Kaffee und Fleisch bleiben Preistreiber
| von Redaktion
DEN HAAG · Inflation in den Niederlanden weiter hoch, besonders bei Lebensmitteln
Die Preise in den Niederlanden steigen weiter spürbar. Das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) meldet für Juni 2025 eine Inflationsrate von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit liegt die Teuerung nur minimal unter dem Mai-Wert von 3,3 Prozent. Besonders die Kosten für Wohnen, Energie und Lebensmittel treiben die Preise an. Auffällig ist der anhaltende Preisanstieg bei Produkten des täglichen Bedarfs wie Kaffee und Rindfleisch, während Tabak durch abklingende Steuereffekte die Inflation leicht dämpft. Dennoch bleiben die Lebenshaltungskosten hoch.
Die Inflation in den Niederlanden bleibt auf hohem Niveau. Wie das Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) mitteilt, lagen die Verbraucherpreise im Juni 2025 um 3,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Damit bestätigt das CBS die bereits zuvor veröffentlichte vorläufige Schätzung. Besonders die Preise für Energie, Wohnen und Lebensmittel sorgen für anhaltenden Kostendruck. Ein Drittel der gesamten Teuerung geht laut CBS auf steigende Kosten in diesen Bereichen zurück. Auffällig ist, dass Haushalte ohne eigene Stromerzeugung durch Solaranlagen oder ohne energetische Sanierungen stärker von den Preissteigerungen betroffen sind.
Lebensmittel bleiben ein zentraler Inflationstreiber. Vor allem Kaffee und Schokolade sind laut NOS schon seit längerer Zeit teuer, wobei auch Rindfleisch nach Beobachtungen von BNR weiterhin stark im Preis steigt. Das CBS stellt fest, dass zwar insgesamt etwas weniger Geld für Lebensmittel ausgegeben wurde, die Preise aber dennoch hoch bleiben. Die Ausgaben der niederländischen Verbraucher konzentrieren sich aktuell stärker auf Dienstleistungen, während beim täglichen Einkauf gespart wird.
Die Teuerung wird im Juni auch weiterhin durch Nebeneffekte der Steuerpolitik beeinflusst. Besonders der Tabakpreis zeigt eine auffällige Entwicklung: Nach einer kräftigen Erhöhung der Tabaksteuern im April 2024 war der Preisanstieg im Mai noch außergewöhnlich hoch. Inzwischen ebbt dieser Effekt langsam ab, was die Inflationsrate leicht drückt. Laut AD lag der Preisanstieg bei Tabak im Juni bei 8,6 Prozent, nachdem er im Mai noch 31,2 Prozent betragen hatte. Diese Entspannung wird allerdings von höheren Kosten für Urlaubsreisen wieder ausgeglichen. So wirken sich insbesondere Preisbewegungen bei internationalen Flügen und bei Aufenthalten in Ferienparks inflationssteigernd aus.
Preise für Reisen steigen wieder
Wie das CBS berichtet, stiegen die Preise für internationale Flüge im Juni im Vergleich zum Vorjahr an. Zwar waren diese Flüge im Jahresvergleich immer noch um 11,1 Prozent günstiger, jedoch zeigt der Trend bereits wieder nach oben. Im Mai hatte der Preisrückgang im Jahresvergleich noch bei 20,3 Prozent gelegen. Auch Ferien in Bungalowparks verteuerten sich, was laut AD den allgemeinen Preisanstieg zusätzlich befeuert hat.
Inflation im europäischen Vergleich
Im europäischen Vergleich liegt die niederländische Inflationsrate weiterhin über dem Durchschnitt. Während die Teuerung in der Eurozone laut CBS im Juni bei 2,0 Prozent lag, meldet das niederländische Statistikamt nach dem harmonisierten Index (HICP) eine Inflation von 2,8 Prozent. Vor allem die Preise für Lebensmittel, Getränke und Tabak steigen in den Niederlanden stärker als im übrigen Euroraum. In Deutschland beispielsweise betrug die Inflationsrate im Juni laut Statistischem Bundesamt 2,0 Prozent, die Teuerung bei Lebensmitteln lag dort bei 2,0 Prozent, also deutlich niedriger als in den Niederlanden.
Wirtschaftliche Diskussion um Inflationsentwicklung
Die anhaltend hohe Inflation bleibt ein wirtschaftliches Streitthema. Wie BNR berichtet, sorgen sich einige Wirtschaftsexperten der Europäischen Zentralbank (EZB) mittlerweile bereits wieder um eine zu niedrige Inflation im Euroraum. Dennoch erleben viele Menschen den Alltag als weiterhin teuer, auch weil die Preise für wichtige Güter wie Lebensmittel und Energie trotz leicht sinkender Inflationsraten hoch bleiben. Insbesondere die Preisentwicklung bei Kaffee und Fleisch sorgt bei Verbrauchern für Frust.
Tabak als vorübergehender Dämpfer
Dass die Inflation im Juni im Vergleich zum Mai leicht gesunken ist, liegt vor allem an den sinkenden Effekten der Tabaksteuer. Laut AD verliert der Preistreiber Tabak allmählich an Wirkung, da immer weniger Restbestände mit alten Steuersätzen verkauft werden. Dennoch bleibt das Preisniveau hoch und dürfte ohne diesen Sondereffekt weiterhin steigen.
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