Goldener Helm von Coțofenești wieder aufgetaucht
| von Redaktion
ASSEN · Große Erleichterung nach spektakulärer Kunstaufklärung. Mehr als ein Jahr nach einem der aufsehenerregendsten Kunstdiebstähle der vergangenen Jahre sind zentrale Stücke der geraubten Sammlung wieder aufgetaucht. Der berühmte goldene Helm von Coțofenești sowie zwei der drei gestohlenen dacischen Goldarmbänder wurden am Mittwoch an Polizei und Staatsanwaltschaft übergeben und am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Drents Museum präsentiert. Die Rückgabe erfolgte nach Gesprächen zwischen der Verteidigung der Verdächtigen und der niederländischen Justiz. Die archäologischen Topstücke gehörten zu einer Ausstellung mit Leihgaben aus Rumänien und gelten dort als bedeutendes kulturelles Erbe. Während zwei Armbänder vollständig unbeschädigt sind, weist der rund 2.500 Jahre alte Helm leichte Schäden auf, die jedoch restauriert werden können. Ein drittes Armband wird weiterhin gesucht.
Die gestohlenen Kunstobjekte wurden laut niederländischer Polizei und Openbaar Ministerie (OM) nach Vermittlung der Verteidigung der Verdächtigen an die niederländische Justiz übergeben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen, wurden der Helm von Coțofenești sowie zwei der drei dacischen Goldarmbänder anschließend offiziell an Vertreter der rumänischen Justiz übergeben. Die Übergabe fand in der Oude Statenzaal in Assen statt, die Teil des Drents Museums ist. Anwesend waren unter anderem die rumänischen Staatsanwälte Stán Rares Petru und Daniela Buruiana sowie die leitende Staatsanwältin Corien Fahner vom niederländischen Openbaar Ministerie. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden gehörte die Rückgabe der geraubten Objekte zu den zentralen Zielen der umfangreichen Ermittlungen, die unmittelbar nach der spektakulären Tat im Januar 2025 gestartet wurden. Gleichzeitig sollte die Untersuchung zur Identifizierung und strafrechtlichen Verfolgung der mutmaßlichen Täter führen. Die Behörden betonen, dass die Rückgabe der Kunstschätze zwar ein wichtiger Erfolg sei, die Ermittlungen jedoch weiterlaufen. Insbesondere wird weiterhin nach dem dritten fehlenden Goldarmband gesucht. Laut Justizbehörden wird die Rolle der Verdächtigen und die Frage möglicher Vereinbarungen im Zusammenhang mit der Rückgabe der Objekte während des Strafprozesses ausführlich behandelt werden.
Spektakulärer Kunstraub erschütterte Museum
Der Diebstahl der rumänischen Kunstschätze hatte im Januar 2025 international für großes Aufsehen gesorgt. In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar verschafften sich Täter gewaltsam Zugang zum Drents Museum in Assen. Nach Angaben der Ermittler setzten die Täter ein Explosivmittel ein, um in das Gebäude einzudringen. Anschließend zerstörten sie Vitrinen und entwendeten mehrere archäologische Spitzenstücke aus der Ausstellung über das Dacische Reich. Zu der Beute gehörten der berühmte goldene Helm von Coțofenești sowie drei massive Goldarmbänder aus der Antike. Die Artefakte waren dem Museum in Assen vom Nationalen Historischen Museum in Bukarest als Leihgaben zur Verfügung gestellt worden. Die Tat löste nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Rumänien große Bestürzung aus. Die Objekte gelten als bedeutende Zeugnisse der Geschichte des antiken Daciens und damit als zentraler Bestandteil des rumänischen kulturellen Erbes.
Nach der Tat starteten Polizei und Staatsanwaltschaft in Nordniederlanden eine umfangreiche Untersuchung. Laut den Ermittlungsbehörden wurden relativ schnell mehrere Verdächtige identifiziert. Insgesamt wurden sieben Personen festgenommen. Drei von ihnen gelten als Hauptverdächtige und befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen konzentrierten sich sowohl auf das Auffinden der gestohlenen Kunstwerke als auch auf die Vorbereitung eines Strafverfahrens gegen die mutmaßlichen Täter.
Rückgabe nach Gesprächen mit Verteidigung
Wie das Openbaar Ministerie erläutert, wurden im Laufe der Ermittlungen Gespräche mit den Anwälten der Verdächtigen geführt. Diese Gespräche führten schließlich zu Vereinbarungen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Eine Voraussetzung für solche sogenannten Prozessabsprachen war nach Angaben der Behörden die Rückgabe der gestohlenen Kunstschätze. Die Verteidigung übergab daraufhin einen Großteil der Beute an die niederländische Justiz. Der genaue Ablauf der Rückgabe wurde von der Staatsanwaltschaft aus Gründen der operativen Sicherheit nicht öffentlich gemacht.
Während einer Pressekonferenz im Drents Museum bestätigte die leitende Staatsanwältin Corien Fahner, dass der Helm und zwei Armbänder übergeben wurden. Sie erklärte außerdem, dass die Ermittlungen weiterhin darauf abzielen, auch das letzte noch fehlende Armband zu finden. Weitere Details über die möglichen Vereinbarungen zwischen Justiz und Verteidigung sollen erst im Rahmen des Gerichtsverfahrens öffentlich werden. Das Strafverfahren gegen die drei Hauptverdächtigen beginnt nach Angaben der Justiz Mitte April vor dem Gericht in Assen.
Präsentation unter schwerer Polizeibewachung
Die wiedergefundenen Kunstschätze wurden im Rahmen einer Pressekonferenz im Drents Museum erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Wie NOS berichtet, erfolgte die Präsentation unter äußerst strengen Sicherheitsmaßnahmen. Die Artefakte standen in einer Glasvitrine und wurden von bewaffneten Polizeibeamten bewacht.
Nach Angaben des Museums ist der Helm leicht beschädigt. Er weist einige Eindrücke auf, die jedoch vollständig restauriert werden können. Die beiden zurückgegebenen Goldarmbänder befinden sich hingegen in einwandfreiem Zustand. Museumdirektor Robert van Langh erklärte, dass die Nachricht über die Rückkehr der Kunstwerke bei den Mitarbeitern große Emotionen ausgelöst habe. Viele Kollegen reagierten bewegt und erleichtert, nachdem sie von der Rückgabe erfahren hatten.
Van Langh betonte außerdem, dass die Bedeutung der Rückkehr der Artefakte nicht nur für das Museum in Assen groß sei, sondern vor allem für Rumänien. Dort gelten die Objekte als wichtige Zeugnisse der nationalen Geschichte und Identität.
Symbol rumänischer Geschichte
Der goldene Helm von Coțofenești ist nach Angaben von Experten rund 2.500 Jahre alt und stammt aus der Zeit der dacischen Kultur. Diese antike Zivilisation existierte in Gebieten, die heute zu Rumänien und Bulgarien gehören. Die fast vollständig aus Gold gefertigte Helmmaske gilt als eines der bedeutendsten archäologischen Artefakte Rumäniens.
Nach Angaben von Museumsvertretern und rumänischen Behörden besitzt der Helm nicht nur historischen, sondern auch symbolischen Wert. Er wird häufig als eines der wichtigsten Objekte des rumänischen kulturellen Erbes bezeichnet und war bereits in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen zu sehen.
Die zurückgegebenen Kunstschätze sollen nun möglichst bald wieder nach Rumänien gebracht werden. Vertreter der rumänischen Justiz, die bei der Präsentation in Assen anwesend waren, dankten den niederländischen Behörden für die Zusammenarbeit während der Ermittlungen.
Strafprozess beginnt im April
Trotz der erfolgreichen Rückgabe der wichtigsten Kunstwerke ist der Fall juristisch noch nicht abgeschlossen. Die drei Hauptverdächtigen müssen sich Mitte April vor Gericht verantworten. Ihnen wird unter anderem Diebstahl der antiken Kunstschätze, die Verwendung eines Sprengstoffs beim Einbruch sowie schwere Sachbeschädigung am Museum vorgeworfen.
Das Gericht wird sich während der Verhandlungstage auch mit den Umständen der Rückgabe der Kunstwerke und den möglichen Vereinbarungen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung befassen. Gleichzeitig setzen Polizei und Justiz ihre Suche nach dem dritten fehlenden Goldarmband fort.
Die Rückkehr des Helms und der Armbänder markiert dennoch einen wichtigen Erfolg für die Ermittler und beendet eine lange Phase der Unsicherheit über das Schicksal der bedeutenden Artefakte.
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