Information

einfach auf den Punkt gebracht

Hitzewelle fordert Hunderte zusätzliche Todesopfer

| von Redaktion

Vor wenigen Tagen noch ein humorvoller Kommentar zur Hitzewelle. Die jetzt veröffentlichten Zahlen des RIVM zeigen, dass die extreme Hitze für Hunderte Menschen tödliche Folgen hatte. | Erstellt mit DALL·E für HOLLAND.guide
Vor wenigen Tagen noch ein humorvoller Kommentar zur Hitzewelle. Die jetzt veröffentlichten Zahlen des RIVM zeigen, dass die extreme Hitze für Hunderte Menschen tödliche Folgen hatte. | Erstellt mit DALL·E für HOLLAND.guide

BILTHOVEN · Die Hitzewelle Ende Juni hat in den Niederlanden nach einer ersten Schätzung des Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM) zu einer deutlich erhöhten Sterblichkeit geführt. Besonders betroffen waren hochbetagte Menschen sowie Regionen mit den höchsten Temperaturen. Nach vorläufigen Daten starben in der Woche vom 22. bis 28. Juni rund 480 Menschen mehr als statistisch erwartet. Die erhöhte Sterblichkeit zeigte sich vor allem bei Personen ab 80 Jahren sowie in Ost- und Südniederlande. Das RIVM weist darauf hin, dass die Zahlen noch unvollständig sind, da Todesfälle teilweise erst Wochen später registriert werden. Dennoch unterstreichen die ersten Ergebnisse erneut die erheblichen gesundheitlichen Risiken extremer Hitze für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.

In der Kalenderwoche vom 22. bis 28. Juni wurden nach Angaben des RIVM etwa 3.530 Todesfälle registriert. Erwartet worden waren rund 3.050 Sterbefälle. Daraus ergibt sich eine vorläufige Übersterblichkeit von etwa 480 Menschen. Die ersten Auswertungen zeigen, dass insbesondere Personen im Alter von 80 Jahren und älter betroffen waren. Regional fiel die erhöhte Sterblichkeit vor allem im Osten und Süden der Niederlande auf. Dort wurden während der Hitzewelle auch die höchsten Temperaturen gemessen. Das RIVM betont, dass diese Zahlen noch vorläufig sind, weil ein Teil der Todesfälle erst mit zeitlicher Verzögerung offiziell registriert wird.

Erst in einigen Wochen werde deshalb ein vollständiges Bild über die Auswirkungen der Hitzewelle vorliegen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde können extreme Temperaturen erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Besonders ältere Menschen sowie chronisch Kranke reagieren empfindlich auf lang anhaltende Hitze. Das RIVM weist darauf hin, dass Organe im Alter weniger leistungsfähig arbeiten, das Durstgefühl nachlässt und gleichzeitig die Schweißproduktion sinkt. Dadurch kann der Körper Wärme schlechter abgeben. Menschen mit Herz-, Kreislauf- oder Lungenerkrankungen sind dadurch zusätzlich belastet. Bereits die erste Schätzung macht nach Einschätzung des Instituts deutlich, dass die außergewöhnlich heißen Tage Ende Juni erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit hatten.

Außergewöhnliche Wetterlage erhöhte Gesundheitsrisiken

Die Hitzewelle dauerte vom 18. bis 29. Juni. Am 26. Juni galt in großen Teilen der Niederlande wegen der extremen Temperaturen die höchste Hitzewarnstufe des KNMI. Neben den hohen Tageshöchstwerten erschwerten außergewöhnlich warme Nächte die Erholung des Körpers. Zwischen dem 25. und 27. Juni wurden tropische Nächte mit Mindesttemperaturen von mindestens 20 Grad Celsius registriert. Gleichzeitig war die Luftfeuchtigkeit ungewöhnlich hoch, wodurch die Hitze zusätzlich als belastend empfunden wurde. Während Teilen der Hitzewelle trat außerdem Smog auf. Nach Angaben des RIVM stellte die Kombination aus großer Hitze und schlechter Luftqualität insbesondere für gesundheitlich vorbelastete Menschen eine zusätzliche Belastung dar.

Nationaler Hitzeplan soll Risikogruppen schützen

Während der Hitzewelle war der Nationale Hitzeplan aktiviert. Mit diesem Programm ruft das RIVM Pflegeeinrichtungen, Angehörige und Betreuende dazu auf, gefährdete Menschen besonders aufmerksam zu unterstützen. Zu den Risikogruppen zählen ältere Menschen, chronisch Kranke, Menschen mit Übergewicht sowie sehr junge Säuglinge. Sie benötigen bei hohen Temperaturen häufig zusätzliche Hilfe beim Trinken und Abkühlen. Nach Angaben des Instituts hat die Aufmerksamkeit für die Gesundheitsgefahren extremer Hitze in den vergangenen Jahren zugenommen. Dadurch sei die Wahrscheinlichkeit, an sehr heißen Tagen zu sterben, seit 2010 zurückgegangen. Das RIVM sieht den Nationalen Hitzeplan als wichtigen Beitrag für dieses gestiegene Bewusstsein.

In eigener Sache

Bitte unterstütze uns

Unsere Aktivitäten und diese Webseite bieten wir kostenlos an. Wir tun dies gerne und freiwillig. Um unseren Service weiterhin anbieten zu können, schalten wir Werbung und nutzen Affiliate-Links. Deine Unterstützung, sei es durch Mitarbeit oder eine Spende in Höhe einer Tasse Kaffee über PayPal, ist uns sehr willkommen und hilft uns enorm.

Vielen Dank dafür!


Zurück zur Newsübersicht

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 5 plus 7.

Weitere Nachrichten