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Hauptbühne Tomorrowland abgebrannt – Festival findet trotzdem statt

| von Redaktion

Screenshot | Quelle: tomorrowland.com

BOOM (BELGIEN) · Trotz verheerender Schäden am Wahrzeichen des Festivals bleibt die Stimmung optimistisch: Das beliebte belgische Elektrofestival Tomorrowland wird wie geplant stattfinden, obwohl das ikonische Hauptpodium am Mittwochabend vollständig abgebrannt ist. Verletzt wurde niemand, die Ursache des Feuers ist noch unklar. Die Veranstalter betonen, dass die Campingplätze wie vorgesehen öffnen und sämtliche Aktivitäten fortgesetzt werden. Besonders viele niederländische Festivalgäste hatten sich auf das Event gefreut – sie müssen nun auf das berühmte Main Stage Erlebnis verzichten.

Rund 1000 Mitarbeiter waren am Mittwochabend auf dem Gelände in Boom, nahe Antwerpen, mit den letzten Aufbauarbeiten beschäftigt, als gegen 18 Uhr ein Feuer auf dem Hauptpodium ausbrach. Binnen kürzester Zeit stand das gesamte Bühnenkonstrukt in Flammen. In den sozialen Medien waren meterhohe Rauchwolken und Explosionen zu sehen und zu hören. Dabei handelte es sich laut Polizei um im Bühnenbereich gelagertes Feuerwerk, das bei der Brandentwicklung mitverbrannte, jedoch keine zusätzliche Gefahr darstellte. Die Einsatzkräfte rückten mit einem Großaufgebot von über hundert Feuerwehrleuten und speziellem Waldbrandteam an, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Auch ein kleinerer Folgebrand im angrenzenden Gelände wurde gelöscht. Verletzt wurde niemand, wie die Organisation und Behörden übereinstimmend erklärten.

Festival ohne Aushängeschild

Das sogenannte Main Stage ist nicht nur das Herzstück von Tomorrowland, sondern auch architektonisches Aushängeschild des Festivals. Das diesjährige Bühnenbild war über zwei Jahre in Planung und Bau, sollte das Thema The World of Orbyz künstlerisch umsetzen und nach der belgischen Ausgabe nach Brasilien verschifft werden. Das Bauwerk war 45 Meter hoch und 160 Meter breit, ausgestattet mit über 2100 dekorativen Elementen, Wasserfällen und Lichtinstallationen. Die komplette Bühne wurde durch die Flammen vernichtet – übrig blieb nur ein verkohltes Gerüst.

Veranstalter und Behörden bleiben optimistisch

Festivalsprecherin Debby Wilmsen gab am Abend eine Pressekonferenz, in der sie betonte, dass alle geplanten Veranstaltungen stattfinden werden, jedoch ohne das zentrale Hauptpodium. „Wir peppen uns auf und machen weiter“, erklärte Wilmsen. Die Campingfläche DreamVille wird bereits am Donnerstag für 38.000 Besucher geöffnet, während am Freitag der reguläre Festivalbetrieb mit rund 200.000 Gästen startet. Auch die Global Journey Aktivitäten in Brüssel und Antwerpen finden wie geplant statt.

Ermittlungen zur Brandursache eingeleitet

Die Staatsanwaltschaft Antwerpen hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung eröffnet. Ein Brandsachverständiger soll den genauen Hergang klären. Unklar bleibt, ob der Auslöser im Zusammenhang mit pyrotechnischen Vorrichtungen am Bühnenaufbau steht. Zwar waren zum Zeitpunkt des Brandes keine Festivalgäste auf dem Gelände, dennoch war das Sicherheitsrisiko aufgrund gelagerter Materialien hoch. Anwohner wurden per B-Alert aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Betroffenheit bei Künstlern und Fans

Zahlreiche Künstler, darunter Martin Garrix, der als Headliner auf dem Main Stage auftreten sollte, äußerten sich schockiert, zeigten sich aber auch erleichtert, dass niemand verletzt wurde. Die belgische DJane Charlotte De Witte nannte die Ereignisse „herzzerreißend“. Auch Festivals wie Rock Werchter und Pukkelpop bekundeten Solidarität. Die Veranstalter suchen nun nach alternativen Bühnenlösungen für die bereits gebuchten Topacts wie Afrojack, Armin van Buuren und viele weitere.

Bedeutung für niederländische Fans

Tomorrowland ist traditionell ein beliebtes Ziel für niederländische Musikfans. Tausende Besucher reisen jedes Jahr über die Grenze, um Teil der spektakulären Shows zu sein. Der Brand stellt daher nicht nur für die belgischen Veranstalter, sondern auch für viele niederländische Gäste eine bittere Enttäuschung dar. Dennoch überwiegt die Vorfreude – ein Ausfall des Festivals wäre für viele undenkbar gewesen.

Ein Festival trotzt den Flammen

Trotz der enormen materiellen Verluste zeigt sich die Tomorrowland-Organisation kämpferisch und lösungsorientiert. Die Produktionsteams arbeiten unter Hochdruck, um das Festival in anderer Form doch noch unvergesslich zu machen. Für Besucherinnen und Besucher aus den Niederlanden und der ganzen Welt heißt es: feiern – wenn auch unter veränderten Vorzeichen.

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