Information

einfach auf den Punkt gebracht

Gasvorräte in Niederlanden auf Tiefstand

| letzte Änderung 01.02.2026 10:09 | von Redaktion

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
Archivbild | Foto: HOLLAND.guide

DEN HAAG · Die Gasspeicher in den Niederlanden sind zum Winterende deutlich geleert. Die aktuell gemeldete Füllmenge liegt nur noch bei 25,8 Prozent. Damit sind die Reserven innerhalb weniger Wochen spürbar gesunken, nachdem die Speicher Anfang Januar noch knapp zur Hälfte gefüllt waren. Bereits vor Beginn der Heizsaison lagen die Vorräte deutlich niedriger als im Vorjahr. Die Daten zeigen einen typischen Winterverlauf mit Entnahme in den kalten Monaten, gleichzeitig rückt die Frage in den Fokus, wie schnell sich die Speicher nach dem Winter wieder auffüllen lassen und welche zusätzlichen Versorgungswege bei hoher Nachfrage zur Verfügung stehen.

Die Zahlen stammen aus dem Nationaal Energie Dashboard (NED). Dort wird die gemeinsamen Speicherfüllstände der niederländischen Gasvorräte ausgewiesen. Demnach lag die Füllmenge am 04.11.2025 bei 73,6 Prozent, am 01.01.2026 bei 48,7 Prozent und am 15.01.2026 bei 38,2 Prozent. Am 01.02.2026, 00:00 Uhr wird aktuell ein Stand von 25,8 Prozent genannt. In die Darstellung werden laut Dashboard die Gasspeicher Norg, Grijpskerk, Alkmaar, Bergermeer sowie Zuidwending einbezogen. Damit lässt sich der Rückgang im laufenden Winter klar an den gemeldeten Stichtagen ablesen.

Aktueller Stand laut Nationaal Energie Dashboard

Der Dashboard Wert von 25,8 Prozent ist die aktuelle gemeinsame Füllmenge der Gasvorräte in den Niederlanden mit letzter Aktualisierung am 01.02.2026. Das Dashboard erklärt außerdem das wiederkehrende Jahresmuster. Im Winter sinkt die Füllmenge, weil mehr Gas für Wärme und Energie genutzt wird. In Richtung Sommer steigt sie wieder, weil weniger Gas benötigt wird und Vorräte für die nächste Heizperiode aufgebaut werden.

Die gemeldeten Stichtage zeigen diese Bewegung im laufenden Winter besonders deutlich. Von 73,6 Prozent am 04.11.2025 ging es auf 48,7 Prozent am 01.01.2026, danach auf 38,2 Prozent am 15.01.2026 und schließlich auf 25,8 Prozent am 01.02.2026. Damit ist der Füllstand innerhalb von rund drei Monaten stark gefallen. Zudem wurde die EU Vorgabe für die Niederlande, zum 1. Februar einen Füllstand von 39 Prozent zu erreichen, deutlich verfehlt.

Wie Gasunie die Rolle von Gaslagern beschreibt

In einem Hintergrundtext erläutert Gasunie, warum Gaslagerung für die Versorgungssicherheit im Winter wichtig ist. Gasunie beschreibt, dass die Niederlande vier große saisonale Gasspeicher haben, nämlich in Norg, Grijpskerk, Alkmaar und Bergermeer. Diese könnten zusammen 14 Milliarden Kubikmeter Erdgas speichern. Abhängig davon, wie streng ein Winter ist, würden aus der saisonalen Speicherung 7 bis 11 Milliarden Kubikmeter entnommen. Der Jahresverbrauch liege laut Gasunie bei rund 30 Milliarden Kubikmetern. Zusätzlich nennt Gasunie unterirdische Salz Kavernen als Speicherart für kurzfristige Spitzen im Tagesverlauf, unter anderem bei Zuidwending. Diese dienten dazu, Schwankungen auszugleichen, wenn die Nachfrage innerhalb kurzer Zeit stark steigt.

Gasunie beschreibt außerdem, dass die Importströme über Pipelines und LNG Terminals über das Jahr relativ konstant laufen und ohne Speicher die höhere Nachfrage im Winter nicht gedeckt werden könne. Für den Winterstart verweist Gasunie auf Zielwerte zum 1. November und darauf, dass ein knappes Erreichen oder Unterschreiten bei strenger Kälte Risiken erhöhen kann. Als Möglichkeiten, zusätzliche Mengen bereitzustellen, nennt Gasunie unter anderem die Nutzung von Kavernen sowie zusätzliche Importe über internationale Verbindungen. Gasunie weist zugleich darauf hin, dass zusätzliche Beschaffung in Stressphasen die Kosten erhöhen kann.

Vergleich mit Deutschland

Zum Vergleich zeigen die in den Referenzen genannten Daten auch in Deutschland niedrige Speicherstände mitten im Winter. Laut den Angaben der Bundesnetzagentur lag der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher am 28.01.2026 bei 34,41 Prozent. In Deutschland gelten Füllstandsvorgaben, dass alle Speicher zum 1. Februar mindestens 30 Prozent gefüllt sind.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung greift die niedrigen Füllstände ebenfalls auf und berichtet, dass im Bundeswirtschaftsministerium Überlegungen laufen, eine staatliche strategische Erdgasreserve aufzubauen, ähnlich der bestehenden Ölreserven. Nach Darstellung der Zeitung soll eine solche Reserve in Krisenfällen zusätzlichen Handlungsspielraum schaffen, würde aber Zeit benötigen und die Versorgungslage in diesem Winter nicht kurzfristig verändern.

In eigener Sache

Bitte unterstütze uns

Unsere Aktivitäten und diese Webseite bieten wir kostenlos an. Wir tun dies gerne und freiwillig. Um unseren Service weiterhin anbieten zu können, schalten wir Werbung und nutzen Affiliate-Links. Deine Unterstützung, sei es durch Mitarbeit oder eine Spende in Höhe einer Tasse Kaffee über PayPal, ist uns sehr willkommen und hilft uns enorm.

Vielen Dank dafür!


Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 6 und 3.

Weitere Nachrichten