Kochpflicht für Trinkwasser weitet sich aus
| von Redaktion
AMERSFOORT · Ein erneutes Abkochgebot für Trinkwasser belastet große Teile der Region Utrecht. In Amersfoort und zahlreichen umliegenden Orten müssen Haushalte ihr Leitungswasser vor dem Trinken und der Nutzung abkochen. Grund ist der erneute Nachweis von Bakterien bei Kontrollen des Trinkwassers. Nach Angaben des Wasserversorgers Vitens sind rund 85.000 Haushalte betroffen. Das Kochgebot gilt für ein größeres Gebiet als bei vorherigen Vorfällen und betrifft mehrere Gemeinden in der Region. Das Unternehmen arbeitet an der Ursachenklärung und führt fortlaufende Tests durch. Wie Vitens mitteilt, kann derzeit keine genaue Dauer des Kochgebots genannt werden. Spätestens am Donnerstag, dem 8. Januar, soll es eine neue Information für die betroffenen Kunden geben. Das Ziel sei es, die Trinkwasserversorgung schnellstmöglich wieder ohne Einschränkungen bereitzustellen.
In der Provinz Utrecht gilt damit erneut ein weitreichendes Kochgebot für Trinkwasser. Betroffen sind Teile von Amersfoort sowie unter anderem Achterveld, Bunschoten Spakenburg, De Glind, Hoogland, Hooglanderveen, Leusden, Soest, Soesterberg, Stoutenburg, Stoutenburg Noord, Terschuur und Woudenberg.
Wie RTV Utrecht berichtet, wurde bei einer Kontrolle ein verunreinigtes Wasserprobe festgestellt. Vitens bestätigt, dass es sich um den Nachweis von Enterokokken handelt. Diese Bakterien können Magen Darm Beschwerden verursachen, die meist von selbst abklingen. Für Menschen mit einer geschwächten Gesundheit besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für schwerere Krankheitsverläufe. Aus diesem Grund wurde das Kochgebot vorsorglich auf ein großes Versorgungsgebiet ausgeweitet.
Was Betroffene jetzt beachten müssen
Vitens weist darauf hin, dass Leitungswasser vor dem Trinken oder der Zubereitung von Speisen und Getränken mindestens drei Minuten lang gekocht werden muss. Dies gilt auch für das Zähneputzen sowie für das Waschen von Obst und Gemüse. Nach dem Abkochen ist das Wasser nach Angaben des Unternehmens sicher verwendbar. Für andere Zwecke bestehen keine Einschränkungen. Duschen, Händewaschen und die Nutzung der Spülmaschine sind weiterhin ohne Abkochen möglich. Auch Wasser, das zum Kochen von Speisen verwendet wird, muss nicht zusätzlich vorab abgekocht werden, sofern es während des Kochvorgangs ausreichend erhitzt wird. Vitens betont ausdrücklich, dass der Kauf von Flaschenwasser nicht notwendig ist.
Ursache noch unklar
Nach Angaben von Vitens laufen Untersuchungen, wie die Bakterien in das Trinkwasser gelangen konnten. Bei früheren Kochgeboten in Amersfoort waren nur einzelne Stadtteile betroffen, während andere Bereiche sauberes Trinkwasser hatten. Dieses Mal wurden die Bakterien jedoch an einer Produktionsanlage festgestellt, die einen großen Teil von Amersfoort und Umgebung versorgt. Dadurch musste das Kochgebot auf ein deutlich größeres Gebiet ausgeweitet werden. Konkrete Hinweise auf Bauarbeiten oder externe Störungen, die das Risiko erhöht hätten, liegen laut dem Unternehmen derzeit nicht vor.
Information der Bevölkerung und Erreichbarkeit
Vitens informiert betroffene Kunden per E Mail über das Abkochgebot. Aufgrund der hohen Nachfrage war die Internetseite des Wasserversorgers zeitweise nur eingeschränkt erreichbar. Das Unternehmen räumt ein, nicht alle Kunden direkt kontaktieren zu können, da nicht von allen aktuelle Kontaktangaben vorliegen. Kunden werden daher gebeten, ihre Daten im persönlichen Bereich bei Vitens zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Zusätzlich ruft der Versorger dazu auf, Nachbarn und Bekannte zu informieren, falls diese noch nichts von dem Kochgebot erfahren haben.
Kein Einzelfall in der Region
Es ist icht das erste Mal, dass Haushalte in der Provinz Utrecht ihr Trinkwasser abkochen müssen. Bereits während der Weihnachtsferien waren in Amersfoort etwa 15.000 Haushalte betroffen. Anfang November galt zudem ein Kochgebot für rund 125.000 Haushalte in der Stadt Utrecht. Damals war eine beschädigte Trinkwasseranlage die Ursache, wobei laut Vitens auch unzureichende Wartung eine Rolle spielte. Der aktuelle Vorfall reiht sich damit in eine Serie von Störungen der Trinkwasserversorgung in der Region ein.
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