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Hitzealarm: Nationaler Hitzeplan aktiv

| von Redaktion

Code Geel wegen Hitze © KNMI
Code Geel wegen Hitze © KNMI

DEN HAAG · Die Niederlande stehen vor einer mehrtägigen Phase mit sehr hohen Temperaturen und drückender Schwüle. Ab Donnerstag, dem 18. Juni 2026, aktiviert das Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu (RIVM) für das gesamte Land den Nationalen Hitzeplan. Gleichzeitig gilt ab 10 Uhr in nahezu allen Landesteilen die Wetterwarnung Code Gelb des KNMI. Für Freitag werden Höchstwerte von bis zu 35 Grad erwartet, während auch die Nächte ungewöhnlich warm bleiben. Die Aktivierung des Hitzeplans ist ein wichtiger Bestandteil des niederländischen Gesundheitsschutzes bei anhaltender Hitze. Ziel ist es, Pflegekräfte, Gesundheitsorganisationen, Angehörige und Betreuer frühzeitig auf mögliche Gesundheitsrisiken aufmerksam zu machen. Besonders ältere Menschen, kleine Kinder und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen sollen in den kommenden Tagen verstärkt geschützt werden. Neben den hohen Temperaturen spielt auch die hohe Luftfeuchtigkeit eine wichtige Rolle, da sie die Belastung für den menschlichen Körper zusätzlich erhöht.

Ab Donnerstag beginnt nach Angaben des KNMI eine außergewöhnlich warme Wetterphase, die voraussichtlich mindestens bis Dienstag andauern wird. Bereits am Donnerstag werden landesweit Höchsttemperaturen zwischen 27 und 32 Grad erwartet. Am Freitag steigt das Thermometer vielerorts auf 30 bis 35 Grad. Für das Wochenende bleibt die Entwicklung teilweise noch unsicher, dennoch rechnen die Wetterdienste insbesondere im Südosten weiterhin mit Temperaturen um 30 Grad. Auch für Montag werden erneut Werte zwischen 30 und 35 Grad erwartet. Hinzu kommt eine hohe Luftfeuchtigkeit, die die empfundene Belastung deutlich erhöht. Das KNMI weist darauf hin, dass dadurch eine unangenehme Schwüle entsteht, die sowohl für Risikogruppen als auch für gesunde Menschen problematisch werden kann. Besonders bei körperlicher Anstrengung drohen Überhitzung und Austrocknung.

Zusätzlich besteht am Donnerstag- und Freitagabend örtlich die Gefahr schwerer Gewitter. Auffällig ist dabei die sogenannte Hittekraft, ein neuer Index des KNMI, der Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung kombiniert. In großen Teilen des Landes werden für Freitag und Samstag Werte von 8 erreicht, im Südosten sogar 9 auf einer Skala von 0 bis 10. Bereits am Donnerstag werden im Zentrum und Süden Werte zwischen 7 und 8 erwartet. Auch am Sonntag und Montag sind erneut Werte von 8 oder 9 möglich. Das KNMI betont, dass die tatsächliche Belastung von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter Alter, Gesundheitszustand, körperliche Aktivität und Gewöhnung an hohe Temperaturen. Deshalb kann dieselbe Hittekraft von Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden.

Warum der Hitzeplan aktiviert wurde

Das RIVM hat den Nationalen Hitzeplan nach Abstimmung mit dem KNMI aktiviert. Grundlage für die Entscheidung ist nicht allein die erwartete Höchsttemperatur. Berücksichtigt werden auch die Dauer der Hitzeperiode, die nächtlichen Temperaturen sowie die Luftfeuchtigkeit. Nach den festgelegten Kriterien wird eine Aktivierung vorgenommen, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit für mehr als vier aufeinanderfolgende Tage mit Temperaturen über 27 Grad besteht.

Der Nationale Hitzeplan dient als Warnsystem für Gesundheitsorganisationen, Pflegeeinrichtungen, Hausärzte, Hilfsorganisationen und Angehörige. Rund 70 landesweite Branchen- und Interessenverbände im Gesundheitswesen erhalten entsprechende Mitteilungen des RIVM. Diese Organisationen entscheiden anschließend selbst, wie sie ihre Mitglieder und regionalen Netzwerke informieren und welche Maßnahmen sie ergreifen.

Mit der Aktivierung wird zudem die Öffentlichkeit auf die bevorstehende Belastung aufmerksam gemacht. Das RIVM veröffentlicht während der Hitzephase regelmäßig aktuelle Informationen zur Wetterentwicklung und zu gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen.

Diese Gruppen sind besonders gefährdet

Nach Angaben des RIVM gehören Menschen über 75 Jahre zur größten Risikogruppe. Mit zunehmendem Alter kann der Körper die Temperatur schlechter regulieren. Gleichzeitig nimmt häufig das Durstgefühl ab, wodurch Austrocknung schneller entstehen kann.

Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, Personen in sozialer Isolation, Obdachlose sowie sehr junge Kinder gelten als besonders gefährdet. Bei ihnen können bereits nach kurzer Zeit Beschwerden wie Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Kopfschmerzen auftreten. In schwereren Fällen drohen Dehydrierung oder ein Hitzeschlag.

Das KNMI weist zudem darauf hin, dass auch gesunde Menschen betroffen sein können. Wer Sport treibt, körperlich arbeitet oder sich längere Zeit in der Sonne aufhält, kann unabhängig vom Alter gesundheitliche Probleme entwickeln. Deshalb richtet sich die Warnung nicht ausschließlich an Risikogruppen.

Empfehlungen für die kommenden Tage

Das RIVM ruft dazu auf, besonders auf gefährdete Menschen im persönlichen Umfeld zu achten. Angehörige, Nachbarn und Pflegekräfte sollen regelmäßig nachfragen, ob ausreichend getrunken wird und ob Unterstützung benötigt wird.

Wichtig ist außerdem, Wohnungen möglichst kühl zu halten. Empfohlen werden geschlossene Vorhänge oder Rollläden während der heißesten Tagesstunden sowie der Einsatz von Ventilatoren oder Klimaanlagen. Gelüftet werden sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- und Abendstunden.

Körperliche Aktivitäten sollten möglichst vor 12 Uhr oder nach 18 Uhr stattfinden. Wer nach draußen geht, sollte schattige Bereiche aufsuchen und längere Aufenthalte in der direkten Sonne vermeiden. Das RIVM weist außerdem darauf hin, auf Anzeichen einer Überhitzung zu achten. Dazu gehören starke Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, ausgeprägter Durst oder Konzentrationsprobleme. Wenn zusätzliche Flüssigkeitszufuhr und Kühlung keine Besserung bringen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

So funktioniert das niederländische Warnsystem

Der Nationale Hitzeplan besteht seit 2007 und wurde nach Angaben des RIVM bereits mehr als 15 Mal aktiviert. Das System basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen KNMI, RIVM, Gesundheitsdiensten und weiteren Organisationen.

Während der Hitzesaison von Mai bis September informiert das KNMI das RIVM frühzeitig über mögliche längere Hitzeperioden. Zunächst erfolgt gegebenenfalls eine Vorwarnung. Verdichten sich die Wetterprognosen und wird eine mehrtägige Hitzewelle wahrscheinlich, entscheidet das RIVM über die offizielle Aktivierung des Hitzeplans.

Mit der Aktivierung gibt das KNMI zugleich eine Wetterwarnung für Hitze aus. Für die kommenden Tage gilt landesweit Code Gelb, ausgenommen die Watteninseln. Bei extremeren Wetterlagen wären grundsätzlich auch höhere Warnstufen möglich.

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