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Mülltrennung in den Niederlanden einfach erklärt

| von Redaktion

Glascontainer | Quelle: HOLLAND.guide
Glascontainer | Quelle: HOLLAND.guide

UTRECHT · Wer aus Deutschland in die Niederlande zieht oder dort Urlaub macht, stellt schnell fest: Die Mülltrennung funktioniert teilweise anders als gewohnt. Während in Deutschland die Gelbe Tonne oder der Gelbe Sack vielerorts zum Alltag gehören, setzen niederländische Gemeinden häufig auf Sammelcontainer im Wohnviertel. Welche Abfälle getrennt gesammelt werden und wie die Entsorgung funktioniert, unterscheidet sich zudem von Gemeinde zu Gemeinde. Wer die wichtigsten Regeln kennt, entsorgt seinen Müll jedoch problemlos und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz.

Anders als häufig angenommen gibt es in den Niederlanden kein landesweit einheitliches Müllsystem. Zwar gelten überall dieselben Grundsätze der Abfalltrennung, die konkrete Umsetzung liegt jedoch bei den Gemeinden. Deshalb können Farbe, Größe und Art der Mülltonnen sowie die Sammelsysteme unterschiedlich sein. Während einige Kommunen Restmüll direkt am Haus abholen, müssen Bewohner ihn in anderen Orten zu unterirdischen Sammelcontainern bringen. Auch die Abholtage unterscheiden sich. Deshalb lohnt sich nach einem Umzug oder bei einem längeren Aufenthalt immer ein Blick auf die Internetseite der jeweiligen Gemeinde.

Restmüll (Restafval)

In den Restmüll gehören alle Abfälle, die sich nicht sinnvoll recyceln lassen. Dazu zählen beispielsweise verschmutzte Verpackungen, Staubsaugerbeutel, Windeln, Katzenstreu, Keramik, Porzellan oder Hygieneartikel.

In vielen niederländischen Städten wird Restmüll in unterirdischen Containern gesammelt, die sich nur mit einer speziellen Müllkarte oder einem Chip öffnen lassen. Dadurch möchten viele Gemeinden den Restmüll reduzieren und die Mülltrennung fördern.

Papier und Karton (Papier en Karton)

Papier und Karton werden grundsätzlich getrennt gesammelt und anschließend recycelt. Dazu gehören Zeitungen, Zeitschriften, Schreibpapier, Versandkartons oder Pappverpackungen.

Nicht in diese Sammlung gehören verschmutztes Papier, fettige Pizzakartons, Tapeten oder beschichtete Getränkekartons. Letztere werden vielerorts getrennt entsorgt.

Glas (Glas)

Glas wird in den Niederlanden meist über öffentliche Glascontainer entsorgt. Dabei wird häufig nach Weiß-, Grün- und Braunglas getrennt. Deckel und Verschlüsse sollten vorher entfernt werden.

Nicht in den Glascontainer gehören Fensterglas, Spiegel, Keramik oder hitzebeständiges Glas wie Auflaufformen. Diese Materialien besitzen andere Schmelzeigenschaften und würden das Recycling erschweren.

Bioabfall (GFT)

Unter der Abkürzung GFT ("Groente-, Fruit- en Tuinafval") werden Küchen- und Gartenabfälle gesammelt. Hierzu gehören Obst- und Gemüsereste, Kaffeesatz, Teebeutel, Schnittblumen, Rasenschnitt sowie kleine Mengen Laub und Gartenabfälle.

Viele Gemeinden stellen dafür eine grüne Biotonne bereit. In dicht bebauten Innenstädten erfolgt die Sammlung teilweise über zentrale Sammelcontainer.

Kunststoff, Metall und Getränkekartons (PMD)

Besonders häufig sorgt die Abkürzung PMD für Verwirrung. Sie steht für:

  • P = Plastic (Kunststoffverpackungen)

  • M = Metalen verpakkingen (Metallverpackungen)

  • D = Drankkartons (Getränkekartons)

Hierzu gehören unter anderem Joghurtbecher, Plastikflaschen, Konservendosen, Aluminiumverpackungen sowie Milch- und Saftkartons.

Je nach Gemeinde erfolgt die Sammlung über eine eigene Tonne, Sammelsäcke oder zentrale Container.

Pfandflaschen und Dosen

Die Niederlande verfügen über ein umfangreiches Pfandsystem. Für viele Plastikflaschen und Getränkedosen wird beim Kauf ein Pfand erhoben. Die Rückgabe erfolgt in der Regel über Leergutautomaten im Supermarkt.

Wichtig für deutsche Urlauber: Deutsche Pfandflaschen können in den Niederlanden nicht zurückgegeben werden – und umgekehrt. Die Systeme sind voneinander getrennt.

Sperrmüll und Wertstoffhöfe

Größere Gegenstände wie Möbel, Elektrogeräte oder größere Mengen Gartenabfälle gehören nicht in die Hausmüllsammlung. Dafür gibt es die kommunalen Wertstoffhöfe ("Milieustraat" oder "Afvalbrengstation"). Teilweise bieten Gemeinden zusätzlich feste Termine zur Sperrmüllabholung an.

Für Elektrogeräte, Batterien, Energiesparlampen oder Farben gelten häufig besondere Annahmestellen.

Warum gibt es so viele Unterflurcontainer?

Gerade deutsche Besucher wundern sich häufig über die vielen unterirdischen Müllcontainer. Diese sogenannten Ondergrondse Containers sparen Platz, reduzieren Gerüche und verhindern, dass Müllsäcke auf Gehwegen stehen. Gleichzeitig erschweren sie das Aufreißen der Müllbeutel durch Vögel oder andere Tiere.

Viele dieser Container lassen sich ausschließlich mit einer persönlichen Müllkarte öffnen, die Bewohner von ihrer Gemeinde erhalten.

Du könntest den Abschnitt durch folgende Ergänzung erweitern bzw. teilweise ersetzen:

Nicht jede Gemeinde trennt gleich

Die niederländischen Gemeinden verfolgen beim Thema Mülltrennung unterschiedliche Strategien. Während viele Kommunen Wert auf eine möglichst umfassende Trennung durch die Haushalte legen, haben andere ihre Systeme in den vergangenen Jahren bewusst vereinfacht.

So gibt es Gemeinden – darunter beispielsweise Utrecht –, in denen Kunststoffe, Metallverpackungen und Restmüll nicht mehr getrennt gesammelt werden. Stattdessen landen diese Abfälle gemeinsam im Restmüll. Hintergrund ist, dass Untersuchungen gezeigt haben, dass die maschinelle Nachsortierung in modernen Abfallanlagen häufig bessere Ergebnisse erzielt als die Trennung durch die Haushalte. Falsch befüllte PMD-Behälter führten in der Vergangenheit regelmäßig dazu, dass ganze Chargen nicht mehr recycelt werden konnten.

Unabhängig davon werden Wertstoffe wie Papier und Karton, Glas, Bioabfälle (GFT) sowie Pfandflaschen und Getränkedosen in diesen Gemeinden weiterhin getrennt gesammelt. Welche Regelungen gelten, entscheidet jede Gemeinde selbst. Deshalb sollten sich Neubürgerinnen und Neubürger sowie Urlauber mit Ferienhaus oder längerem Aufenthalt immer über die örtlichen Vorgaben informieren.

Für Einwohner bedeutet das: Nicht automatisch so trennen wie in Deutschland, sondern immer die Hinweise der jeweiligen niederländischen Gemeinde beachten. So lässt sich sicherstellen, dass die Abfälle tatsächlich dem vorgesehenen Recyclingverfahren zugeführt werden.

Tipp für Urlauber und Neubürger

Wer unsicher ist, welche Tonne oder welcher Container genutzt werden muss, findet auf der Internetseite der jeweiligen Gemeinde meist einen Abfallkalender sowie eine Übersicht aller Sammelstellen. Viele Kommunen bieten zusätzlich kostenlose Apps an, die an die nächsten Abholtermine erinnern und bei der richtigen Mülltrennung helfen.

Schon gewusst?

In einigen niederländischen Gemeinden wird Restmüll nach dem Prinzip "Diftar" (Differenzierter Tarif) abgerechnet. Dabei zahlen Haushalte nicht nur eine feste Abfallgebühr, sondern zusätzlich je nach Anzahl der Leerungen oder nach der Menge des Restmülls. Wer seinen Müll sorgfältig trennt, kann dadurch unter Umständen sogar Gebühren sparen.

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