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Häuser werden wieder teurer in NL

| von Redaktion

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
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LAREN · Der niederländische Wohnungsmarkt bleibt teuer. Wie das CBS und das Kadaster melden, lag die durchschnittliche Transaktionspreis einer bestehenden Eigentumswohnung oder eines bestehenden Eigenheims im Jahr 2025 bei rund 480.000 Euro. Das waren knapp 29.000 Euro mehr als 2024, wobei der Preissprung 2024 gegenüber 2023 noch größer ausfiel, fast 35.000 Euro. Gleichzeitig zeigen die Daten starke regionale Unterschiede: In Blaricum lag der Durchschnitt 2025 bei etwa 1,1 Millionen Euro, in Kerkrade bei rund 270.000 Euro. In 19 von 342 Gemeinden sank der Durchschnittspreis 2025 gegenüber 2024.

Die Preisentwicklung spiegelt sich auch in den Hypothekenzahlen. Nach Angaben des Kadaster wurden im zweiten Halbjahr 2025 gut 241.000 neue Hypotheken abgeschlossen, 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die gesamte Hypothekensumme lag bei 95,2 Milliarden Euro und damit so hoch wie seit Beginn dieser Messung 2019 nicht mehr. Knapp 205.000 der neuen Hypotheken hingen mit einem Wohnungskauf zusammen. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Loan to Value Quote leicht auf 87,4 Prozent, in den vier größten Städten stieg sie dagegen, weil dort Käufer, insbesondere Starter, relativ mehr finanzieren.

Gruppe Gemeinde Durchschnitt 2025 in Euro
Teuer Blaricum 1.106.000
Teuer Bloemendaal 1.024.000
Teuer Laren (NH.) 978.000
Teuer Wassenaar 904.000
Teuer Rozendaal 867.000
Teuer Heemstede 798.000
Teuer Bergen (NH.) 737.000
Teuer De Bilt 730.000
Teuer Gooise Meren 722.000
Teuer Landsmeer 706.000
Niederlande Niederlande gesamt 480.000
Günstig Den Helder 320.000
Günstig Leeuwarden 319.000
Günstig Eemsdelta 319.000
Günstig Veendam 316.000
Günstig Vlissingen 303.000
Günstig Terneuzen 298.000
Günstig Brunssum 291.000
Günstig Pekela 288.000
Günstig Heerlen 284.000
Günstig Kerkrade 270.000

Tabelle 1: Durchschnittspreis 2025, teuerste und günstigste Gemeinden | Quelle: CBS und Kadaster.

Wie stark die Schere auseinandergeht

CBS und Kadaster beziffern den Abstand zwischen der teuersten und der günstigsten Gemeinde 2025 auf 835.000 Euro. Im Jahr 2024 lag dieser Abstand bei 797.000 Euro. Damit kostet eine bestehende Kaufwohnung oder ein bestehendes Kaufhaus in der teuersten Gemeinde im Durchschnitt deutlich mehr als in der günstigsten, konkret mehr als viermal so viel. In zwei Gemeinden liegt der Durchschnittspreis über 1 Million Euro, in fünf Gemeinden liegt er unter 300.000 Euro. CBS und Kadaster zeigen außerdem, dass 2025 nur 19 von 342 Gemeinden einen niedrigeren Durchschnitt als 2024 hatten, in der großen Mehrheit stiegen die Werte also weiter.

Jahr Niederlande Durchschnitt in Euro Spreizung 80 Prozent der Gemeinden in tausend Euro Spreizung alle Gemeinden in tausend Euro
1995 93.800 72,7 bis 127,3 44,2 bis 231,8
2000 172.100 125,5 bis 243,8 83,0 bis 670,4
2005 222.700 177,7 bis 302,9 123,3 bis 692,9
2010 239.500 182,1 bis 320,4 132,3 bis 788,7
2015 230.200 174,1 bis 292,5 124,8 bis 597,7
2020 334.500 250,4 bis 438,5 164,1 bis 863,3
2022 428.600 319,6 bis 561,6 230,8 bis 1118,9
2023 416.200 318,9 bis 520,3 215,8 bis 1088,8
2024 451.000 346,1 bis 567,0 250,4 bis 1047,7
2025 479.500 373,8 bis 605,4 270,1 bis 1105,6

Tabelle 2: Langfristige Entwicklung der durchschnittliche Kaufsumme| Quelle: CBS und Kadaster, Werte in tausend Euro, ausgewählte Jahre.

Mehr Hypotheken, mehr Geld, weniger Spielraum

Das Kadaster ordnet die Hypothekendaten als sehr dynamisch ein. Im zweiten Halbjahr 2025 wurden gut 241.000 neue Hypotheken abgeschlossen. Die Summe aller Hypotheken betrug 95,2 Milliarden Euro, der höchste Stand seit Beginn der Messung 2019. Für Hypotheken, die direkt mit einem Wohnungskauf zusammenhängen, nennt das Kadaster 83,8 Milliarden Euro. Dazu kommen 11,3 Milliarden Euro für Over en Bijsluitingen, also Hypotheken, die nicht mit einer Transaktion zusammenhängen, etwa Umschuldungen oder Aufstockungen, die häufig für Umbau oder Verduurzaming genutzt werden. Das Kadaster verweist zudem auf den Zusammenhang zwischen steigenden Hauspreisen und höherer Hypothekensumme für Käufe, während Over en Bijsluitingen laut Kadaster besonders stark mit dem Zinsumfeld zusammenhängen.

Kennzahl Wert
Neue Hypotheken insgesamt gut 241.000
Veränderung gegenüber einem Jahr zuvor plus 14 Prozent
Gesamte Hypothekensumme 95,2 Milliarden Euro
Hypotheken für Wohnungskauf knapp 205.000
Hypothekensumme für Wohnungskauf 83,8 Milliarden Euro
Hypothekensumme Over und Bijsluitingen 11,3 Milliarden Euro
Durchschnittliche Hypothekensumme für Wohnungskauf 513.000 Euro
Durchschnittliche Hypothekensumme Over und Bijsluitingen 312.000 Euro
Durchschnittliche Loan to Value 87,4 Prozent

Tabelle 3: Hypothekenmarkt, zweite Jahreshälfte 2025 | Quelle: Kadaster.

Wer finanziert, und wie viel wird geliehen

Beim Finanzierungsanteil zeigt das Kadaster eine leichte Abwärtsbewegung bei der durchschnittlichen Loan to Value Quote, von 87,9 Prozent im ersten Halbjahr 2025 auf 87,4 Prozent im zweiten Halbjahr 2025. Ein Jahr zuvor lag sie bei 87,0 Prozent. Gleichzeitig hebt das Kadaster hervor, dass die Quote in den vier größten Städten stieg. Dort liege das an der Käuferstruktur, weil Koopstarters in diesen Städten relativ häufiger und relativ hoch finanzieren. Das Kadaster beziffert die durchschnittliche Loan to Value Quote in der G4 im zweiten Halbjahr 2025 auf 87,7 Prozent, außerhalb der Städte auf 86,1 Prozent. Innerhalb der G4 nennt das Kadaster Rotterdam mit 90,5 Prozent als höchsten Wert, Amsterdam mit 85,7 Prozent als niedrigsten. Zusätzlich weist das Kadaster auf Unterschiede nach Energieeffizienz hin: Bei Energielabel A oder höher liegt die durchschnittliche Loan to Value Quote niedriger als bei Energielabel D oder schlechter, weil bei weniger effizienten Häusern laut Kadaster häufiger zusätzlich für Verduurzaming geliehen wird. Das Kadaster führt außerdem aus, dass die schrittweise Abschaffung der sogenannten Jubelton dazu beitrug, dass Eltern weniger oft steuerfrei helfen konnten, was die Finanzierung über Hypotheken relativ wichtiger macht.

Marktmacht der Großbanken nimmt zu

Auch bei den Anbietern verschiebt sich der Markt. Das Kadaster nennt als Großbanken ABN, ASN, ING und Rabobank. Im zweiten Halbjahr 2025 lag ihr gemeinsamer Marktanteil bei neu abgeschlossenen Hypotheken für den Wohnungskauf bei 44,1 Prozent. Die Tochterunternehmen der Großbanken kamen auf 18,9 Prozent. Zusammengenommen erreichten Großbanken und ihre Tochterunternehmen damit 63,0 Prozent Marktanteil, nachdem dieser Wert im ersten Halbjahr 2023 laut Kadaster noch bei 45,8 Prozent lag. Das Kadaster betont zudem, dass besonders Starter ihre Hypotheken häufig bei Großbanken und Tochterunternehmen abschließen.

Ein Haus mit Geschichte: De Ruyters Wohnhaus in Vlissingen

Vlissingen hat gerade ein Objekt auf dem Markt, das selbst im überhitzten niederländischen Immobilienumfeld heraussticht: Das Rijksmonument „De Gecroonde Liefde“ im historischen Zentrum, das als ehemaliges Wohnhaus von Michiel Adriaanszoon de Ruyter gilt. Wie NOS berichtet, steht das Haus nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder zum Verkauf, laut Makler soll es rund sechshunderttausend Euro einbringen, zusätzlich werden voraussichtlich Umbaukosten nötig sein. Der ehemalige Stadtarchivar Ad Tramper nennt es laut NOS das einzige Haus in Zeeland, bei dem man sicher wisse, dass De Ruyter dort tatsächlich gewohnt habe. Genau diese Sicherheit begründen die Quellen auch: Der Monumentenmakelaar verweist darauf, dass der Eigentumsnachweis im Stadtarchiv liegt und De Ruyter dort mit seiner Frau Anna van Gelder gelebt hat. Nach Angaben von Omroep Zeeland bewohnte er das Haus Mitte des 17. Jahrhunderts und behielt es auch nach dem Umzug 1654 nach Amsterdam noch etwa fünfzehn Jahre in seinem Besitz. Das Gebäude wird in den Berichten als Haus aus dem 17. Jahrhundert beschrieben, mit historischen Bauteilen wie der hölzernen Treppe zum Dachboden, Balkendecken und Kachelarbeiten am Kamin. Zugleich ist es nicht mehr vollständig im Originalzustand: Omroep Zeeland schreibt, dass es in den 1970er Jahren zu großen Teilen abgetragen und im ursprünglichen Stil wieder aufgebaut wurde, wobei ursprüngliche Materialien genutzt wurden, was die monumentale Einstufung mit erklärt. Michiel de Ruyter selbst wird in den Referenztexten als in Vlissingen geborener Admiral beschrieben, der auf den Weltmeeren berühmt wurde. Sein Name ist eng mit der niederländischen Seefahrtsgeschichte verbunden, in den Quellen wird er als Admiral und als bekannte historische Figur aus Vlissingen eingeordnet.

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