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Karibik-Flüge gestoppt wegen Venezuela

| letzte Änderung 03.01.2026 23:12 | von Redaktion

Curaçao | Foto: Helen Kleizen
Curaçao | Foto: Helen Kleizen

AMSTERDAM · Reisen von den Niederlanden in die Karibik sind derzeit nur eingeschränkt möglich. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage in Venezuela haben mehrere Fluggesellschaften, darunter KLM, TUI und Corendon, zahlreiche Flüge von und nach Curaçao, Aruba, Bonaire und Sint Maarten ausgesetzt oder gestrichen. Betroffen sind auch Verbindungen über weitere karibische und südamerikanische Ziele. Hintergrund sind militärische Entwicklungen rund um Venezuela sowie daraus resultierende Einschränkungen im regionalen Luftraum. Die Airlines stellen klar, dass die Maßnahmen ausschließlich aus Sicherheitsgründen erfolgen und laufend überprüft werden. Für Reisende bedeutet das kurzfristige Ausfälle, Umbuchungen oder Rückerstattungen, während die politische Lage auch in den Niederlanden für deutliche Reaktionen sorgt.

Der niederländische Luftfahrtkonzern KLM bestätigte, dass zwischen Samstag 3. Januar und Dienstag 6. Januar 2026 Flüge von, nach oder über Curaçao, Aruba, Bonaire, Sint Maarten, Georgetown, Bridgetown und Port of Spain beeinträchtigt sind. Grund sei die Sicherheitslage in Venezuela. Die Fluggesellschaft rät betroffenen Passagieren ausdrücklich davon ab, telefonisch Kontakt aufzunehmen, da die Leitungen stark überlastet seien. Stattdessen sollen Reisende die digitalen Self Service Angebote nutzen, um Flüge umzubuchen, einen Reisegutschein zu beantragen oder eine Rückerstattung zu veranlassen. Diese Optionen stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Sollte eine Reise unterbrochen werden, können Passagiere eigenständig eine Unterkunft organisieren. Angemessene Kosten lassen sich im Nachhinein bei KLM geltend machen.

Update 23:10 Uhr
AD meldet, dass die Fluggesellschaften KLM und TUI am Samstagabend mitgeteilt haben, dass sie ab Sonntag wieder Flüge von und nach unter anderem Curaçao, Aruba und Bonaire durchführen wollen. Für Passagiere, deren Flug zuvor gestrichen wurde, versuchen die Airlines, sie auf die nächstmöglichen Verbindungen umzubuchen.
Auch TUI bestätigt, dass die Flüge wieder aufgenommen werden können. Nach Angaben des Unternehmens sollen die drei für den 4. Januar geplanten TUI fly Flüge nach Curaçao wie vorgesehen stattfinden. Die betroffenen Reisenden seien darüber bereits informiert worden.

KLM streicht Flüge und bietet Umbuchungen an

Nach Angaben von KLM gelten Sonderregelungen für Tickets, deren ursprüngliches Abflugdatum zwischen dem 3. und 6. Januar 2026 liegt. Betroffen sind unter anderem Flüge nach Curaçao, Aruba, Bonaire, Sint Maarten, Georgetown und Bridgetown. Reisende können kostenfrei auf ein anderes Datum umbuchen, sofern in derselben Reiseklasse Plätze verfügbar sind. Der neue Abflug muss spätestens am 11. Januar 2026 erfolgen, die Umbuchung ebenfalls bis zu diesem Datum. Alternativ bietet KLM einen Reisegutschein an, der ein Jahr gültig ist und auch bei Partnern wie Air France, Delta und Virgin Atlantic eingesetzt werden kann. Unter bestimmten Voraussetzungen ist zudem eine vollständige Rückerstattung möglich, etwa bei Flugannullierungen oder erheblichen Verspätungen.

Wie NOS berichtet, sind allein durch die KLM Annullierungen rund 2600 Passagiere betroffen. Von Schiphol aus wurden fünf Flüge gestrichen, darunter Verbindungen nach Curaçao, Aruba und Sint Maarten. Auch die jeweiligen Rückflüge entfallen. KLM erklärte laut NOS, man beobachte die Situation in Venezuela fortlaufend und entscheide täglich neu über die Auswirkungen auf die kommenden Flugtage.

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
Archivbild | Foto: HOLLAND.guide

Weitere Airlines reagieren mit Streichungen

Nicht nur KLM hat reagiert. Auch der Reiseveranstalter TUI fliegt vorerst nicht mehr nach Curaçao, Aruba und Bonaire. Drei für Samstag geplante Flüge wurden abgesagt. Urlauber, die sich derzeit auf Curaçao befinden und nicht zurückfliegen können, werden vor Ort untergebracht. TUI betont, dass die Lage auf der Insel selbst ruhig sei, die Entscheidung aber ausschließlich aus Sicherheitsgründen getroffen wurde. Corendon hat ebenfalls Flüge von und nach Curaçao gestrichen und kündigte an, den betroffenen Passagieren den Reisepreis vollständig zu erstatten. Zusätzlich organisiert das Unternehmen Unterkünfte für Reisende, die aufgrund der Ausfälle festsitzen.

Corendon kündigt mögliche Wiederaufnahme an

Der Reiseveranstalter Corendon hat am Samstag 3. Januar 2026 mehrere Updates zur aktuellen Situation veröffentlicht. Aufgrund der Lage in Venezuela wurde der Hinflug CD5989 von Amsterdam nach Curaçao für den 3. Januar annulliert. Alle betroffenen Reisenden erhalten den vollständigen Ticketpreis zurück, die Information der Passagiere läuft. Für Fluggäste des Rückflugs CD5990 von Curaçao nach Amsterdam, ebenfalls mit geplantem Abflug am 3. Januar, organisiert Corendon eine Unterkunft vor Ort. Ziel ist es, die Passagiere so schnell wie möglich an ihr Ziel zu bringen, sobald die Situation dies zulässt. Das Unternehmen teilt mit, die Entwicklungen kontinuierlich zu beobachten und in engem Austausch mit allen beteiligten Behörden zu stehen.

In einem späteren Update vom Samstagabend kündigt Corendon an, die Flüge auf der Strecke Amsterdam Curaçao ab Sonntag 4. Januar wieder regulär durchführen zu wollen, sofern die Sicherheitslage dies erlaubt. Die Sicherheit von Passagieren und Crew habe dabei stets oberste Priorität. Eine weitere Entscheidung zur nächsten geplanten Verbindung soll am Sonntagmorgen um 08:30 Uhr niederländischer Zeit bekannt gegeben werden. Zuvor hatte Corendon erklärt, dass es zum aktuellen Zeitpunkt keine zusätzlichen Informationen gebe und Passagiere bei neuen Entwicklungen per SMS und E Mail informiert würden.

Politische Debatte in Den Haag

Parallel zu den Flugannullierungen sorgt die Lage in Venezuela auch politisch für erhebliche Diskussionen in den Niederlanden. In der Tweede Kamer reagieren mehrere Parteien mit Sorge auf die militärischen Entwicklungen. Linke Parteien fordern die Regierung auf, das Vorgehen der Vereinigten Staaten gegenüber Venezuela klar zu verurteilen. Vertreter von GroenLinks PvdA, SP und der Partij voor de Dieren warnen vor möglichen Folgen für die gesamte Region und insbesondere für Aruba, Bonaire und Curaçao. Auch aus Reihen der VVD und D66 wird betont, dass die Sicherheit der Bevölkerung auf den karibischen Inseln oberste Priorität habe. Uneinigkeit herrscht jedoch über die politische Bewertung der US Aktion, die von einzelnen Abgeordneten ausdrücklich begrüßt wird.

Notice to Airmen (NOTAM) erklärt

Im Zuge militärischer Aktivitäten der Vereinigten Staaten in Venezuela wurde ein sogenanntes NOTAM veröffentlicht, das sich an amerikanische Fluggesellschaften richtet. In dieser Luftfahrthinweis Meldung wird das Luftraum Venezuelas sowie das Luftraum rund um Aruba, Bonaire und Curaçao für US Carrier zeitweise eingeschränkt. Hintergrund ist eine Vorsichtsmaßnahme der US Luftfahrtbehörden nach einer nächtlichen militärischen und sicherheitsbezogenen Operation in Venezuela. Die Maßnahme gilt für 24 Stunden und endet am Sonntag 4. Januar um 01:00 Uhr niederländischer Zeit. Nach Angaben der lokalen Flugsicherung bleiben zivile Flugbewegungen technisch möglich, dennoch folgen sowohl amerikanische als auch niederländische Airlines den Vorgaben des NOTAM und haben ihre Flüge ausgesetzt.

Luftraum um Curaçao nicht vollständig geschlossen

Zusätzliche Verwirrung entstand durch widersprüchliche Informationen zum Luftraum rund um Curaçao. Die Regierung der Insel stellte in einer offiziellen Mitteilung klar, dass das Luftraum nicht vollständig geschlossen sei, sondern unter erhöhter Bereitschaft stehe. Hintergrund ist eine Anordnung der Vereinigten Staaten, nach der amerikanische Fluggesellschaften die Region derzeit nicht anfliegen dürfen. Nicht amerikanische Airlines können selbst entscheiden, ob sie das Luftraum nutzen. Dennoch haben sich KLM, TUI und Corendon entschieden, ihre Flüge vorerst auszusetzen. Lokale Fluggesellschaften wie Divi Divi Air und Z Air verkehren nach Angaben lokaler Medien weiterhin zwischen Curaçao, Bonaire und Aruba.

Auswirkungen für Reisende aus den Niederlanden

Für Reisende aus den Niederlanden bedeutet die aktuelle Lage vor allem Unsicherheit und kurzfristige Planänderungen. Flüge in die südliche Karibik sind aktuell nicht verlässlich planbar. Airlines empfehlen dringend, vor der Abreise die aktuellen Flugstatus Informationen zu prüfen und flexible Reiseoptionen zu nutzen. Wie lange die Einschränkungen andauern, ist derzeit offen. Sowohl die Fluggesellschaften als auch die niederländischen Behörden betonen, dass weitere Entscheidungen von der Entwicklung der Sicherheitslage in Venezuela abhängen.

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