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Gewitternacht hinterlässt schwere Schäden

| letzte Änderung 28.06.2026 12:30 | von Redaktion

Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide
Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide

NIEDERLANDE · Nach einer Nacht mit schweren Gewittern ist Code Orange am Sonntagmorgen beendet worden. Die Bilanz ist deutlich: Brände durch Blitzeinschläge, ein Verletzter in Landsmeer, beschädigte Häuser und Autos, überlastete Meldestellen und erhebliche Sturmschäden. Das KNMI hob die landesweite Warnung kurz nach 05.30 Uhr auf. Für alle Provinzen und das Wattengebiet gilt weiter Code Gelb wegen anhaltender Hitze. Besonders betroffen waren unter anderem Landsmeer, Amsterdam, Tilburg, Veldhoven, Toornwerd, Snelrewaard, Boskoop und Wassenaar. In Eindhoven wurden Windböen von 90 Kilometern pro Stunde gemessen.

Die schweren Gewitter zogen in der Nacht von Samstag auf Sonntag über die Niederlande. Sie brachten Blitze, Hagel, Starkregen und schwere Windböen. In mehreren Orten brachen Brände aus, meist nach Blitzeinschlägen. In Landsmeer in Noord-Holland wurde bei einem Wohnungsbrand eine Person verletzt. Das Feuer entstand gegen 02.00 Uhr auf dem Dachboden eines Hauses an der Patrijzenweg. Die Feuerwehr löschte in drei Wohnungen, umliegende Häuser wurden vorübergehend geräumt. Gegen 04.30 Uhr meldete die Sicherheitsregion, dass der Brand gelöscht war und Bewohner der geräumten Nachbarhäuser zurückkehren konnten. Die verletzte Person wurde mit unbekannten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Auch an anderen Orten richtete der Blitz Schaden an. In Toornwerd in der Gemeinde Eemsdelta kamen bei einem Scheunenbrand zwei Kälber ums Leben. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass das Feuer auf einen nahegelegenen Stall mit rund 150 Kühen übergriff. Der Besitzer hatte zuvor Pferde in Sicherheit gebracht.

In Snelrewaard in der Provinz Utrecht schlug der Blitz in den First eines Hauses mit Reetdach ein. Dort entstand ein sehr großer Brand. Während der Löscharbeiten meldete die Feuerwehr, dass sich keine Menschen mehr im Gebäude befanden. In Boskoop geriet ein Heuberg in Brand. Das Dach stürzte ein, ein Übergreifen auf eine nahegelegene Scheune und ein Wohnhaus konnte verhindert werden. In Amsterdam brannte nach einem Blitzeinschlag ein Dach in Zuid.

Besonders viele Schäden in Brabant

In Noord-Brabant zog das Unwetter besonders heftig durch. Am Wetterstation Eindhoven wurden Windböen von 90 Kilometern pro Stunde gemessen. Aus Tilburg gingen zahlreiche Meldungen über Sturmschäden ein. Genannt wurden abgebrochene Äste, umgestürzte Bäume und Schäden an Dächern. Die Meldestelle war so stark belastet, dass in einer Feuerwache eine zusätzliche Meldestelle eingerichtet wurde.

Auch in Geldrop, Helmond und Beek en Donk rückte die Feuerwehr zu Wohnungsbränden aus, vermutlich nach Blitzeinschlägen. In Beek en Donk betraf der Brand ein Haus mit Reetdach. In Veldhoven rissen schwere Windböen die Kappe samt Flügeln von einer monumentalen Mühle aus dem Jahr 1858. Die Teile stürzten neben die Mühle. Häuser und Autos in der Umgebung wurden beschädigt.

Brände durch Blitzeinschläge im ganzen Land

Neben Landsmeer, Toornwerd, Snelrewaard, Boskoop und Amsterdam wurden auch Brände in Wassenaar, Nunspeet, Geldrop, Helmond und Beek en Donk gemeldet. In Wassenaar entstand ein ausbrechender Brand in einem Wohnhaus an der Wittenburgerweg. Die Löscharbeiten waren schwierig, weil die Treppe zum Dachboden weggebrannt war. Verletzte gab es dort nicht. Die Feuerwehr rettete außerdem eine Katze aus dem Gebäude.

In Nunspeet brannte es kurzzeitig in einem Appartementkomplex. Bewohner mussten vorsorglich ihre Wohnungen verlassen und wurden vorübergehend in einem nahegelegenen Café aufgefangen. Regionale Medien meldeten weitere Brände nach vermutlich Blitzeinschlägen unter anderem in Middelstum, Zuidwolde, Eelde, Haren, Den Bosch und Oss.

Wasser auf Straßen und überlastete Meldestellen

In Amsterdam-Amstelland gingen in der Nacht viele Meldungen über Wasserüberlastung ein. Die Sicherheitsregion sprach von Dutzenden Meldungen durch anhaltenden Regen. Genannt wurden überlaufende Toiletten, verstopfte Dachrinnen und Leckagen aus Decken. Die Sicherheitsregion bat die Bevölkerung, die Hilfsdienste nur bei direkter Gefahr zu rufen, damit die Meldestelle für Notfälle erreichbar bleibt.

Auch auf der Straße gab es Folgen. Die A44 in Richtung Den Haag wurde ab Burgerveen wegen Wasser auf der Fahrbahn gesperrt. Betroffen war die temporäre Umfahrung am Lisserwegviadukt. Rijkswaterstaat meldete, die Straße nach den erwarteten schweren Schauern so schnell wie möglich wieder freimachen zu wollen.

Blitzeinschlag trifft Strandbesucher in Renesse

Bereits am Samstagabend kam es am Strand von Renesse zu einem schweren Zwischenfall. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Personen vermutlich von einem Blitz getroffen. Passanten fanden die Verletzten in der Nähe des Strandpavillons De Zwaluw. Einsatzkräfte rückten mit mehreren Rettungswagen, Feuerwehr, Strandwacht und einem Rettungshubschrauber an. Nach Angaben der Polizei musste mindestens eine Person noch am Strand wiederbelebt werden. Ein Verletzter wurde anschließend mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, die zweite Person mit einem Rettungswagen. Über ihren Gesundheitszustand wurden zunächst keine weiteren Angaben gemacht.

Auch Verkehr blieb nicht verschont

Das Unwetter führte auch zu Einschränkungen im Verkehr. Bereits am Samstagabend wurde der Zugverkehr rund um Gouda nach einem Blitzeinschlag beeinträchtigt. Die Nederlandse Spoorwegen meldeten in der Nacht und am Sonntagmorgen zahlreiche Störungen auf verschiedenen Strecken. Ob sämtliche Ausfälle unmittelbar mit dem Unwetter zusammenhingen, war zunächst nicht klar.

Auf der Straße musste zudem die A44 in Fahrtrichtung Den Haag bei Burgerveen wegen überfluteter Fahrbahnen vorübergehend gesperrt werden. Betroffen war die provisorische Umfahrung am Lisserwegviadukt. Rijkswaterstaat arbeitete daran, die Strecke nach dem Durchzug der Gewitter wieder freizugeben.

Code Orange beendet, Code Gelb bleibt

Das KNMI verlängerte Code Orange in der Nacht zunächst bis 05.00 Uhr. Die Warnung galt wegen schwerer Gewitter mit möglichem großem Hagel und schweren Windböen. Im Laufe der Nacht wurde die Warnstufe zunächst in Zeeland, Noord-Brabant und Limburg zurückgenommen, später auch in Zuid-Holland, Utrecht, Gelderland, Noord-Holland, Overijssel und Flevoland. Um 05.36 Uhr wurde Code Orange schließlich auch für Groningen, Friesland und Drenthe beendet.

Für das ganze Land gilt weiterhin Code Gelb wegen der anhaltenden Hitze. Im Westen können die Temperaturen am Sonntag bis auf 27 Grad steigen, im Osten bis auf 32 Grad. Damit bleibt es auch nach der Gewitternacht warm.

Wetter bleibt heute heiß, Abkühlung ab Montag

Nach Angaben des KNMI bleibt es am Sonntag trotz der Gewitternacht vielerorts warm und zeitweise sonnig. Am Vormittag fällt nur im Norden vereinzelt noch ein Schauer. Am Nachmittag scheint in weiten Teilen des Landes die Sonne. Im Südosten kann sich örtlich erneut ein Regen oder Gewitterschauer entwickeln. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 25 Grad im Westen und bis zu 32 Grad im Osten. Für das gesamte Land gilt weiterhin Code Gelb wegen der anhaltenden Hitze im Rahmen des Nationalen Hitzeplans. In der Nacht zum Montag bleibt es meist trocken, lediglich im Südosten ist noch ein einzelner Schauer oder ein Gewitter möglich.

Ab Montag setzt eine spürbare Abkühlung ein. Dann werden je nach Region noch 21 bis 27 Grad erreicht. In den folgenden Tagen wechseln sich Sonne und Wolken ab, zeitweise sind Schauer möglich, insbesondere am Mittwoch und Donnerstag. Laut KNMI bleibt es anschließend überwiegend trocken, bei Temperaturen, die weiterhin häufig über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

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