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Protest stört Gedenkfeier in Nijmegen

| von Redaktion

Bürgermeiste Hubert Bruls bei der Kranzniederlegung | Foto: HOLLAND.guide
Bürgermeiste Hubert Bruls bei der Kranzniederlegung | Foto: HOLLAND.guide

NIJMEGEN · Gedenkfeier durch Proteste unterbrochen: Am 22. Februar 2026 ist die jährliche Gedenkfeier des Bombardements von 1944 am Monument De Schommel in Nijmegen durch Aktivisten gestört worden. Während der Rede des amerikanischen Botschafters Joe Popolo riefen Demonstranten Parolen und entrollten Fahnen. Neun Personen wurden nach Angaben der Polizei festgenommen und mit einer Geldstrafe belegt. Die Veranstaltung erinnert an das Bombardement vom 22. Februar 1944, bei dem fast 800 Menschen ums Leben kamen und große Teile der Innenstadt zerstört wurden.

Die Gedenkfeier begann um 13.00 Uhr am Monument De Schommel in der Marikenstraat im Zentrum der Stadt. Das Denkmal steht an der Stelle einer ehemaligen Kleinkinderschule, die 1944 von Bomben getroffen wurde. 24 Kinder und acht Ordensschwestern kamen dort ums Leben. Neben Bürgermeister Hubert Bruls sprach auch der amerikanische Botschafter Joe Popolo. Als Popolo das Wort ergriff, begannen mehrere Demonstranten Parolen zu rufen und sich mit Bannern und Fahnen vor dem Rednerpult zu positionieren. Die Rufe richteten sich vor allem gegen das außenpolitische Handeln der Vereinigten Staaten. Eine Person schwenkte eine irakische Flagge. Es handelte es sich bei den Protestierenden um Aktivisten von XR Justice Now, einer Untergruppe von Extinction Rebellion. Die Polizei führte zunächst einzelne Demonstranten ab, woraufhin sich weitere Personen dem Protest anschlossen. Auch Teile des Publikums mischten sich in die Situation ein und riefen, dass dies nicht der richtige Ort für politische Stellungnahmen sei. Schließlich wurden neun Personen wegen Störung der öffentlichen Ordnung festgenommen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, erhielten sie eine Geldstrafe und wurden anschließend wieder entlassen.

Hintergrund des Bombardements von 1944

Am 22. Februar 1944 wurde Nijmegen von amerikanischen Flugzeugen bombardiert. Dabei war die Stadt nicht das eigentliche Ziel der Alliierten. Ursprünglich sollte die deutsche Stadt Gotha angegriffen werden. Wegen schlechter Wetterbedingungen wurde das Ziel geändert, doch auch ein Angriff auf Eschwege erwies sich als nicht durchführbar. Da es als zu gefährlich galt, mit ungenutzten Bomben nach England zurückzukehren, entschieden sich die Piloten für sogenannte Gelegenheitsziele. Bomben trafen unter anderem Enschede, Arnhem und Deventer, doch Nijmegen wurde besonders schwer getroffen. Es handelte sich um das schwerste Bombardement in den Niederlanden während des Zweiten Weltkriegs. Fast 800 Menschen starben, darunter viele Kinder. Das Bahnhofsgebiet war als Ziel markiert worden, da es von deutschen Truppen für Waffentransporte genutzt wurde.

Ablauf der Proteste am Monument De Schommel

Der Protest begann zu Beginn der Rede des US Botschafters. Demonstranten riefen antiamerikanische und pro palästinensische Parolen. Nach dem Abführen der ersten Personen schlossen sich weitere Aktivisten an. Neben der Polizei kamen auch Marechaussee und das Ordnungsamt zum Einsatz, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Teile des Publikums reagierten mit Unmutsbekundungen und forderten die Demonstranten auf zu gehen. Nachdem die letzten Aktivisten von der Polizei weggeführt worden waren, setzte Botschafter Popolo seine Rede fort und sprach über die beim Bombardement getöteten Kinder sowie sein Beileid im Namen der Vereinigten Staaten.

Verantwortung und Begründung der Aktion

Omroep Gelderland berichtet, dass XR Justice Now die Aktion organisiert hat. Extinction Rebellion teilte nach Angaben von NOS mit, man habe auf die aktuelle Rolle der Vereinigten Staaten beim Töten unschuldiger Menschen weltweit aufmerksam machen wollen. Auch AD berichtet, dass XR in einer E Mail erklärte, man wolle die Rolle der USA in aktuellen Konflikten thematisieren.

Reaktionen aus Politik und Öffentlichkeit

Bürgermeister Hubert Bruls verurteilte die Aktion deutlich. Er erklärte, man stelle das eigene politische Anliegen über das Gedenken an die Opfer. Bruls betonte, dies sei nicht die richtige Zeit und nicht der richtige Ort für politische Statements. Jeder habe das Recht auf Meinungsäußerung, doch diese Form sei nicht respektvoll. Die Mehrheit der Anwesenden setzte sich verbal von den Protestierenden ab. Trotz der Störung wurde die Herdenking fortgesetzt. Bruls erklärte, man halte an der Tradition des gemeinsamen Gedenkens fest und lasse sich davon nicht abbringen.

Die niederländische Polizei greift bei dem Protest ein.

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