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Fünf Tote, Brände und Großeinsätze

| von Redaktion

Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide
Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide

NIEDERLANDE · Mehrere schwere Unfälle mit insgesamt fünf Todesopfern, eine Messerstecherei am Amsterdamer Hauptbahnhof, mehrere größere Brände, eine Autobahnblockade und eine Warnung vor lebensgefährlichen Ecstasy-Pillen haben das letzte Augustwochenende geprägt. Drei Jugendliche starben am Samstagabend bei einem Unfall auf der Houtribdijk zwischen Lelystund Enkhuizen. In Oss erlag ein 82 Jahre alter Radfahrer nach einer Fahrerflucht seinen Verletzungen. Am Sonntag starb zudem ein Motorradfahrer nach dem Zusammenstoß mit einem Linienbus bei Dokkum. Die Ereignisse stehen nicht in einem gemeinsamen Zusammenhang, ergeben aber eine ungewöhnlich dichte Folge schwerer Zwischenfälle und Einsätze innerhalb weniger Stunden.

Besonders schwer war der Samstagabend. Gegen 22.45 Uhr kam es auf der Houtribdijk zwischen Lelystad und Enkhuizen zu einem Unfall mit drei Autos. Nach Angaben der Polizei starben dabei zwei 17 Jahre alte junge Männer aus Oisterwijk und Groesbeek sowie ein 19 Jahre alter Mann aus Delft. Fünf weitere Menschen wurden verletzt. Zwei Fahrzeuge wurden schwer beschädigt, eines blieb auf der Seite liegen. Feuerwehr, mehrere Rettungswagen und ein Traumahelikopter waren im Einsatz, mehrere Betroffene mussten aus den Fahrzeugen befreit werden. Die Polizei geht nach dem bisherigen Stand davon aus, dass zwei der beteiligten Autos frontal zusammengestoßen sein könnten. Die genaue Unfallursache wird weiter untersucht. Die Houtribdijk blieb während der Nacht für die Ermittlungen gesperrt und wurde am Sonntagmorgen wieder für den Verkehr freigegeben. Ebenfalls am Samstagabend wurde in Oss ein 82 Jahre alter Radfahrer auf der Hertog Antonstraat von einem Auto erfasst.

Der Autofahrer fuhr nach dem Zusammenstoß weiter und ließ den schwer verletzten Mann zurück. Ein Traumahelikopter brachte einen Notarzt zum Einsatzort. Der Radfahrer wurde in ein Krankenhaus gebracht, erlag dort jedoch später seinen Verletzungen. Das mutmaßlich beteiligte Fahrzeug wurde später gefunden. Es war ausgebrannt. Die Polizei sucht weiterhin nach dem Fahrer und nach Zeugen. Nach den Angaben, die am Wochenende veröffentlicht wurden, handelte es sich bei dem gesuchten Wagen um ein schwarzes, älteres Modell eines Volkswagen Touran oder ein vergleichbares Fahrzeug. Der Fahrer soll nach dem Unfall in Richtung Oijenseweg geflüchtet sein. Am Sonntag kam ein weiterer tödlicher Verkehrsunfall hinzu. Auf der Lauwersseewei nahe Dokkum kollidierten gegen 16.00 Uhr ein Motorrad und ein Linienbus. Der Motorradfahrer starb noch am Unfallort. Der Bus geriet anschließend in ein angrenzendes Gewässer. Der Busfahrer wurde leicht verletzt.

Linienbus landet nach Unfall im Wasser

Nach dem Unfall bei Dokkum rückten die Einsatzkräfte am Sonntagnachmittag mit umfangreichem Personal und Material aus. Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 16.00 Uhr auf der Lauwersseewei. Wie NOS unter Berufung auf die Polizei berichtete, konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass sich zum Zeitpunkt des Unfalls Fahrgäste in dem Linienbus befanden. Der leicht verletzte Fahrer konnte dazu keine eindeutigen Angaben machen.

Taucher suchten deshalb im und am Wasser nach möglichen weiteren Betroffenen. Die Polizei untersuchte gleichzeitig die Ursache des Zusammenstoßes. Zum Zeitpunkt der vorliegenden Informationen war noch nicht bekannt, wie Motorrad und Bus miteinander kollidierten.

Die N361 wurde vollständig gesperrt. Der Bus befand sich nach dem Unfall teilweise im Wasser und wurde mit Seilen gesichert. Am Unfallort wurden außerdem Sichtschutzwände aufgestellt. Bestätigt war zu diesem Zeitpunkt der Tod des Motorradfahrers sowie die leichte Verletzung des Busfahrers. Angaben über weitere gefundene Opfer lagen in den bereitgestellten Informationen nicht vor.

Messerstecherei am Hauptbahnhof live übertragen

Bereits am Samstagabend waren Polizei und Rettungsdienste in Amsterdam wegen einer Messerstecherei an der De Ruijterkade auf der Nordseite des Hauptbahnhofs im Einsatz. Vier Männer wurden verletzt. Drei von ihnen, darunter der später festgenommene Verdächtige, kamen ins Krankenhaus. Ein vierter Verletzter wurde vor Ort behandelt. Nach Angaben der Polizei bestand bei keinem der Betroffenen Lebensgefahr. Die drei eingelieferten Männer konnten das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen.

Die Polizei nahm einen 43 Jahre alten Mann aus Naarden als Verdächtigen fest. Die Hintergründe des Vorfalls sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei geht davon aus, dass der Messerstecherei möglicherweise eine Auseinandersetzung vorausgegangen war und sucht Zeugen.

Am Sonntag wurde zudem bekannt, dass Teile des Geschehens über soziale Medien live übertragen worden waren. Auf verbreiteten Aufnahmen ist nach Angaben von NOS zunächst ein Streit zwischen einem TikTok-Nutzer und mehreren Männern zu sehen. Im weiteren Verlauf eskaliert die Situation. Auf den Bildern scheint der Mann zeitweise ein Messer in der Hand zu halten. Anschließend ist eine stechende Bewegung in Richtung einer am Boden liegenden Person zu erkennen, bevor der Livestream endet.

Die Polizei untersucht die Aufnahmen. Ob der festgenommene 43-Jährige derjenige ist, der in dem Livestream zu sehen ist, bestätigte sie nicht.

Großbrand auf Ameland zerstört Lagerhalle

Auf Ameland brannte am Sonntagnachmittag eine Lagerhalle an der Bosweg in Hollum vollständig. Die Feuerwehr stufte den Einsatz gegen 14.56 Uhr als Mittelbrand ein. Wegen der starken Rauchentwicklung wurde kurz darauf ein NL-Alert verschickt. Bewohner wurden aufgefordert, sich vom Rauch fernzuhalten sowie bei Belästigung Fenster und Türen geschlossen zu halten und die Lüftung auszuschalten.

Nach Angaben der Veiligheidsregio Fryslân war die Lagerhalle nicht mehr zu retten. Die Feuerwehr konzentrierte sich deshalb unter anderem darauf, ein unmittelbar angrenzendes Wohnhaus vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Das Gebäude wurde dafür mit Wasser gekühlt. Lokale Lohnunternehmen unterstützten die Feuerwehr mit Tankfahrzeugen und brachten zusätzliches Löschwasser zu den Einsatzfahrzeugen.

Wegen der besonderen Lage auf einer Watteninsel wurde auch das Koordinationsteam Watteninseln, CoWa, eingesetzt. Darin arbeiten unter anderem Feuerwehr, Polizei und medizinische Dienste auf der Insel zusammen. Das Team steht während größerer Einsätze in Kontakt mit den Einsatzkräften auf dem Festland, weil zusätzliches Personal und Material bei Bedarf zunächst über das Wattenmeer transportiert werden müssen.

Eine Erkundungseinheit der Feuerwehr führte später Messungen rund um den Brandort durch. Dabei wurden keine erhöhten Konzentrationen gefährlicher Stoffe festgestellt. Rauch und Brandgeruch konnten in der Umgebung dennoch weiterhin wahrnehmbar sein. Um 20.02 Uhr meldete die Sicherheitsregion das Ende der Löscharbeiten.

Mehrere NL-Alerts wegen starker Rauchentwicklung

Neben Hollum wurden am Wochenende auch in anderen Teilen der Niederlande Warnmeldungen wegen Bränden verschickt. In Olst wurde am Sonntagnachmittag vor starker Rauchentwicklung bei einem Feuer an De Meente gewarnt. Um 18.24 Uhr wurde das NL-Alert aufgehoben. Wer keinen Rauch mehr wahrnahm, konnte Fenster und Türen wieder öffnen und die Lüftung einschalten.

Am Sonntagmorgen hatte es zudem einen Brand an der Brink in Deventer gegeben. Wegen des Rauchs wurde um 8.57 Uhr ein NL-Alert ausgelöst. Gegen 10.56 Uhr wurde die Warnung zurückgenommen, nachdem der Brand unter Kontrolle gebracht worden war.

Schon am Samstagabend war auch für Meeden in der Provinz Groningen eine Warnung ausgegeben worden. Dort brannte es auf dem Gelände eines Hochspannungsstation. Die Feuerwehr musste den Einsatz am Sonntag fortsetzen. Nach Angaben der Sicherheitsregion entstanden zeitweise weiterhin große schwarze Rauchwolken.

Das Feuer brannte in einer größeren Menge entzündlicher Kühlflüssigkeit, die sich in Kellerräumen unterhalb der Anlage befand. Diese Bereiche konnten von der Feuerwehr nicht sicher betreten werden. Bei den Löscharbeiten kamen unter anderem ein Schaumlöschfahrzeug und ein Löschroboter zum Einsatz. Unterstützung wurde auch aus anderen Teilen des Landes angefordert.

Das Hochspannungsstation wurde vorsorglich abgeschaltet. Stromausfälle entstanden dadurch nach den vorliegenden Informationen nicht, weil die Stromversorgung umgeleitet wurde. Bei dem Brand wurde niemand verletzt. Die Ursache war zunächst unbekannt.

A12 nach Klimaaktion zeitweise gesperrt

In Den Haag blockierten Aktivisten von Extinction Rebellion am Samstag kurz nach 13.00 Uhr einen Teil der A12. Mehrere Dutzend Teilnehmer gelangten über eine Auffahrt auf die Utrechtsebaan. Etwa eineinhalb Stunden später war die Autobahn wieder geräumt.

Die Gemeinde hatte kurz nach Beginn der Aktion angekündigt, die Blockade unmittelbar beenden zu lassen. Die Aktivisten wurden mit einem Bus zur Polizeidienststelle gebracht. Nach Angaben von Extinction Rebellion wurden 53 Personen festgenommen.

Die Aktion erfolgte wenige Tage nach einer gemeinsamen Erklärung von Bürgermeistern, Staatsanwaltschaft, Polizei und Justizminister David van Weel zum Umgang mit Autobahnblockaden. Darin wurde angekündigt, bei entsprechenden Aktionen grundsätzlich strafrechtlich vorzugehen. Die Behörden verwiesen dabei auf die Gefahren, die durch Blockaden und langsame Fahrzeugbewegungen auf Autobahnen entstehen können.

Trimbos warnt vor gefährlicher Ecstasy-Pille

Unabhängig von den Einsätzen des Wochenendes gilt seit Freitag außerdem eine Red-Alert-Warnung des Trimbos-Instituts. In mehreren bei Teststellen des Drugs Informatie en Monitoring Systeem abgegebenen Ecstasy-Pillen wurde eine sehr hohe Menge PMMA festgestellt. Auch das Nederlands Forensisch Instituut hatte kürzlich eine entsprechende Pille untersucht.

Betroffen sind zweifarbige Tabletten mit einer Trump-Abbildung auf der Vorderseite. Auf der Rückseite befindet sich eine Bruchlinie sowie die Aufschrift „NL“ und „Trump“. Das Trimbos-Institut warnt ausdrücklich vor der Einnahme dieser Pillen.

PMMA ähnelt nach Angaben des Instituts in seiner Wirkung MDMA, setzt jedoch später ein. Dadurch steigt die Gefahr einer Überdosierung. Stunden nach der Einnahme können unter anderem Übelkeit, eine erhöhte Herzfrequenz, Krampfanfälle und eine extrem erhöhte Körpertemperatur auftreten. Eine Überhitzung kann tödlich enden.

Wer eine entsprechende Pille eingenommen hat und starke Beschwerden entwickelt, soll nach Empfehlung des Trimbos-Instituts schnell medizinische Hilfe über einen Erste-Hilfe-Dienst oder einen Rettungswagen anfordern. Das Institut verweist außerdem auf die Möglichkeit, Drogen über das landesweite DIMS-Netzwerk testen zu lassen.

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