Information

einfach auf den Punkt gebracht

Immobilien weiter deutlich teurer

| von Redaktion

Und wieder teurer: Werden Immobilien unbezahlbar? | Foto: HOLLAND.guide
Und wieder teurer: Werden Immobilien unbezahlbar? | Foto: HOLLAND.guide

DEN HAAG · Die Preise für bestehende Wohnimmobilien in den Niederlanden lagen im November 2025 im Durchschnitt 6,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Damit setzt sich der Aufwärtstrend am Wohnungsmarkt fort, auch wenn sich das Tempo der Preissteigerungen weiter abschwächt. Wie aus aktuellen Zahlen hervorgeht, steigen die Preise zwar weiterhin, jedoch bereits den achten Monat in Folge langsamer als zuvor. Im Monatsvergleich legten die Immobilienpreise leicht zu. Gleichzeitig wurden mehr Kaufverträge abgeschlossen als ein Jahr zuvor. Die Entwicklungen basieren auf der gemeinsamen Preisindexmessung von CBS und Kadaster, die sämtliche registrierten Transaktionen bestehender Koopwoningen in den Niederlanden auswerten.

Die aktuellen Daten zeigen, dass sich der niederländische Immobilienmarkt weiterhin in einer Phase moderaten Wachstums befindet. Im November 2025 stiegen die Preise bestehender Koopwoningen (Wohnimmobilien) gegenüber Oktober um durchschnittlich 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich ergibt sich damit ein Plus von 6,1 Prozent. Damit liegt die Preissteigerung erneut unter dem Wert des Vormonats, als noch ein Zuwachs von 6,6 Prozent gemessen wurde. Nach Angaben von CBS und Kadaster flacht die Preisentwicklung bereits seit acht Monaten kontinuierlich ab. Während im Frühjahr 2025 noch zweistellige Wachstumsraten verzeichnet wurden, nähern sich die monatlichen Jahreszuwächse nun einem stabileren Niveau. Grundlage dieser Entwicklung ist die Preisindexmessung für bestehende private Koopwoningen, bei der Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Objekten statistisch ausgeglichen werden. Dadurch lässt sich die tatsächliche Preisentwicklung besser abbilden als über reine Durchschnittspreise.

Preisentwicklung seit dem Höchststand 2022

Die derzeitige Marktlage ist auch im längerfristigen Vergleich bemerkenswert. Die Preise für bestehende Koopwoningen erreichten im Juli 2022 ihren bisherigen Höchststand. In den Monaten danach setzte zunächst eine Phase sinkender Preise ein, die sich bis ins Jahr 2023 fortsetzte. Seit Juni 2023 zeigt der Trend jedoch wieder nach oben. Im November 2025 lagen die Preise laut Preisindex im Durchschnitt bereits 14,9 Prozent über dem Niveau des früheren Höchststands aus dem Sommer 2022. Der Index für bestehende Koopwoningen erreichte im November 2025 einen Stand von 152,8 Punkten, ausgehend von einem Basiswert von 100 im Jahr 2020. Damit wird deutlich, dass die Preiskorrektur der Jahre 2022 und 2023 vollständig aufgeholt wurde und der Markt inzwischen ein neues, höheres Preisniveau erreicht hat.

Abnehmende Dynamik bei weiterem Wachstum

Trotz der weiterhin steigenden Preise zeigt sich eine klare Abschwächung der Dynamik. Während die Jahresveränderungen im Laufe des Jahres 2024 teils über 11 Prozent lagen, sind die Zuwächse im Verlauf von 2025 kontinuierlich zurückgegangen. Von 11,5 Prozent im Januar sank der Wert schrittweise auf 6,1 Prozent im November. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich Angebot und Nachfrage langsam neu ausbalancieren. Die aktuellen Zahlen zeigen somit keinen abrupten Preisrückgang, sondern eine Phase der Beruhigung nach mehreren Jahren starker Bewegungen am Wohnungsmarkt. Häuser bleiben zwar teurer als im Vorjahr, werden jedoch nicht mehr in dem Tempo teurer wie noch zu Beginn des Jahres.

Mehr Immobilienverkäufe im Jahresverlauf

Neben der Preisentwicklung liefern die Daten auch Einblicke in die Aktivität am Markt. Im November 2025 registrierte das Kadaster insgesamt 18.224 Transaktionen bestehender Koopwoningen. Das entspricht einem leichten Plus von gut einem Prozent im Vergleich zum November des Vorjahres. Noch deutlicher fällt der Zuwachs im Jahresverlauf aus. In den ersten elf Monaten des Jahres 2025 wechselten insgesamt 211.541 Wohnungen den Eigentümer. Das sind nahezu 16 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Zahlen zeigen, dass der Markt trotz höherer Preise weiterhin eine hohe Umschlagshäufigkeit aufweist und Käufer weiterhin aktiv sind.

Durchschnittspreis und Bedeutung der Preisindexmessung

Der durchschnittliche Transaktionspreis für eine bestehende Koopwoning lag im November 2025 bei 477.531 Euro. Dieser Wert dient jedoch nicht als Grundlage für die Berechnung der offiziellen Preisentwicklung. Für die Analyse der Preisbewegungen verwenden CBS und Kadaster ausschließlich den Preisindex. Dabei werden Qualitätsunterschiede zwischen den verkauften Wohnungen statistisch berücksichtigt. Faktoren wie Wohnfläche, Lage oder Baujahr fließen so in die Berechnung ein. Der durchschnittliche Kaufpreis enthält diese Korrekturen nicht und kann daher stärker schwanken. Aus diesem Grund gilt der Preisindex als verlässlicher Indikator für die tatsächliche Entwicklung des Wohnungsmarktes in den Niederlanden.

Methodik von CBS und Kadaster

Die Preisentwicklung bestehender Koopwoningen wird auf Basis aller beim Kadaster registrierten Kaufverträge ermittelt. CBS und Kadaster werten dafür flächendeckend die notariellen Kaufakten aus. Durch diese vollständige Datengrundlage lassen sich sowohl Preisbewegungen als auch Veränderungen bei den Transaktionszahlen präzise abbilden. Die aktuellen Zahlen für November 2025 bestätigen damit ein Bild, das sich bereits seit Monaten abzeichnet. Der niederländische Wohnungsmarkt bleibt teuer, wächst jedoch mit deutlich geringerem Tempo als noch zu Beginn des Jahres.

In eigener Sache

Bitte unterstütze uns

Unsere Aktivitäten und diese Webseite bieten wir kostenlos an. Wir tun dies gerne und freiwillig. Um unseren Service weiterhin anbieten zu können, schalten wir Werbung und nutzen Affiliate-Links. Deine Unterstützung, sei es durch Mitarbeit oder eine Spende in Höhe einer Tasse Kaffee über PayPal, ist uns sehr willkommen und hilft uns enorm.

Vielen Dank dafür!


Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 4.

Weitere Nachrichten