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Mieten steigen in Niederlanden um 4,4 Prozent

| von Redaktion

Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide
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DEN HAAG · Die Wohnungsmieten in den Niederlanden lagen im Juli 2026 durchschnittlich 4,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Damit fällt der Anstieg geringer aus als 2025 mit 4,9 Prozent und 2024 mit 5,4 Prozent. Soziale Mietwohnungen verteuerten sich im Schnitt um 4,3 Prozent, Wohnungen im freien Mietsektor um 4,5 Prozent. Bei bestehenden Mietverträgen ohne Bewohnerwechsel betrug der Anstieg 3,8 Prozent. Damit liegt die Mietsteigerung unter den Werten der beiden Vorjahre, aber über allen Jahreswerten von 2016 bis 2023. Besonders stark fiel die Entwicklung in Overijssel und Noord-Brabant mit jeweils 4,6 Prozent aus. Fryslân verzeichnete mit 4,0 Prozent den niedrigsten Anstieg. Unter den vier großen Städten lag Rotterdam mit 4,7 Prozent vorn.

Nach den am 4. September veröffentlichten Zahlen des Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) setzt sich der Anstieg der Wohnungsmieten fort, fällt aber zum zweiten Mal in Folge niedriger aus als im Vorjahr. Die durchschnittliche Veränderung zum 1. Juli lag 2026 bei 4,4 Prozent. In der längeren Reihe des CBS zeigt sich, wie deutlich sich das Niveau der vergangenen Jahre von früheren Mietsteigerungen unterscheidet. 2016 waren die Wohnungsmieten durchschnittlich 1,9 Prozent höher als ein Jahr zuvor, 2017 waren es 1,6 Prozent, 2018 2,3 Prozent, 2019 2,5 Prozent und 2020 2,9 Prozent. 2021 lag der Anstieg bei lediglich 0,8 Prozent, 2022 bei 3,0 Prozent und 2023 bei 2,0 Prozent. Danach folgten 5,4 Prozent im Jahr 2024 und 4,9 Prozent im Jahr 2025. Für 2026 ergibt sich nun ein Plus von 4,4 Prozent. Auch bei der Entwicklung einzelner Mietsegmente zeigt die Statistik Veränderungen.

Soziale Mietwohnungen von Wohnungsbaugesellschaften verteuerten sich 2024 um 5,6 Prozent und 2025 um 5,1 Prozent, bevor der Wert 2026 auf 4,4 Prozent sank. Bei sozialen Mietwohnungen anderer Vermieter lagen die Steigerungen in diesen drei Jahren bei 5,7, 4,7 und zuletzt 4,1 Prozent. Im freien Mietsektor betrug der Anstieg 2024 5,0 Prozent, 2025 4,4 Prozent und 2026 4,5 Prozent. Damit liegt die aktuelle Steigerung dort leicht über dem Vorjahreswert. Bereits 2023 hatte die Entwicklung der Segmente deutlich auseinandergelegen: Bei sozialen Wohnungen von Wohnungsbaugesellschaften betrug der Anstieg damals 0,1 Prozent, bei anderen Vermietern 3,7 Prozent und im freien Sektor 4,5 Prozent. Wohnungsbaugesellschaften besitzen nach Angaben des CBS rund zwei Drittel aller Mietwohnungen in den Niederlanden. Dabei handelt es sich überwiegend um Sozialwohnungen. Insgesamt liegen die Steigerungsraten der sozialen und frei vermieteten Wohnungen 2026 dicht beieinander.

Bewohnerwechsel erhöhen den Durchschnitt

Deutlich wird der Unterschied zwischen bestehenden Mietverhältnissen und Wohnungen, die einen neuen Bewohner erhalten. Ohne solche Bewohnerwechsel stiegen die Mieten 2026 durchschnittlich um 3,8 Prozent. Für sämtliche Mietwohnungen zusammen errechnet das CBS dagegen einen Anstieg von 4,4 Prozent. Der Effekt der Bewohnerwechsel beträgt damit 0,6 Prozentpunkte.

Bei einem Bewohnerwechsel kann die Miete stärker steigen als im Rahmen der regulär zulässigen Mieterhöhung bei einem bestehenden Vertrag. Dadurch wirken sich neu vermietete Wohnungen auf die durchschnittliche Mietentwicklung aus. Der Einfluss ist 2026 allerdings kleiner als ein Jahr zuvor. 2025 erhöhten Bewohnerwechsel den landesweiten Durchschnitt noch um 0,8 Prozentpunkte.

Auch in den Jahren davor war dieser Effekt messbar. 2024 betrug er 0,7 Prozentpunkte, 2023 ebenfalls 0,7 Prozentpunkte und 2022 0,6 Prozentpunkte. Der Vergleich zeigt zugleich, dass die Entwicklung bestehender Mietverträge und die gesamte Mietentwicklung nicht identisch sind. Für die landesweite Steigerung von 4,4 Prozent werden sowohl Wohnungen mit unveränderten Bewohnern als auch Wohnungen berücksichtigt, bei denen ein Bewohnerwechsel stattgefunden hat.

Overijssel und Noord-Brabant mit 4,6 Prozent

Zwischen den Provinzen bestehen Unterschiede. Den höchsten durchschnittlichen Mietanstieg verzeichneten Overijssel und Noord-Brabant. In beiden Provinzen lagen die Mieten im Juli 2026 durchschnittlich 4,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

In Overijssel hatten Bewohnerwechsel zugleich den größten Einfluss aller Provinzen. Sie trugen dort 0,9 Prozentpunkte zur gemessenen Mietsteigerung bei. In Noord-Brabant betrug dieser Effekt 0,8 Prozentpunkte. Am anderen Ende der Statistik steht Fryslân. Dort stiegen die Wohnungsmieten im Durchschnitt um 4,0 Prozent. Bewohnerwechsel machten davon 0,5 Prozentpunkte aus.

Die Provinz Utrecht lag mit einem Mietanstieg von 4,4 Prozent genau auf dem landesweiten Durchschnitt. Damit fallen die Unterschiede zwischen den Provinzen insgesamt geringer aus als die Differenz zwischen der niedrigsten Steigerung in Fryslân und den Höchstwerten in Overijssel und Noord-Brabant vermuten lässt. Zwischen diesen Werten liegen 0,6 Prozentpunkte.

Rotterdam führt unter den vier Großstädten

Auch zwischen den vier größten Städten unterscheiden sich die Steigerungsraten. Rotterdam weist mit durchschnittlich 4,7 Prozent den höchsten Anstieg auf. Bewohnerwechsel trugen dort 0,7 Prozentpunkte zur Entwicklung bei.

In der Gemeinde Utrecht stiegen die Mieten um durchschnittlich 4,5 Prozent. Den Haag kam auf 4,4 Prozent. Amsterdam verzeichnete mit 4,3 Prozent den geringsten Anstieg unter den vier großen Städten. Der Abstand zwischen Rotterdam und Amsterdam beträgt damit 0,4 Prozentpunkte.

Noord-Brabant: Neue Vermietungen können teurer ausfallen

Für Noord-Brabant zeigen zusätzliche Angaben, wie sich Mietsteigerungen bei konkreten Beträgen auswirken können. Bei einer monatlichen Miete von 800 Euro entsprechen 4,6 Prozent rechnerisch knapp 37 Euro zusätzlich im Monat. Bei 1.000 Euro sind es 46 Euro. Auf ein Jahr gerechnet entspricht letzterer Betrag mehr als 550 Euro.

Die Wohnungsbaugesellschaft Alwel, die in West-Brabant etwa 25.000 bis 27.000 Wohnungen verwaltet, nennt für ihren Bestand eine durchschnittliche Miete von rund 660 Euro. Bei einer Neuvermietung liegt der Betrag nach Angaben des Unternehmens häufig bei etwa 700 Euro. Eine höhere Miete bei einem Bewohnerwechsel ist allerdings nicht automatisch gegeben. Alwel berücksichtigt unter anderem Einkommen und Haushaltsgröße. Bei einem niedrigen Einkommen kann deshalb auch eine niedrigere maximal mögliche Miete gelten.

Fast neun von zehn Mietern von Alwel wohnen in einer Sozialwohnung. Für diese Wohnungen erhöhte das Unternehmen die Mieten 2026 um 3,6 Prozent. Nach den vorliegenden Angaben wäre für Alwel im Durchschnitt eine Erhöhung um bis zu 4,1 Prozent möglich gewesen.

Für den freien Mietsektor zeigen Zahlen des Wohnungsportals Pararius eine andere Entwicklung. Im zweiten Quartal kamen demnach 11.389 freie Mietwohnungen auf den Markt, während 12.150 Wohnungen aus dem Angebot verschwanden. Gleichzeitig entfielen 41 Prozent der angebotenen freien Mietwohnungen auf Objekte mit einer Monatsmiete von mehr als 2.000 Euro. Neue Mieter zahlten im Durchschnitt 1.882 Euro monatlich. Zwei Jahre zuvor waren es 1.557 Euro.

In Noord-Brabant lag der Quadratmeterpreis neu vermieteter Wohnungen im freien Mietsektor nach Angaben von Pararius im zweiten Quartal 9,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Dieser Wert ist nicht direkt mit der CBS-Steigerung von 4,6 Prozent vergleichbar. Pararius berücksichtigt dabei ausschließlich Wohnungen, die neu im freien Mietsektor vermietet werden, während die CBS-Zahlen die breitere Mietentwicklung abbilden.

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