Hitze, Hitze, Hitze: Code Oranje
| von Redaktion
DE BILT · Die Hitzewelle in den Niederlanden verschärft sich deutlich. Nach Einschätzung des KNMI entwickelt sich aus der bereits anhaltenden Wärme in den kommenden Tagen eine Phase extremer Hitze mit erheblichen gesundheitlichen Risiken. Während aktuell landesweit vor anhaltender Hitze gewarnt wird, hat das KNMI am Montagabend für große Teile des Landes ab Mittwoch Code Oranje ausgerufen. Betroffen sind das Zentrum und der Süden der Niederlande. Dort werden bis mindestens Freitag Höchsttemperaturen von 33 bis 36 Grad erwartet. Hinzu kommen sehr hohe Nachttemperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, die für eine belastende Schwüle sorgen. Das Nationale Hitzeschutzprogramm des RIVM ist bereits aktiviert. Im Norden gilt ab Mittwoch zunächst Code Gelb.
Die Niederlande stehen vor mehreren außergewöhnlich heißen Tagen. Bereits am Montag wurden im Südosten Temperaturen um 30 Grad erreicht. Auch die Nacht bringt vielerorts kaum noch Abkühlung. Besonders in den größeren Städten des Zentrums und Südens bleiben die Temperaturen vielerorts deutlich erhöht. Für Dienstag erwartet das KNMI verbreitet Höchstwerte zwischen 28 und 32 Grad. Damit setzt sich die seit Tagen anhaltende Wärme fort. Gleichzeitig weist der Wetterdienst darauf hin, dass die Kombination aus hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit zunehmend zu einer unangenehmen und drückenden Hitze führt.
Vor allem ältere Menschen und Personen mit einer empfindlichen Gesundheit können dadurch gesundheitliche Beschwerden entwickeln. Bei körperlicher Anstrengung können jedoch auch gesunde Menschen unter Austrocknung oder Überhitzung leiden. Der Nationale Hitzeplan des RIVM ist deshalb bereits in Kraft. Nach Einschätzung des KNMI wird die Belastung in den kommenden Tagen weiter zunehmen. Die sogenannte Hitzekraft erreicht bereits jetzt am Nachmittag Werte zwischen 7 und 9. Ab Mittwoch steigen diese Werte im Zentrum und Süden auf 9 bis 10 an. Die Warnung des KNMI beschränkt sich deshalb nicht nur auf die Temperatur selbst, sondern berücksichtigt ausdrücklich auch die erwarteten Auswirkungen auf Gesundheit und Alltag. Besonders problematisch sind dabei die hohen Nachttemperaturen, die dem Körper nur wenig Gelegenheit zur Erholung geben. In den größeren Städten werden nachts teilweise Werte zwischen 22 und 27 Grad erwartet.
Code Oranje gilt ab Mittwoch
Das KNMI hat am Montag um 17.55 Uhr seine Warnungen verschärft. Für das Zentrum und den Süden der Niederlande gilt ab Mittwoch bis mindestens Freitag Code Oranje wegen extremer Hitze. Ausgenommen sind vorerst die Provinzen Groningen, Friesland und Drenthe sowie die Watteninseln.
Für die betroffenen Regionen erwartet der Wetterdienst Tageshöchstwerte zwischen 33 und 36 Grad. Gleichzeitig bleiben die Nächte ungewöhnlich warm. Besonders in größeren Städten sinken die Temperaturen teilweise nicht unter 22 bis 27 Grad. Dadurch entsteht eine anhaltende Belastung über mehrere Tage hinweg.
Norden bleibt vorerst bei Code Gelb
Für Groningen, Friesland und Drenthe gilt ab Mittwoch zunächst Code Gelb. Auch dort wird es sehr warm. Das KNMI erwartet Höchsttemperaturen zwischen 28 und 33 Grad.
Die Nächte verlaufen auch im Norden ungewöhnlich mild. In den größeren Städten können die Temperaturen nachts bei etwa 20 Grad liegen. Damit bleibt die Wärmebelastung auch dort hoch, fällt jedoch geringer aus als im Zentrum und Süden des Landes.
Hitzekraft steigt auf höchste Werte
Das KNMI verwendet seit Juni 2026 die Kennzahl „Hittekracht“, um die Belastung durch Hitze besser darzustellen. Dabei werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit gemeinsam betrachtet.
Während in den kommenden Tagen bereits Werte zwischen 7 und 9 erreicht werden, erwartet das KNMI ab Mittwoch im Zentrum und Süden Werte von 9 bis 10. Diese Kombination aus Hitze und Schwüle kann erhebliche Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Gesundheit haben.
Hohe Nachttemperaturen verschärfen die Lage
Neben den Tageshöchstwerten spielen die Nachttemperaturen eine wichtige Rolle bei der aktuellen Warnlage. Bereits in der Nacht zum Mittwoch werden in den größeren Städten des Südens und später auch im Zentrum Temperaturen von über 20 Grad erwartet.
Ab Mittwoch bleiben die Temperaturen nachts vielerorts zwischen 22 und 27 Grad. Dadurch können Wohnungen und Gebäude nur begrenzt auskühlen. Die Belastung durch die Hitze setzt sich somit auch während der Nacht fort.
KNMI warnt vor Gesundheits- und Verkehrsrisiken
Das Nationale Hitzeplan des RIVM ist bereits seit Tagen in Kraft. Hintergrund sind die anhaltend hohen Temperaturen und die erwartete weitere Verschärfung der Wetterlage.
Mit der Ausrufung von Code Oranje weist das KNMI auf eine hohe Wahrscheinlichkeit gefährlichen Wetters mit erheblichen Auswirkungen auf Alltag und Gesundheit hin. Nach Angaben des Wetterdienstes können grundsätzlich alle Menschen unter der anhaltenden Hitze leiden. Zu den möglichen Folgen zählen Austrocknung und Überhitzung. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit einer empfindlichen oder geschwächten Gesundheit sowie Menschen, die körperlich schwer arbeiten oder Sport treiben. Zusätzlich kann es durch Smog zu weiteren gesundheitlichen Beschwerden kommen. Auch Haustiere reagieren oft empfindlich auf hohe Temperaturen.
Das KNMI empfiehlt daher, die Hinweise des Nationalen Hitzeplans des RIVM zu beachten, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu vermeiden, ausreichend Wasser zu trinken und zwischen 12.00 und 18.00 Uhr auf schwere körperliche Aktivitäten zu verzichten. Gleichzeitig wird dazu aufgerufen, besonders auf Menschen im eigenen Umfeld zu achten, die möglicherweise Hilfe benötigen, sowie Haustiere nicht aus den Augen zu verlieren. Die anhaltende Hitze kann außerdem in Wohnungen und Büros zu erheblichen Belastungen führen. Das KNMI rät dazu, Gebäude möglichst kühl zu halten, tagsüber Fenster und Türen geschlossen zu lassen, Sonnenschutz zu verwenden und früh am Morgen zu lüften.
Wer in Naturgewässern schwimmen möchte, sollte vorab die aktuelle Wasserqualität prüfen, da sich diese bei extremer Hitze verschlechtern kann.
Auch im Verkehr werden Probleme erwartet. In abgestellten Fahrzeugen können lebensgefährliche Temperaturen entstehen. Kinder und Haustiere dürfen deshalb unter keinen Umständen in einem geschlossenen Auto zurückgelassen werden, auch nicht für wenige Minuten. Darüber hinaus können Schäden durch weichen Asphalt oder Hitzeeinwirkungen zu Sperrungen von Straßen und Brücken führen.
Die Kombination aus extremer Hitze und Trockenheit erhöht zudem das Risiko von Wald- und Böschungsbränden, die Verkehrsbehinderungen und Straßensperrungen verursachen können. Im Bahnverkehr sind Verzögerungen durch die Ausdehnung der Schienen möglich. Das KNMI empfiehlt Reisenden, ausreichend Wasser mitzunehmen, das Mobiltelefon aufzuladen, die Kühlflüssigkeit des Fahrzeugs zu kontrollieren und sich vor Reiseantritt über die aktuelle Verkehrs- und Wetterlage zu informieren.
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