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Mögliche Niederländer hinter Odido-Hack

| von Redaktion

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
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DRIEBERGEN · Die Ermittlungen zum Cyberangriff auf den Telekommunikationsanbieter Odido haben eine neue Wendung genommen. Nach Angaben der niederländischen Polizei gibt es inzwischen deutliche Hinweise darauf, dass niederländische Täter an dem Angriff beteiligt gewesen sein könnten. Im Mittelpunkt steht ein Telefonanruf, der kurz vor dem Datendiebstahl bei der Kundenbetreuung von Odido einging. Ein niederländischsprachiger Mann gab sich dabei als IT-Mitarbeiter des Unternehmens aus und verschaffte den Tätern durch Phishing Zugang zum Unternehmen. Die Ermittler rufen den Anrufer eindringlich dazu auf, sich selbst zu melden. Sollte dies nicht geschehen, könnte seine Stimme zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Die Ermittlungen dauern nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft noch mehrere Monate an.

Anfang Februar wurden bei dem Cyberangriff auf Odido die Daten von mehr als sechs Millionen Kunden entwendet und später veröffentlicht. Unter Leitung der nationalen Staatsanwaltschaft nahm das Team High Tech Crime der niederländischen Polizei umfangreiche Ermittlungen auf. In den vergangenen Monaten arbeiteten die Spezialisten nach eigenen Angaben intensiv an der Auswertung digitaler Spuren und konnten bereits in einer frühen Phase mehrere Server abschalten, über die die Hackergruppe die gestohlenen Daten verbreitete.

Nach Angaben der Polizei handelt es sich um ein komplexes Verfahren, bei dem schrittweise weitere Beweise gesichert werden konnten. Die Ermittler betonen, dass auch Cyberkriminelle Spuren hinterlassen und dadurch identifiziert werden können. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse verdichten sich inzwischen die Hinweise auf eine Beteiligung niederländischer Täter. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft setzen ihre Ermittlungen fort und hoffen dabei auch auf Informationen aus der Bevölkerung.

Telefonanruf führte zum erfolgreichen Angriff

Nach Angaben der Polizei spielte ein Telefonat unmittelbar vor dem Angriff eine entscheidende Rolle. Ein niederländischsprachiger Mann kontaktierte die Kundenbetreuung von Odido und gab sich als Mitarbeiter der internen IT-Abteilung aus. Durch diese Täuschung wurde das Unternehmen Opfer eines Phishing-Angriffs, der schließlich den Datendiebstahl ermöglichte.

Das Team High Tech Crime untersucht derzeit sowohl die Identität des Anrufers als auch mögliche weitere Beteiligte. Der Mann wird ausdrücklich aufgefordert, sich selbst bei der Polizei zu melden. Sollte dies innerhalb der kommenden Wochen nicht geschehen, ziehen die Ermittler in Betracht, seine aufgezeichnete Stimme öffentlich zugänglich zu machen. Nach Angaben der Polizei wurde die Aufnahme analysiert. Zwar könne ein Einsatz von Künstlicher Intelligenz nie vollständig ausgeschlossen werden, die bisherigen Erkenntnisse sprächen jedoch dafür, dass es sich um die echte Stimme eines niederländischsprachigen Mannes handelt.

Ermittler hoffen auf Hinweise aus dem Umfeld

Die Polizei geht davon aus, dass die Täter möglicherweise online oder in ihrem persönlichen Umfeld über ihre Beteiligung gesprochen haben. Auch innerhalb der Cybercrime-Szene werde nach Erkenntnissen der Ermittler über den Angriff auf Odido diskutiert.

Deshalb richtet sich die Polizei nun ausdrücklich an Personen, die Informationen über mögliche Beteiligte besitzen. Hinweise können direkt an die Polizei oder anonym über Meld Misdaad Anoniem gemeldet werden. Nach Einschätzung der Ermittler könnten gerade Hinweise aus dem persönlichen Umfeld entscheidend dazu beitragen, die Verantwortlichen zu identifizieren.

Polizei warnt vor weiteren Cyberangriffen

Polizei und Staatsanwaltschaft weisen darauf hin, dass in den vergangenen Monaten mehrere Unternehmen und Einrichtungen Ziel schwerer Cyberangriffe geworden sind. Gestohlene Daten würden anschließend häufig von anderen Kriminellen weiterverwendet oder missbraucht.

Vor diesem Hintergrund appellieren die Behörden an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen, ihre digitale Sicherheit weiter auszubauen und präventive Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Auch Bürgerinnen und Bürger sollten aufmerksam bleiben und dort, wo erforderlich, eigene Sicherheitsmaßnahmen treffen.

Die Ermittlungen im Fall Odido werden nach Angaben der Polizei noch mehrere Monate andauern. Weitere Ergebnisse sind derzeit nicht absehbar.

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