Odido zahlt kein neues Passdokument
| von Redaktion
NIEDERLANDE · Nach dem Cyberangriff auf den Telekomanbieter Odido wächst die Unruhe unter betroffenen Kunden. Im Mittelpunkt steht die Sorge vor Identitätsbetrug, weil neben üblichen Kontaktdaten auch Bankverbindungen und teils Ausweisnummern betroffen sein können. Laut Odido sind jedoch keine Kopien oder Scans von Ausweisen entwendet worden. Trotzdem verlangen Kunden per E Mail, dass Odido die Kosten für ein neues Pass oder Führerscheindokument übernimmt. Der Anbieter weist darauf hin, dass ein Datenleck nicht automatisch zu einer Entschädigung führt und betont, dass die laufenden Dienste wie Telefonie, Internet und TV nicht beeinträchtigt seien, meldet AD.
Viele Betroffene reagieren auf das Datenleck mit konkreten Forderungen an Odido. Wie das AD berichtet, schreiben Kunden an den Anbieter, sie wollten beim Rathaus neue Ausweisdokumente beantragen und die Gebühren an Odido weiterreichen. Hintergrund ist die Angst, das eigene Dokument sei durch die bekannt gewordenen Datensätze praktisch entwertet. Odido warnt laut AD davor, daraus einen automatischen Anspruch auf Kostenerstattung abzuleiten. Auf der Odido Informationsseite zum Sicherheitsvorfall heißt es, ein Datenleck begründe nicht automatisch ein Recht auf Kompensation, zudem seien keine Ausweisscans Teil des Lecks. Odido verweist Betroffene auf die eigene Informationsseite und erklärt, dass je nach Kunde unterschiedliche Datentypen betroffen sein können, darunter Name, Adresse, Kundennummer, Geburtsdatum, E Mail Adresse, IBAN sowie in manchen Fällen Ausweisnummern und deren Gültigkeit. Passwörter, Verbindungsdaten, Standortdaten und Rechnungsdaten seien dagegen nicht betroffen, wie Odido darstellt. Kunden sollen besonders aufmerksam gegenüber Phishing, ungewöhnlichen Anrufen sowie verdächtigen Links und Rechnungen sein, wie Odido empfiehlt.
Was genau betroffen sein kann und was nicht
Welche Daten entwendet wurden, kann laut Odido je Kunde variieren. Odido nennt als mögliche betroffene Informationen insbesondere Identitätsdaten wie Pass oder Führerscheinnummern samt Gültigkeit, außerdem Kontaktdaten und IBAN. Nicht betroffen seien unter anderem die Passwörter für Mein Odido, ebenso keine Verbindungsdaten, keine Standortdaten, keine Rechnungsdaten und keine Scans von Ausweisen, wie Odido auf der Informationsseite und in den FAQ ausführt. Betroffene Kunden würden direkt informiert, per E Mail von info@mail.odido.nl oder per SMS, und das Unternehmen habe den Vorfall der niederländischen Datenschutzbehörde Autoriteit Persoonsgegevens gemeldet, wie Odido schreibt.
Zusätzliche Verwirrung entstand laut Odido durch ein Feld im System mit dem Namen password_c. Odido erklärt, es handele sich dabei nicht um ein Login Passwort, sondern um ein Codewort für telefonische Kontrollen, das keinen Zugang zu Accounts ermögliche. Nach Bekanntwerden habe Odido diese Form der telefonischen Verifikation gestoppt, wie Odido in den FAQ erläutert. Wer keine Nachricht von Odido erhalten habe, könne davon ausgehen, nicht betroffen zu sein, und solle zur Sicherheit den Spamordner prüfen, so Odido.
Forderungen nach Entschädigung und die Hürden dafür
Dass Betroffene Kosten für neue Ausweisdokumente ersetzt bekommen möchten, führt nach Darstellung des AD zu einer Welle an Beschwerden und Forderungen. Odido hält dem entgegen, dass ein Datenleck nicht automatisch eine Entschädigung auslöst, und verweist auf die Notwendigkeit, Schaden konkret zu belegen und einen direkten Zusammenhang zum Vorfall plausibel zu machen, wie das AD ausführt. Odido betont außerdem, dass nur Nummern und Gültigkeiten von Ausweisdokumenten betroffen sein können, nicht jedoch Kopien, und dass sich mit diesen Informationen allein kein neues Ausweisdokument beantragen lasse, wie das AD unter Bezug auf Odido erklärt.
RTL Nieuws ordnet das ebenfalls als sensibles Leck ein und beschreibt, dass je nach Kunde auch Ausweisnummern und IBAN betroffen sein können, was Betrugsversuche gezielter machen könne. Der wichtigste praktische Rat bleibe erhöhte Wachsamkeit, etwa bei Anrufen, SMS, Messenger Nachrichten und E Mails, wie RTL Nieuws schreibt. Auch Odido rät zu besonderer Vorsicht, etwa Links kritisch zu prüfen, Absender genau zu kontrollieren und Rechnungen nur nach Prüfung zu bezahlen, wie Odido darlegt.
Warum auch frühere Kunden E Mails bekommen
Ein weiterer Streitpunkt betrifft frühere Kunden. Wie das AD berichtet, erhielten auch Personen Warnmails, die seit längerer Zeit keine Kunden mehr seien. Odido erklärt das mit Aufbewahrungsfristen: Kontaktdaten würden bis zu zwei Jahre nach Vertragsende gespeichert, unter anderem falls jemand innerhalb dieser Frist zurückkehren wolle, wie Odido in den FAQ erklärt und wie das AD berichtet. Für Fälle mit Gerätekredit bei Odido Finance gelte laut Odido eine längere Pflicht, das Ausweisnummernfeld bis zu fünf Jahre nach Ende des Kredits aufzubewahren, weil eine gesetzliche Identitätsprüfung erforderlich sei, wie Odido darstellt und wie das AD berichtet.
Warum die Daten für Betrüger attraktiv sind
Nach Angaben der NOS handelt es sich um einen der größten Datenabflüsse dieser Art in den Niederlanden, mit einem Datensatz von 6,2 Millionen Accounts. Die Kombination aus Standarddaten und IBAN sowie teils Ausweisnummern sei besonders wertvoll für Betrüger, weil sich damit glaubwürdige Täuschungen aufbauen lassen, wie die NOS unter Berufung auf Fachleute berichtet. Im Mittelpunkt stehen laut NOS vor allem täuschend echte Nachrichten, die persönliche Daten enthalten und auf gefälschte Webseiten führen können, sowie Versuche, sich am Telefon als Betroffene auszugeben. Odido selbst betont, dass die Dienste weiter nutzbar seien, die unautorisierte Zugriffsphase beendet wurde, externe Cybersecurity Experten eingebunden seien und die Kundeninformation Schritt für Schritt erfolge, wie Odido beschreibt. Gleichzeitig bleibt die zentrale Konsequenz für Betroffene vorerst Wachsamkeit, und die Frage nach Kostenerstattung hängt laut AD und Odido an der nachweisbaren konkreten Schadenslage.
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