Hitzewelle nimmt Kurs auf die Niederlande
| von Redaktion
DE BILT · Die Niederlande stehen vor mehreren außergewöhnlich heißen Sommertagen. Die Wetterdienste erwarten bis zum Ende der Woche einen deutlichen Temperaturanstieg mit Höchstwerten von bis zu 38 Grad. Besonders in der südöstlichen Landeshälfte wird die Hitze zunehmend belastend. Das KNMI hat bereits wegen anhaltender Hitze Code Gelb ausgegeben. Während am Montag noch regionale Unterschiede zwischen Nord und Süd bestehen, werden ab Mittwoch in weiten Teilen des Landes tropische Temperaturen erreicht. Nach aktuellen Prognosen könnten die höchsten Werte am Donnerstag und Freitag gemessen werden. Erst zum Wochenende steigt die Wahrscheinlichkeit für Gewitter und etwas niedrigere Temperaturen. Die Entwicklung markiert eine der bisher intensivsten Hitzephasen des Jahres 2026.
Der Wochenbeginn verläuft sonnig, trocken und warm. Nach Angaben des KNMI liegen die Höchsttemperaturen am Montag zwischen 21 Grad auf den Watteninseln und bis zu 31 Grad im Südosten des Landes. In der Landesmitte werden Werte zwischen 26 und 28 Grad erwartet. Verantwortlich für die Unterschiede ist ein mäßiger Nordostwind, der insbesondere die Küstenregionen etwas kühler hält. In Zeeland, Brabant und Limburg steigen die Temperaturen dagegen bereits auf knapp über 30 Grad. Die Sonne zeigt sich häufig, Niederschläge werden nicht erwartet. Auch die Nacht bleibt trocken. Während es im Norden örtlich auf etwa 9 Grad abkühlen kann, bleiben die Temperaturen in den größeren Städten des Südens bei rund 20 Grad.
Das KNMI weist weiterhin auf die bestehende Hitzewarnung hin. Die Kombination aus hohen Temperaturen, viel Sonnenschein und einer UV-Strahlung von bis zu Stärke 7 sorgt bereits zu Wochenbeginn für sommerliche Bedingungen. Gleichzeitig bietet der Montag laut mehreren Wetterdiensten noch die vergleichsweise angenehmsten Temperaturen der Woche. Die Nächte zu Montag und Dienstag gelten noch als ausreichend kühl, um Wohnungen und Häuser durch Lüften etwas abzukühlen. Danach wird dies zunehmend schwieriger. Bereits am Dienstag werden im Süden Werte zwischen 30 und 32 Grad erwartet, während selbst die Küstenregionen deutlich wärmer werden als zu Wochenbeginn.
Temperaturen steigen täglich weiter an
Ab Dienstag setzt sich die Erwärmung fort. Das KNMI erwartet verbreitet sonniges Wetter mit Höchstwerten von 25 Grad im nördlichen Küstenbereich bis zu 33 Grad im Süden. Auch Weeronline rechnet mit Temperaturen zwischen 30 und 32 Grad in der südlichen Landeshälfte. Die Sonne scheint nahezu ununterbrochen und Niederschläge bleiben weiterhin aus.
Am Mittwoch erreicht die Hitze eine neue Stufe. Nach den aktuellen Prognosen steigen die Temperaturen im Südosten auf bis zu 35 Grad. In der Landesmitte werden rund 32 Grad erwartet, selbst im Norden werden Werte nahe 30 Grad erreicht. Das Wetter bleibt dabei sonnig und trocken.
Donnerstag und Freitag als Höhepunkt der Hitzewelle
Die höchsten Temperaturen der Woche werden derzeit für Donnerstag und Freitag prognostiziert. Das KNMI spricht in der aktuellen Vorhersage für die südöstliche Hälfte des Landes von außergewöhnlicher Hitze mit Temperaturen zwischen 34 und 38 Grad. Auch Weeronline und Weerplaza erwarten vielerorts Werte von 35 Grad oder mehr.
Besonders am Freitag könnten lokal bis zu 37 Grad gemessen werden. Die Hitze beschränkt sich dann nicht mehr auf den Süden. Selbst auf den Watteninseln werden Temperaturen von über 30 Grad erwartet. Gleichzeitig bleibt die Sonneneinstrahlung sehr stark. Die UV-Belastung erreicht nach den Prognosen täglich Werte von 7 und regional sogar 8.
Nächte werden zunehmend tropisch
Während die ersten Nächte der Woche noch vergleichsweise angenehm verlaufen, verändert sich die Situation ab Mittwoch deutlich. Die Tiefstwerte liegen dann vielerorts zwischen 16 und 20 Grad. In den darauffolgenden Nächten kühlt es vor allem in städtischen Gebieten kaum noch ab.
Mehrere Wetterdienste weisen darauf hin, dass die Temperaturen nachts örtlich über 20 Grad bleiben können. Solche sogenannten Tropennächte treten besonders in dicht bebauten Regionen auf. Die anhaltend hohen Nachttemperaturen erschweren die Abkühlung von Gebäuden und sorgen dafür, dass sich die Wärme über mehrere Tage hinweg aufstaut.
Bereits zweite regionale Hitzewelle des Jahres
Nach Angaben von Weeronline wurde im Süden der Niederlande bereits am vergangenen Wochenende die zweite regionale Hitzewelle des Jahres registriert. Schon im Mai war lokal die Hitzewellengrenze erreicht worden.
Laut den Wetterexperten ist dies ein außergewöhnlicher Vorgang. Noch nie zuvor wurden so früh im Jahr bereits zwei regionale Hitzewellen verzeichnet. Mit der nun erwarteten weiteren Erwärmung dürfte sich die Hitze auf immer größere Teile des Landes ausweiten.
Gewitterrisiko zum Wochenende
Ab Samstag verändert sich die Wetterlage voraussichtlich. Das KNMI erwartet eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für Gewitter. Auch Weerplaza rechnet am Freitag bereits mit einer steigenden Gewitterneigung, wobei sonniges und trockenes Wetter zunächst weiterhin wahrscheinlicher bleibt.
Für Samstag und Sonntag werden örtliche Schauer und Gewitter erwartet. Gleichzeitig gehen die Temperaturen insbesondere im Westen etwas zurück. Trotz dieser Abkühlung bleibt es nach den derzeitigen Prognosen vielerorts sommerlich bis tropisch warm. Erst nach dem Wochenende könnte die Hitze weiter nachlassen, wobei die Vorhersagen hierfür noch Unsicherheiten aufweisen.
Nationaler Hitzeplan aktiv
Wegen der anhaltenden hohen Temperaturen gilt in den Niederlanden derzeit der Nationale Hitzeplan. Er soll insbesondere ältere Menschen, chronisch Kranke, kleine Kinder und andere gefährdete Gruppen vor gesundheitlichen Folgen der Hitze schützen. Behörden rufen dazu auf, aufeinander zu achten und regelmäßig Kontakt zu Angehörigen, Nachbarn oder Pflegebedürftigen zu halten.
Wichtig sind ausreichend Flüssigkeit, ein kühles Wohnumfeld und das Vermeiden körperlicher Anstrengungen während der heißesten Stunden des Tages. Auch Sonnenschutz, leichte und ausgewogene Mahlzeiten sowie Aufenthalte im Schatten werden empfohlen. Warnzeichen wie Kopfschmerzen, Schwindel, starke Müdigkeit oder ungewöhnlich großer Durst sollten ernst genommen werden. Bei Fragen zu Medikamenten oder gesundheitlichen Beschwerden können Hausarzt oder Apotheke beraten.
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