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Mieten steigen weiter

| letzte Änderung 05.09.2025 14:17 | von Redaktion

Der Markt ist extremst angespannt und teuer. | Foto: HOLLAND.guide

AMSTERDAM · Wohnkosten legen im Juli weiter zu Laut Statistikamt CBS stiegen die Nettokaltmieten in den Niederlanden zum Stichtag 1. Juli im Durchschnitt um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit fällt die Zunahme geringer aus als 2024 mit 5,4 Prozent, bleibt aber spürbar. Besonders betroffen ist das soziale Segment bei Wohnungsbaugesellschaften mit plus 5,1 Prozent. In der freien Vermietung lag der Anstieg bei 4,4 Prozent. Ohne Wechsel der Mieterinnen und Mieter ergibt sich eine durchschnittliche Erhöhung von 4,1 Prozent. Unter den vier größten Städten verzeichnete Rotterdam mit 5,3 Prozent den höchsten Wert. Bei den Provinzen lagen Flevoland und Drenthe mit jeweils 5,2 Prozent vorn, Limburg lag mit 4,5 Prozent am Ende.

Die heute ausgewiesenen CBS Werte zeigen eine breit angelegte Verteuerung des Mietens in den Niederlanden, die sich über Segmente und Regionen hinweg bemerkbar macht. Das landesweite Plus von 4,9 Prozent wird von zwei Treibern geprägt. Zum einen melden Wohnungsbaugesellschaften für ihre sozialen Bestände einen überdurchschnittlichen Anstieg von 5,1 Prozent. Zum anderen wirkt der Effekt von Bewohnerwechseln auf die Statistik, weil Neuvertragsmieten stärker angepasst werden dürfen als laufende Verträge. Rechnet man diese Wechsel heraus, verbleibt ein Plus von 4,1 Prozent, das die regulären Anpassungen widerspiegelt. In der freien Vermietung liegt der durchschnittliche Anstieg bei 4,4 Prozent und damit unter dem sozialen Bereich. Regional differiert die Entwicklung. Rotterdam weist unter den vier größten Städten den höchsten Wert auf, was auch mit häufigeren Bewohnerwechseln zusammenhängt. Den Haag liegt am unteren Ende der Großstadtgruppe. Auf Ebene der Provinzen fallen Flevoland und Drenthe durch überdurchschnittliche Steigerungen auf, während Limburg die geringste Zunahme zeigt. Die Einordnung der heutigen Mietdaten gewinnt zusätzlich an Kontur durch eine weitere CBS Veröffentlichung zum Kaufmarkt. Dort stiegen die Transaktionspreise bestehender Eigenheime im zweiten Quartal in allen Gemeinden im Vergleich zum Vorjahr, was die gesamtwirtschaftliche Lage auf dem Wohnungsmarkt verdeutlicht.

Zahlen im Überblick

Kennziffer Steigerung
Durchschnittlicher Mietanstieg Niederlande 4,9 %
Ohne Bewohnerwechsel 4,1 %
Effekt Bewohnerwechsel 0,8 %
Soziale Mieten bei Wohnungsbaugesellschaften 5,1 %
Soziale Mieten bei sonstigen Vermietern 4,7 %
Freie Vermietung 4,4 %

Quelle: CBS 5.9.2025

Regionale Unterschiede der Mieten nach Großstädten

Stadt Gesamtanstieg Ohne Bewohnerwechsel Effekt Bewohnerwechsel
Rotterdam 5,3 % 4,1 % 1,2 Prozentpunkte
Amsterdam 4,8 % 4,1 % 0,7 Prozentpunkte
Utrecht 4,8 % 4,2 % 0,6 Prozentpunkte
Den Haag 4,6 % 3,9 % 0,7 Prozentpunkte

Quelle: CBS

Auffällig ist, dass Rotterdam den höchsten Gesamtwert verzeichnet, was vor allem an den vielen Mieterwechseln liegt. Ohne diesen Effekt wären die Unterschiede zwischen den vier Städten deutlich geringer.

Regionale Unterschiede der Mieten nach Provinzen

Provinz Gesamtanstieg Effekt Bewohnerwechsel
Flevoland 5,2 % 0,8 Prozentpunkte
Drenthe 5,2 % 1,1 Prozentpunkte
Limburg 4,5 % 0,3 Prozentpunkte

Quelle: CBS

Auf Provinzebene liegen Flevoland und Drenthe an der Spitze, während Limburg den geringsten Zuwachs aufweist. Besonders stark wirkt der Effekt von Bewohnerwechseln in Drenthe, wo er über ein Fünftel des Gesamtergebnisses ausmacht.

Segmente und Schwellenwerte

Ob eine Wohnung als sozial, Mitte oder frei gilt, hängt von der Nettomiete bei Vertragsbeginn und der Bewertung nach dem Punktesystem ab. Medien berichten ergänzend zu den CBS Tabellen über aktuell verwendete Orientierungslinien. Sozialmieten liegen demnach unter 900 Euro. Ab 1185 Euro spricht man von freier Vermietung. Dazwischen ordnet sich die Mitte ein, die CBS in der heutigen Übersicht nicht gesondert ausweist. Diese in den Medien erläuterte Segmentabgrenzung hilft, die heute gemeldeten CBS Werte je Marktteil einzuordnen, insbesondere weil die freien Verträge anderen Regulierungsparametern unterliegen als die sozialen Bestände.

Segment Einordnung laut Medien Heutiger CBS Anstieg
Soziales Segment unter 900 Euro 5,1 Prozent bei Wohnungsbaugesellschaften, 4,7 Prozent bei sonstigen Vermietern
Mitte 900 bis 1185 Euro in der CBS Übersicht nicht gesondert ausgewiesen
Freies Segment ab 1185 Euro 4,4 Prozent

Quellen: CBS, Einordnung nach NOS und De Telegraaf

Rechtliche Leitplanken und mediale Einordnung

Für soziale Mietverhältnisse nennt die Berichterstattung als aktuelle Leitplanke eine maximale reguläre Erhöhung von 5 Prozent ab 1. Juli. In besonderen Fällen können zusätzlich einkommensabhängige Anpassungen zur Anwendung kommen. Für freie Mietverhältnisse wird eine zulässige maximale Erhöhung von 4,1 Prozent genannt. Diese Rahmensetzung wurde in den Medien zur heutigen CBS Veröffentlichung erläutert. Sie erklärt, warum die ausgewiesenen Durchschnittswerte segmentabhängig differieren und warum Bewohnerwechsel das arithmetische Mittel anheben, obwohl die regulären Grenzen niedriger liegen.

Bewohnerwechsel als statistischer Treiber

CBS weist den Zusatzimpuls durch Mieterwechsel gesondert aus. Er beträgt landesweit 0,8 Prozentpunkte und liegt damit in einer ähnlichen Größenordnung wie im Vorjahr. Hintergrund ist, dass bei einem neuen Mietverhältnis die Ausgangsmiete stärker angepasst werden darf als bei Fortführung eines bestehenden Vertrags. In Rotterdam ist dieser Wechselimpuls im Großstadtvergleich am stärksten ausgeprägt, was den dortigen Gesamtwert von 5,3 Prozent mit erklärt. Der Blick auf die Kennziffern ohne Wechsel erlaubt eine bessere Einordnung der regulären Anpassungen. Für Rotterdam nennt CBS 4,1 Prozent, für Den Haag 3,9 Prozent. Auf Provinzebene ist der Wechselimpuls in Drenthe mit 1,1 Prozentpunkten am höchsten.

Kontext vom Kaufmarkt

Eine separate CBS Analyse zu bestehenden Eigenheimen zeigt für das zweite Quartal 2025 eine Verteuerung in sämtlichen Gemeinden im Vergleich zum Vorjahr. Besonders hohe Zuwächse meldeten Albrandswaard und Borger Odoorn. Die landesweite Veränderung bei Transaktionspreisen untermauert, dass der Druck auf den Wohnungsmarkt nicht nur den Mietbereich betrifft. Für die Interpretation der heutigen Mietdaten ist dies relevant, weil Kaufpreisdynamik und Mietentwicklung in vielen Regionen parallel verlaufen.

Hintergrund aus der Tagesberichterstattung

Medienberichte begleiten die CBS Veröffentlichung und heben einzelne Aspekte hervor. NOS betont die im Vergleich zu 2024 etwas schwächere Dynamik, verweist aber auf die weiterhin hohe Belastung für Haushalte. RTL Nieuws führt steigende Lohn und Materialkosten sowie Investitionen in die energetische Ertüchtigung als zusätzliche Kostentreiber an, die Vermietern höhere Ausgaben verursachen und in den Mieten sichtbar werden. De Telegraaf stellt die segmentbezogenen Obergrenzen und die Rolle der Bewohnerwechsel für die Durchschnittswerte heraus und nennt die stärksten Zuwächse in Rotterdam sowie in den Provinzen Flevoland und Drenthe. Diese Einordnungen stützen die heute publizierten CBS Zahlen und bieten Lesenden Orientierung bei der Bewertung der Ergebnisse.

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