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Mehr Gratis-Toiletten für Frauen

| von Redaktion

Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide
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NIJMEGEN / TILBURG · Mehr Gleichberechtigung bei sanitären Einrichtungen auf Großveranstaltungen: Besucherinnen großer Veranstaltungen in den Niederlanden sollen in diesem Sommer deutlich einfacher und kostenlos eine Toilette nutzen können. Sowohl bei den Vierdaagsefeesten in Nijmegen als auch auf der Tilburger Kirmes werden die sanitären Angebote erweitert. In Nijmegen werden erstmals Frauenurinale getestet, während Tilburg die Zahl kostenloser Toiletten, barrierefreier Einrichtungen und genderinklusiver Toiletten ausbaut. Hintergrund sind Forderungen nach einer gleichberechtigten Nutzung öffentlicher Toiletten. Beide Veranstaltungen setzen dabei auf neue Konzepte, deren Nutzung und Akzeptanz anschließend ausgewertet oder als weiterer Schritt hin zu einer besseren Zugänglichkeit bewertet werden.

Bei den Vierdaagsefeesten in Nijmegen startet in diesem Jahr erstmals ein Pilotprojekt mit sogenannten Frauenurinalen. Die als „roze wokkels“ bekannten Anlagen ermöglichen es jeweils drei Frauen gleichzeitig, sie zu nutzen. Sie werden an mehreren Standorten im Stadtzentrum aufgestellt, unter anderem am Bahnhofsplatz. Die Veranstalter haben die Standorte gemeinsam mit den Dolle Nimma's ausgewählt. Entscheidend waren dabei Orte, die weder zu hell noch zu dunkel sind und an denen keine Einsicht von oben möglich ist. Nach Abschluss der Veranstaltung soll ausgewertet werden, ob das Angebot angenommen wurde und ob die Frauenurinale künftig dauerhaft oder in größerer Zahl eingesetzt werden. Nach Angaben der Veranstalter stehen während der Vierdaagsefeesten insgesamt 1.050 Männerurinale, 700 Spültoiletten und 21 rollstuhlgerechte Toiletten zur Verfügung.

Damit gibt es laut Organisation dreimal so viele barrierefreie Toiletten wie im Vorjahr, verteilt auf 22 Standorte. Zusätzlich werden 50 weitere Männerurinale an bekannten Orten für Wildpinkler aufgestellt. Hintergrund ist, dass nach Angaben der Organisation 95 Prozent der registrierten Wildpinkler Männer sind. Besucherinnen und Besucher können wie in den Vorjahren ein Toiletten-Armband für 12,50 Euro erwerben, das unbegrenzten Zugang zu den angeschlossenen Toiletten ermöglicht. Ein sogenanntes Changing Places Toilet wird es in Nijmegen in diesem Jahr jedoch noch nicht geben. Die Organisation erklärte gegenüber Omroep Gelderland, dass die Projektunterstützung dafür nicht rechtzeitig organisiert werden konnte.

Erstmals Frauenurinale im Zentrum von Nijmegen

Mit den neuen Frauenurinalen möchte die Organisation der Vierdaagsefeesten prüfen, ob ein entsprechender Bedarf besteht. Die Pilotphase soll Erkenntnisse darüber liefern, wie häufig die Anlagen genutzt werden und wie Besucherinnen das Angebot bewerten. In die Auswertung fließen neben den Erfahrungen der Organisation auch Rückmeldungen der Dolle Nimma's sowie Reaktionen in den sozialen Medien ein. Erst danach wird entschieden, ob das Angebot im kommenden Jahr zurückkehrt oder erweitert wird.

Tilburg erweitert kostenlose Toiletten deutlich

Auch auf der Tilburger Kirmes wird das Angebot kostenloser Toiletten weiter ausgebaut. Nach Angaben der Gemeinde entstehen unter anderem drei Toilettenwagen, drei barrierefreie Toiletten, rund 55 kostenlose Urinale sowie 44 kostenlose und genderinklusive Dixi-Toiletten. Darüber hinaus stehen an mehreren Orten auf dem Veranstaltungsgelände weitere kostenlose Toiletten zur Verfügung. Erstmals wird außerdem eine sogenannte Changing Unit eingerichtet. Dabei handelt es sich um einen besonders großen Pflege- und Sanitärraum für Kinder und Erwachsene mit schweren körperlichen oder mehrfachen Behinderungen, der mit speziellen Hilfsmitteln ausgestattet ist, so Omroep Tilburg.

Protest aus dem Vorjahr zeigt Wirkung

Auslöser für die Veränderungen in Tilburg war eine Protestaktion der Dolle Mina's während der Kirmes 2025. Die Aktivistinnen hatten damals Männerurinale mit rosa Bändern markiert, um auf die unterschiedlichen Bedingungen aufmerksam zu machen. Während Männer an zahlreichen Stellen kostenlos urinieren konnten, mussten Frauen häufig bezahlen, weitere Wege zurücklegen und längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Der zuständige Beigeordnete Maarten van Asten kündigte daraufhin an, alle zusätzlichen kommunalen Toiletten kostenlos zugänglich zu machen. Die Dolle Mina's sehen den weiteren Ausbau im Jahr 2026 als unmittelbare Folge dieser Aktion und bewerten ihn als wichtigen Schritt zu einer besseren Zugänglichkeit des öffentlichen Raums.

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