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Olympia 2030 kommt nach Thialf

| von Redaktion

Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide
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HEERENVEEN · Ein historischer Moment für den niederländischen Sport: Die Olympischen Winterspiele 2030 werden erstmals teilweise in den Niederlanden ausgetragen. Das französische Organisationskomitee der Winterspiele French Alps 2030 hat das Eisstadion Thialf in Heerenveen offiziell als Austragungsort für das olympische Eisschnelllaufen bestimmt. Frankreich verfügt selbst über keine geeignete 400 Meter Eisbahn und entschied sich deshalb für eine Austragung im Ausland. Die Entscheidung folgt dem nachhaltigen Kurs des Internationalen Olympischen Komitees, bestehende Sportstätten stärker zu nutzen. Mit der endgültigen Bestätigung beginnt nun die konkrete Planung für die Wettkämpfe, die Unterbringung der Athleten, den Transport sowie die organisatorische Umsetzung. Gleichzeitig wird Heerenveen damit Gastgeber eines olympischen Wettkampfteils und erhält erstmals ein Olympisches Dorf.

Nach der Zustimmung des Internationalen Olympischen Komitees in der vergangenen Woche fehlte lediglich noch die endgültige Entscheidung des französischen Organisationskomitees. Diese fiel am Montag auf einer Versammlung der Organisatoren zugunsten von Thialf aus. Damit finden im Jahr 2030 erstmals olympische Wettbewerbe der Winterspiele auf niederländischem Boden statt. Insgesamt ist es das erste Mal, dass ein Teil der Olympischen Winterspiele in den Niederlanden ausgetragen wird. Gleichzeitig kehren olympische Wettkämpfe nach 102 Jahren wieder in das Land zurück. Zuletzt war Amsterdam 1928 Austragungsort der Olympischen Sommerspiele.

Heerenveen bleibt dabei der einzige Wettkampfort außerhalb Frankreichs. Frankreich hatte nach einer Lösung gesucht, weil keine eigene 400 Meter Eisbahn für olympische Wettbewerbe zur Verfügung steht. Zunächst galt auch Turin als möglicher Austragungsort, später konzentrierten sich die Verhandlungen ausschließlich auf die niederländische Bewerbung. Grundlage dafür war eine rund zweijährige Zusammenarbeit zwischen dem niederländischen Gesundheits-, Wohlfahrts- und Sportministerium, der Gemeinde Heerenveen, der Provinz Fryslân, dem Eisschnelllaufverband KNSB, NOC*NSF und Thialf. Gemeinsam wurden technische, wirtschaftliche und sportliche Voraussetzungen sowie die erforderlichen Garantien ausgearbeitet.

Nachhaltigkeit als entscheidender Faktor

Die Entscheidung für Thialf entspricht der langfristigen Strategie des Internationalen Olympischen Komitees, bestehende Sportstätten stärker zu nutzen und kostspielige Neubauten möglichst zu vermeiden. Frankreich verzichtete deshalb auf den Bau einer neuen olympischen Eisschnelllaufhalle. Stattdessen fiel die Wahl auf eine bereits international etablierte Wettkampfstätte. Nach der offiziellen Vergabe soll nun eine gemeinsame Organisationsstruktur geschaffen werden, welche die Vorbereitungen innerhalb des sogenannten Speed Skating Host Contract konkret ausarbeitet. Dieser Vertragsrahmen wurde eigens für diese besondere Konstellation entwickelt und galt für alle Beteiligten als Premiere.

Olympisches Dorf und umfangreiche Vorbereitungen

Mit den Wettkämpfen entstehen auch zahlreiche organisatorische Aufgaben. In Heerenveen wird für die Athletinnen und Athleten ein Olympisches Dorf eingerichtet. Wo dieses entstehen soll, steht derzeit noch nicht fest. Ebenso müssen Fragen rund um den Transport von Sportlern, Fans und Offiziellen, Sicherheitsmaßnahmen, die Gewinnung von Freiwilligen sowie technische Anpassungen in Thialf für die Anforderungen des IOC und internationale Fernsehübertragungen umgesetzt werden. Ziel ist es, den olympischen Wettkampf als Teil der französischen Winterspiele auszurichten und gleichzeitig den besonderen Charakter des Eisschnelllaufs in den Niederlanden einzubinden.

Staat investiert 37,5 Millionen Euro

Die niederländische Beteiligung an der Austragung des olympischen Eisschnelllaufens wird mit insgesamt 37,5 Millionen Euro finanziert. Den größten Anteil übernimmt das Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport mit einem einmaligen Beitrag von maximal 30 Millionen Euro. Die Provinz Fryslân beteiligt sich mit fünf Millionen Euro, die Gemeinde Heerenveen mit weiteren 2,5 Millionen Euro. Finanziert werden unter anderem das Olympische Dorf, Sicherheitsmaßnahmen, Transport, Einrichtungen für Zuschauer und Medien sowie die Nutzung der Wettkampfstätte. Über Einnahmen und wirtschaftliche Aspekte sollen gesonderte Vereinbarungen in einem kommerziellen Konzept getroffen werden. Welche materiellen oder immateriellen Auswirkungen die Austragung langfristig haben wird, lässt sich nach Angaben des Ministeriums derzeit noch nicht beziffern.

Große Bedeutung für den niederländischen Eisschnelllauf

Die beteiligten Organisationen bewerten die Vergabe als außergewöhnliche Anerkennung für den niederländischen Eisschnelllauf. Vertreter von Thialf, KNSB, NOC*NSF, der Provinz Fryslân und der Gemeinde Heerenveen sehen darin eine Bestätigung der langjährigen internationalen Bedeutung des Stadions und der Erfahrung bei der Organisation großer Wettkämpfe. Gleichzeitig gilt die Austragung als einmalige Gelegenheit, olympische Wettbewerbe in einer Sportart auszurichten, die in den Niederlanden seit Jahrzehnten eine herausragende Rolle spielt.

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