Radboud-Uni warnt nach Angriff in Nijmegen
| von Redaktion
NIJMEGEN · Beinahe-Entführung überschattet Studenten-Introwoche: In Nijmegen sorgt ein Vorfall für Aufsehen, der während der laufenden Einführungswoche der Radboud-Universität geschah. Eine Studentin wurde am Dienstagabend in der Nähe des Goffertparks fast von ihrem Fahrrad in ein Auto gezogen. Sie konnte entkommen, blieb aber tief verunsichert. Die Universität reagierte mit dringenden Appellen: Studierende sollen nicht mehr allein nach Hause fahren. Das Opfer wird intensiv betreut, auch eine Vertrauensperson wurde eingeschaltet. Offiziell sei bei der Polizei jedoch keine Meldung eingegangen. Angesichts der Häufung von Gewalttaten gegen Frauen in den Niederlanden wächst die Besorgnis in der Studentengemeinschaft spürbar.
Die Radboud-Universität appellierte unmittelbar nach dem Vorfall an alle Teilnehmer der Einführungswoche, nicht mehr alleine nach Hause zu gehen. In einer WhatsApp-Nachricht, die an sämtliche Einführungskommissionen versendet wurde, forderte die Organisation dazu auf, besondere Vorsicht walten zu lassen. Wie VOX berichtet, sei das Opfer eine Teilnehmerin der Fakultät für Geisteswissenschaften gewesen. Sie war nach einer Abendveranstaltung alleine unterwegs, als ein Unbekannter versuchte, sie in ein Auto zu ziehen. Laut NOS war die Studentin zwar in der Lage, sich der Situation zu entziehen, jedoch hinterließ der Vorfall einen tiefen Schock. Die Universität stellte sicher, dass Kontakt zur Betroffenen aufgenommen wurde, sie psychologische Unterstützung erhält und bei einer möglichen Anzeige begleitet wird. Omroep Gelderland zitiert die Hochschule mit der Aussage, dass allen Studierenden während der Einführungswoche Sicherheit zugesichert werden soll, weshalb man klare Anweisungen an die Mentorengruppen weitergegeben habe.
Universitätsleitung und Organisation reagieren
Die Einführungsorganisation entschied sich nach Angaben von VOX für eine sofortige Information aller Kommissionen, um Panik zu vermeiden, aber dennoch die Ernsthaftigkeit zu betonen. Mentoren seien angewiesen worden, sich um die sichere Heimkehr ihrer Gruppen zu kümmern. Dennoch berichteten einzelne Studierende, dass die Nachricht nicht in allen Fakultäten rechtzeitig ankam.
Studenten zeigen Solidarität
Unter den Studierenden herrscht seit dem Vorfall eine Atmosphäre der Verunsicherung, wie Omroep Gelderland meldet. Viele organisieren sich selbst: Sie teilen Live-Standorte über Messenger oder nutzen die sogenannte „Tandenborstel-Selfie“-Regel, bei der ein Foto mit Zahnbürste als Beweis für die sichere Heimkehr verschickt wird. Mentoren übernehmen teils auch die Verantwortung, Studierende persönlich nach Hause zu bringen.
Opferbetreuung und Kritik an „Victimblaming“
Während die Universität das Opfer intensiv betreut, kommt auch Kritik an den Handlungsempfehlungen auf. NOS verweist auf Diskussionen über die gesellschaftliche Dimension solcher Vorfälle. Polizeichef Gert Veurink sprach bereits zuvor davon, dass strukturelle Probleme in den Geschlechterverhältnissen eine Rolle spielen. Die Aufforderung, Frauen sollten nicht alleine radeln, löse zunehmend Debatten über Victimblaming aus.
Femizid und Gewalt im Hintergrund
Die Ereignisse in Nijmegen fallen in eine Zeit, in der Gewalt gegen Frauen in den Niederlanden verstärkt in den Schlagzeilen steht. Omroep Gelderland erinnert an die jüngst ermordete 17-jährige Lisa aus Abcoude. Auch Proteste wie die von den Dolle Mina’s organisierte Demonstration in Rotterdam verdeutlichen den wachsenden öffentlichen Druck, Femizid und Gewalt konsequent zu bekämpfen.
Polizei ohne Meldung, dennoch klarer Appell
Obwohl die Polizei in Nijmegen laut Omroep Gelderland und NOS bislang keine formelle Anzeige erhalten hat, ruft sie eindringlich dazu auf, bei verdächtigen Situationen sofort die Notrufnummer 112 zu wählen. Nur so könne im Ernstfall schnelle Hilfe gewährleistet werden.
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