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Glatteisgefahr legt Alltag lahm

| letzte Änderung 10.01.2026 10:28 | von Redaktion

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Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
Archivbild | Foto: HOLLAND.guide

GRONINGEN · Eine gefährliche Mischung aus Regen, Schnee und Frost sorgt am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag in weiten Teilen der Niederlande für erhebliche Glätte. Besonders durch überfrierende Nässe werden Straßen, Radwege und Gehwege stellenweise spiegelglatt. Während im gesamten Land örtliche Glätte gemeldet wird, verschärft sich die Lage im Norden deutlich: Dort gilt ab Mitternacht Code Orange wegen anhaltenden Schneefalls in Kombination mit starkem Wind. Behörden und Verkehrsorganisationen warnen vor erheblichen Einschränkungen im Straßen und Schienenverkehr und raten dazu, nicht notwendige Wege zu vermeiden. Schulen, öffentliche Einrichtungen und Teile des Nahverkehrs bleiben regional geschlossen oder stark eingeschränkt. Die Situation gilt als angespannt und kann sich im Laufe des Freitags weiter ausdehnen.

Die Glätte entsteht laut Wetterdiensten vor allem dort, wo Regen auf bereits vorhandene Schneereste fällt und anschließend bei Temperaturen um oder unter dem Gefrierpunkt wieder anzieht. Dieses Phänomen der überfrierenden Nässe betrifft vor allem Nebenstraßen, Wohngebiete sowie Rad und Fußwege. Wie der KNMI meldet, ist das Risiko landesweit erhöht, während sich im Norden eine deutlich extremere Wettersituation entwickelt. In den Provinzen Friesland, Groningen und Drenthe sowie auf den Watteninseln fällt über Stunden hinweg Schnee, begleitet von kräftigem Ostwind. Dadurch kommt es nicht nur zu Glätte, sondern auch zu Schneeverwehungen und lokalen Schneehaufen, die Straßen zeitweise unpassierbar machen können. Auch in anderen Landesteilen bleibt die Lage angespannt, da sich Regen, nasser Schnee und absinkende Temperaturen abwechseln. Verkehrsteilnehmer müssen mit Verzögerungen, Ausfällen und einem erhöhten Unfallrisiko rechnen.

Glätte durch überfrierende Nässe

In vielen Regionen ist die aktuelle Gefahr weniger der Neuschnee als vielmehr das dünne Wasserfilmchen auf kalten Oberflächen. Regen, der auf kalte Fahrbahnen oder auf Schneereste trifft, gefriert teilweise sofort. Dadurch entsteht stellenweise unsichtbares Glatteis. Besonders betroffen sind innerörtliche Straßen, Brücken, Auffahrten sowie wenig befahrene Wege. Auch Gehwege und Fahrradstrecken sind laut Behörden vielerorts glatt, was Fußgänger und Radfahrer zusätzlich gefährdet. Kommunen und Straßenmeistereien streuen präventiv, weisen jedoch darauf hin, dass selbst intensives Streuen nicht jede glatte Stelle verhindern kann.

Norden besonders stark betroffen

Im Norden des Landes verschärft sich die Situation deutlich. Dort fällt in der Nacht und am Freitagvormittag verbreitet Schnee, teils in Kombination mit starkem Wind. Nach Angaben des KNMI können in den betroffenen Provinzen mehrere Zentimeter Neuschnee zusammenkommen. Durch den Wind entstehen Schneeverwehungen und Dünen, die Straßen blockieren und die Sicht stark einschränken. Für diese Regionen gilt Code Orange. Die Warnung umfasst nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch den öffentlichen Verkehr und den Schulbetrieb.

Massive Einschränkungen im Verkehr

Behörden und Verkehrsunternehmen bereiten sich auf weitreichende Folgen vor. Im Norden fahren Züge nach reduziertem Winterfahrplan, einzelne Strecken sind ganz gesperrt. Mehrere Busunternehmen stellen den Betrieb in den frühen Morgenstunden komplett ein. Auch auf den Straßen wird mit erheblichen Problemen gerechnet. Bergungsfahrzeuge und Schneeräumgeräte stehen bereit, dennoch wird davor gewarnt, dass Autobahnen und Landstraßen nicht überall sofort geräumt werden können. Autofahrer werden eindringlich gebeten, Fahrten auf das Notwendigste zu beschränken.

Öffentliche Einrichtungen und Schulen geschlossen

Die winterlichen Bedingungen wirken sich auch auf den Alltag außerhalb des Verkehrs aus. Zahlreiche Schulen im Norden bleiben geschlossen oder verlagern den Unterricht ins Digitale. Universitäten, Sporthallen, Schwimmbäder und kulturelle Einrichtungen haben vorsorglich den Betrieb eingestellt. In mehreren Gemeinden werden zudem keine Abfälle abgeholt, da die Sicherheit der Mitarbeiter nicht gewährleistet werden kann. Auch Veranstaltungen wurden vielerorts abgesagt oder verschoben.

Aufruf der Behörden zur Vorsicht

Rijkswaterstaat ruft insbesondere in den nördlichen Provinzen dazu auf, nachts und am Freitag tagsüber nicht unterwegs zu sein, sofern es nicht zwingend erforderlich ist. Trotz des Einsatzes hunderter Streu und Räumfahrzeuge könne nicht verhindert werden, dass gefährliche Situationen entstehen. Verkehrsteilnehmer sollen aktuelle Verkehrsmeldungen verfolgen, ausreichend Abstand halten und den Winterdiensten Platz machen. Auch in anderen Teilen des Landes bleibt Vorsicht geboten, da sich Glätte lokal und kurzfristig bilden kann.

Wetterbericht KNMI

KNMI, 09. Januar 2026, 05:15 UHR LT

Code Orange: Im Norden Glätte durch Schnee und starken Wind, andernorts örtliche Glätte Im Norden schneit es. Durch den kräftigen Ostwind besteht dort die Gefahr von Schneeverwehungen und es können Schneeverwehungen entstehen. Dafür gilt bis heute Mittag 12 Uhr in den Provinzen Friesland, Groningen, Drenthe und auf den Watteninseln Code Orange. Auch im Norden von Nordholland, im Noordoostpolder und im Norden von Overijssel schneit es. Dafür gilt Code Gelb. Außerdem ist es im ganzen Land örtlich glatt, vor allem auf Nebenstraßen. Im Laufe des Nachmittags und Abends beginnt es auch im Rest des Landes zu schneien. Dafür bleibt Code Gelb in Kraft. Straßen, Radwege und Gehwege sind glatt. Der Straßenverkehr, aber auch Radfahrer und Fußgänger können Behinderungen erfahren.
Was kann ich erwarten und was kann ich tun? Mehr Details Am Freitag fallen im Norden an vielen Orten 5 bis 10 cm, möglicherweise 10 bis 15 cm Schnee. Durch den kräftigen Ostwind besteht die Gefahr von Schneeverwehungen und es können Schneeverwehungen entstehen. Im Norden von Nordholland, im Noordoostpolder und im Norden von Overijssel fallen in der Nacht etwa 5 cm Schnee. Im Laufe des Nachmittags und Abends beginnt es auch im Rest des Landes zu schneien, sodass dort einige Zentimeter Schnee fallen können. In den Limburger Hügeln fallen am Freitagabend und im Laufe des Samstags möglicherweise 10 cm Schnee.

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Updates

09.01.2026, 07:35 Uhr

Busverkehr Qbuzz

Auf dem Festland von Fryslân (Friesland) fahren bis mindestens 12:00 Uhr keine Busse, meldet Qbuzz. Begründung: Man könne Böschung und Fahrbahn nicht unterscheiden, es sei zu unsicher. Später wird neu entschieden. Auf den Watteninseln teils anders, Ameland ohne Busse.

09.01.2026, 07:40 Uhr

Verkehrslage weiterhin angespannt

Im Norden der Niederlande gilt weiterhin Code Orange wegen anhaltender Schneefälle und starkem Ostwind. Wie Rijkswaterstaat mitteilt, ist die Verkehrslage insgesamt noch relativ ruhig, aktuell mit rund 60 Kilometern Stau, allerdings kam es zu mehreren Unfällen, vor allem in Groningen. Auf der A7 und A32 sind Fahrzeuge von der Fahrbahn geraten und werden unter schwierigen Bedingungen geborgen.

Das vom KNMI erwartete Schneefront liegt weiter über dem Norden und hält voraussichtlich den ganzen Vormittag an. In Drenthe und Groningen sind viele Autobahnen bereits weiß, in Friesland ist die Lage etwas besser. Große Zwischenfälle auf den nördlichen Autobahnen wurden bislang nicht gemeldet.

Durch den starken Ostwind besteht weiterhin die Gefahr von Schneeverwehungen, insbesondere auf Nord Süd Achsen. Rijkswaterstaat arbeitet mit hohem Personaleinsatz daran, die Glätte zu bekämpfen. Für den Rest des Landes gilt Code Gelb. Dort sind die Autobahnen meist gut befahrbar, lokal bleibt jedoch Glatteis durch Schneereste und gefrierende Nässe möglich.

09.01.2026, 07:55 Uhr

Warum derselbe Sturm unterschiedliche Namen trägt

Der Wintersturm, der aktuell die Niederlande und Norddeutschland trifft, ist meteorologisch derselbe, wird jedoch unterschiedlich benannt. In den Niederlanden spricht man von Goretti, in Deutschland von Elli. Der Grund liegt in den national getrennten Namensvergaben für Tiefdruckgebiete.

Dass der aktuelle Wintersturm je nach Land unterschiedlich benannt wird, ist kein Fehler, sondern Folge verschiedener offizieller Namenssysteme. In den Niederlanden vergibt das KNMI Stormnamen nur dann, wenn für Windböen Code Orange oder Code Rot gilt. Ziel ist es, die Wahrnehmung und Verständlichkeit von gefährlichem Wetter zu erhöhen und Warnungen klarer kommunizieren zu können. Die Namen stammen aus einer jährlich neu festgelegten Liste, die für eine komplette Sturmsaison von September bis September gilt.

Das KNMI ist Teil einer west­europäischen Namensgruppe gemeinsam mit Großbritannien und Irland. Zieht ein Sturmtief aus einem anderen europäischen Namensgebiet nach Westen, übernimmt das KNMI den bereits vergebenen Namen, um Verwirrung zu vermeiden. In Deutschland hingegen gehört man keiner europäischen Namensgruppe an. Dort werden Hoch und Tiefdruckgebiete im Rahmen eines eigenständigen Systems benannt, das historisch auf die Berliner Wetterkarte zurückgeht.

Ergebnis: Meteorologisch handelt es sich um dasselbe Tiefdruckgebiet, das grenzüberschreitend wirkt. Je nach nationalem Warn und Namenssystem trägt der Sturm jedoch unterschiedliche Bezeichnungen, obwohl Auswirkungen, Zugbahn und Gefahrenlage identisch sind.

09.01.2026, 08:02 Uhr

Utrecht schließt Sporthallen und Schwimmbäder

In der Utrecht bleiben alle Sporthallen, Turnhallen und Schwimmbäder vorerst geschlossen, da sich auf den Dächern große Schneemengen angesammelt haben. Nach Angaben der Gemeinde könnte damit die maximale Traglast der Dächer erreicht werden, weshalb kein Risiko eingegangen werde. Die Maßnahme gilt mindestens bis Montagmorgen.

Auslöser ist ein Vorfall am Mittwochabend, als in Utrecht das Dach einer Halle mit Sport- und Freizeiteinrichtungen eingestürzt ist. Verletzt wurde dabei niemand. Auch andere Gemeinden haben in den vergangenen Tagen aus Vorsicht kommunale Hallen und Säle geschlossen, darunter Tilburg, Breda, Zoetermeer und Emmen.

09.01.2026, 08:08 Uhr

Aufruf zu Vorsicht und Nachbarschaftshilfe im Norden

Die Veiligheidsregio Fryslân ruft die Bevölkerung dazu auf, nur dann unterwegs zu sein, wenn es wirklich notwendig ist, und sich gegenseitig zu unterstützen, wo immer das möglich ist. Auch die Veiligheidsregio Drenthe empfiehlt ausdrücklich, zu Hause zu bleiben, wenn es geht, und appelliert an das sogenannte Naoberschap, also an den solidarischen Umgang miteinander, insbesondere mit hilfsbedürftigen Menschen.

Ähnlich äußert sich die Veiligheidsregio Groningen. Dort wird betont, dass man es gewohnt sei, aufeinander zu achten, etwa indem Nachbarn gemeinsam Gehwege oder kleine Straßen von Schnee befreien. Hintergrund ist der weiterhin geltende Code Orange in Fryslân, inklusive der Watteninseln, wegen starker Schneefälle und kräftigen Winds bis mindestens Freitag 12 Uhr.

09.01.2026, 08:15 Uhr

Rijkswaterstaat im Dauereinsatz auf Hauptverkehrsachsen

Die Rijkswaterstaat meldet, dass im Norden der Niederlande rund 190 Schneepflüge und Streufahrzeuge im Einsatz sind, um die Autobahnen und Provinzstraßen befahrbar zu halten. Zusätzlich wird spezielles Gerät eingesetzt, um die Fahrbahnen wieder frei zu bekommen. Verkehrsteilnehmer werden aufgefordert, diesen Fahrzeugen ausreichend Platz zu lassen und ihre Fahrweise konsequent an die winterlichen Bedingungen anzupassen.

09.01.2026, 16:25 Uhr

Wetterwarnung vom KNMI, 14:26 Uhr

Code Orange: Im Norden Glätte durch Schnee und starken Wind, andernorts örtliche Glätte

Im Norden fällt örtlich noch Schnee. Durch den kräftigen Ostwind kommt es dort zeitweise zu Schneeverwehungen, und stellenweise sind durch verwehten Schnee Schneehaufen entstanden. Dafür gilt bis heute Abend 21:00 Uhr in den Provinzen Friesland, Groningen und auf den Watteninseln Code Orange.

Außerdem ist es im ganzen Land örtlich glatt durch Schneereste, vor allem auf Nebenstraßen. Im Laufe des Nachmittags und Abends beginnt es im Rest des Landes ebenfalls wieder zeitweise zu schneien. Dafür bleibt Code Gelb in Kraft. Straßen, Radwege und Gehwege sind glatt. Der Straßenverkehr, aber auch Radfahrer und Fußgänger können dadurch beeinträchtigt werden.

Im Laufe der Nacht auf Samstag und am Samstagmorgen wird es von Norden her allmählich trocken. Da es heute Abend und in der kommenden Nacht überall wieder friert, werden nasse Fahrbahnabschnitte erneut gefrieren. Code Gelb wegen Glätte bleibt für den Rest des Wochenendes in Kraft, sowohl durch Schneereste als auch durch das Gefrieren nasser Fahrbahnabschnitte.

Durch den kräftigen Ostwind kommt es vor allem auf den Watteninseln, in Groningen und im nördlichen Teil von Friesland zeitweise zu Schneeverwehungen, und örtlich sind Schneehaufen entstanden. Außerdem fallen im Norden im weiteren Tagesverlauf noch 1 bis 3 cm, möglicherweise 3 bis 5 cm Schnee. Im Laufe des Nachmittags beginnt es auch im Landesinneren wieder zeitweise zu schneien, am Abend auch im Süden. Dort können ebenfalls 1 bis 3 cm, örtlich 3 bis 5 cm Schnee fallen. In den Limburger Hügeln können von heute Abend bis Samstagmorgen möglicherweise 10 cm Schnee fallen. Im Laufe des Samstags wird es überall trocken.

09.01.2026, 16:35 Uhr

Straßenlage im Norden spitzt sich zu

Die Verkehrssituation im Norden der Niederlande hat sich am Nachmittag weiter verschärft. Wie Rijkswaterstaat meldet, sind mehrere Nationalstraßen in Groningen vollständig gesperrt, da Fahrbahn und Umfeld kaum noch zu unterscheiden sind. Betroffen sind unter anderem die N33 zwischen Zuidbroek und Appingedam sowie die N46 zwischen Eemshaven und Middelstum. Ursache sind starke Schneeverwehungen in Kombination mit kräftigem Wind.

Auch laut Veiligheidsregio Groningen verschlechtert sich die Lage deutlich. Auf mehreren Provinzstraßen kam es zu festgefahrenen Fahrzeugen, verletzt wurde nach aktuellem Stand niemand. Die Provinz hat zusätzlich die N388, N355 und weitere N-Straßen vorsorglich gesperrt.

Der ANWB warnt vor einem schwierigen abendlichen Berufsverkehr mit Schnee und Staus, da sich die Schneefälle weiter ins Land ausbreiten. Autofahrer werden dringend gebeten, unnötige Fahrten zu vermeiden, Geschwindigkeit zu reduzieren und deutlich mehr Abstand zu halten.

09.01.2026, 19:40 Uhr

Code Orange auf den Inseln und in Friesland sowie Groningen verlängert

Der KNMI hat Code Orange für Friesland, Groningen und die Watteninseln bis Samstagmorgen 09:00 Uhr verlängert. Grund ist der anhaltend kräftige Ostwind, der vor allem auf den Watteninseln, in Groningen und im nördlichen Friesland weiterhin zu Schneeverwehungen und örtlich zu Schneeverwehungsdünen führt.

Im restlichen Land nimmt die Glatteisgefahr zu, da nasse Fahrbahnen gefrieren. Dort gilt weiterhin Code Gelb. Laut KNMI fallen am Abend und in der Nacht nochmals 1 bis 3 Zentimeter Schnee, im Südosten örtlich 3 bis 5 Zentimeter und in den Limburger Hügeln möglicherweise 5 bis 10 Zentimeter. Durch das Gefrieren nasser Straßen kann es landesweit zu tückischer Glätte kommen.

10.01.2026, 10:15 Uhr

Code Orange seit 9 Uhr beendet

Wir beenden diesen Liveblog. Code Orange wurde beendet. Es gilt aber weiterhin Code Gelb in allen Provinzen. Neben Glätte wird vor extremer Kälter gewarnt. Die Temperaturen können bis auf -12°C sacken, meldet das KNMI.

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