
Das Rote Kreuz appelliert an Urlauber, auch auf andere Menschen zu achten. Besonders ältere Menschen, Kinder oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen benötigen oft Unterstützung. Wer gut vorbereitet ist, kann nicht nur sich selbst, sondern auch anderen helfen und so die Arbeit der Rettungskräfte entlasten.
Verkehrschaos an Ferienwochenenden
Die Warnungen kommen pünktlich zum Start der Sommerferien. In den südlichen Niederlanden laufen die Ferien bereits, der Norden folgt. Auf den Autobahnen in Frankreich, Deutschland, Österreich und Spanien wird mit Staus gerechnet. Besonders am 2. August, dem sogenannten „Schwarzen Samstag“, erwartet die ANWB massive Verkehrsprobleme.
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