Niederländischer Frachter nach Angriff in Flammen
| von Redaktion
ROTTERDAM · Niederländisches Frachtschiff schwer beschädigt: In der strategisch wichtigen Schifffahrtsroute vor der Küste Jemens ist am Montag ein niederländischer Frachter angegriffen und schwer beschädigt worden. Nach Angaben der Reederei Spliethoff wurde die unter niederländischer Flagge fahrende Minervagracht durch ein unbekanntes Explosivgeschoss getroffen. An Bord brach daraufhin ein Brand aus, bei dem zwei Besatzungsmitglieder verletzt wurden. Insgesamt befanden sich 19 Personen an Bord, die derzeit per Helikopter von anderen Schiffen aufgenommen werden. Die Verletzten erhalten medizinische Erstversorgung, über den Schweregrad ist bislang nichts bekannt. Niederländische Staatsangehörige waren nicht unter der Besatzung. Der Angriff ereignete sich rund 200 Kilometer südöstlich der Hafenstadt Aden. Die Hintergründe sind noch unklar, Beobachter verweisen jedoch auf ähnliche Angriffe durch die Houthi-Rebellen.
Der Angriff auf die Minervagracht stellt eine deutliche Eskalation der Lage in der Golfregion dar. Nach Angaben von Schuttevaer wurde das 142 Meter lange Schiff durch ein unbekanntes Projektil getroffen, wodurch erhebliche Schäden entstanden. Bereits in der vergangenen Woche war die Minervagracht Ziel eines Vorfalls, als ein Sprengkörper in unmittelbarer Nähe detonierte, ohne dass das Schiff direkt getroffen wurde. Die nun bestätigte Attacke führte zu einem Großbrand an Bord, der die Sicherheit der gesamten Crew bedrohte. Die Reederei Spliethoff teilte mit, dass sämtliche Angehörige der Besatzung informiert würden und alle relevanten Behörden eingeschaltet seien. Laut Schuttevaer meldeten die britischen Sicherheitsorganisationen UKMTO und Ambrey frühzeitig, dass es sich erneut um die Minervagracht handeln könnte. Während einige Quellen auf eine ballistische Rakete hinweisen, sprechen andere von mindestens einer Anti-Schiffs-Rakete. Bestätigt ist bislang nur, dass es sich um einen Angriff handelte, der die Evakuierung der gesamten Crew nötig machte.
Wiederholter Zwischenfall im selben Seegebiet
Der jüngste Angriff ist kein Einzelfall. Bereits am 23. September war die Minervagracht bei einer Fahrt nach Djibouti in den Fokus geraten. Damals schlug ein Geschoss nur wenige Kilometer entfernt im Meer ein. Spliethoff wertete dies zunächst als zufälligen Vorfall, doch die schnelle Wiederholung wirft Fragen auf. Das Schiff befand sich erneut in internationalen Gewässern und hatte die indische Stadt Mumbai als Zielhafen eingetragen.
Verletzte und Evakuierung
Nach Angaben von NU.nl wurden die beiden verletzten Seeleute zunächst auf ein nahegelegenes Schiff gebracht, wo sie medizinisch erstversorgt wurden. Über ihre Lage ist weiterhin nichts bekannt. Alle weiteren 17 Besatzungsmitglieder werden durch Hubschrauber von Bord gebracht. Medien wie AD und NOS berichten übereinstimmend, dass sich keine Niederländer unter den Seeleuten befanden.
Sicherheitslage im Golf von Aden
Die Region gilt seit Jahren als einer der gefährlichsten Seewege weltweit. Laut NOS werden Angriffe häufig den Houthi-Rebellen zugeschrieben, die weite Teile Jemens kontrollieren. Die Gruppe hat in der Vergangenheit mehrfach Schiffe beschossen, insbesondere seit Beginn des Gaza-Krieges, den sie als Rechtfertigung für Angriffe auf internationale Schifffahrt anführen. Bestätigungen seitens der Houthi-Rebellen erfolgen meist mit Verzögerung. Auch diesmal blieb eine offizielle Stellungnahme zunächst aus.
Internationale Reaktionen und Warnungen
Das britische Sicherheitszentrum UKMTO warnte Schiffe in der Region umgehend vor erhöhter Gefahr und empfahl größte Vorsicht. EOS Risk Group und Ambrey bestätigten, dass es sich um die Minervagracht handelte, und wiesen auf die auffällige Häufung von Vorfällen hin. Niederländische Reedereiverbände zeigten sich besorgt, gaben aber zunächst keine weiteren Details preis, wie Schuttevaer meldet.
Bedeutung für die Schifffahrt
Die Golfregion ist ein zentrales Drehkreuz der weltweiten Handelswege. Angriffe wie auf die Minervagracht unterstreichen die Fragilität der Sicherheit in dieser Passage. Medienberichte heben hervor, dass die Rebellen Angriffe gezielt mit geopolitischen Konflikten verknüpfen. Die Gefahr für Schiffe, die keine direkte Verbindung zu den Kriegsparteien haben, wächst damit erheblich.
Foto: kees torn, via Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 2.0
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