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Fünf Minuten duschen müssen reichen

| von Redaktion

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
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DEN HAAG · Die Niederlande werben mit einer landesweiten Kampagne für kürzeres Duschen und bewussteren Umgang mit Trinkwasser. Es geht nicht um akuten Wasserausfall aus dem heimischen Hahn, sondern um wachsenden Druck auf die Trinkwasserversorgung. Die zentrale Botschaft lautet: maximal fünf Minuten duschen. Nach Angaben von Leven met water (Leben mit Wasser) verbrauchen Menschen in den Niederlanden durchschnittlich rund 118 Liter Trinkwasser pro Tag, davon nur etwa zwei Liter zum Trinken. Besonders viel Wasser wird im Haushalt beim Duschen genutzt. Wer die Duschzeit auf fünf Minuten begrenzt, kann pro Dusche deutlich Wasser sparen. Die Kampagne „Word geen Douchebag“ soll genau dieses Verhalten sichtbar machen.

Die niederländische Kampagne setzt auf eine einfache Botschaft: Wer kürzer duscht, spart sofort Trinkwasser. Leven met water beschreibt den „Douchebag“ als jemanden, der lange unter der Dusche steht, beim Zähneputzen den Hahn laufen lässt, den Garten übermäßig sprengt oder regelmäßig ausgiebig badet. Gemeint ist kein Verbot, sondern eine Aufforderung, alltägliche Gewohnheiten zu ändern. Nach den Angaben der Kampagne liegt der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in den Niederlanden bei rund 118 Litern pro Person und Tag. Der größte Teil davon wird nicht getrunken, sondern für Waschen, Spülen, Reinigen und Gartenbewässerung verwendet.

Besonders beim Duschen sieht die Kampagne Einsparpotenzial. Jede Minute unter der Dusche kostet nach der FAQ von Leven met water ungefähr acht Liter Wasser, bei einer Regendusche sogar 15 bis 25 Liter pro Minute. Wer sich fünf Minuten als Ziel setzt, spart schnell mehrere Liter pro Duschgang. Leven met water verweist darauf, dass eine Minute weniger bereits etwa zehn Liter einsparen kann. Wenn sich alle an fünf Minuten hielten, könnten in den Niederlanden täglich Millionen Liter Trinkwasser gespart werden.

Warum die Kampagne läuft

Der Hintergrund ist der steigende Druck auf die Trinkwasserversorgung. Leven met water nennt Bevölkerungswachstum, höheren Wasserverbrauch, belastete Trinkwasserquellen, längere Trockenperioden und Klimaveränderung als Gründe. Die Nachfrage nach Trinkwasser wächst schneller als das, was auf längere Sicht geliefert werden kann. Es gehe nicht darum, dass zu Hause plötzlich kein Wasser mehr aus dem Hahn komme. In einigen Regionen gebe es aber bereits Einschränkungen für Unternehmen, und Neubauwohnungen könnten nicht immer sofort an das Trinkwassernetz angeschlossen werden.

Die niederländische Regierung arbeitet nach Angaben von Leven met water im Rahmen des Nationaal Plan van Aanpak Drinkwaterbesparing mit Wasserpartnern daran, den Verbrauch bis 2035 auf 100 Liter pro Person und Tag zu senken. Gleichzeitig wird an zusätzlichen Trinkwasserquellen und mehr Produktionskapazität gearbeitet. Auch Unternehmen sollen weniger Trinkwasser verbrauchen. Für Haushalte bleibt kürzeres Duschen eine der direktesten Maßnahmen.

Fünf Minuten als Ziel

Die Kampagne empfiehlt, einen Duschtimer zu nutzen oder ein Lied von vier bis fünf Minuten abzuspielen. Ist der Song vorbei, soll auch die Dusche beendet sein. Unter dem Motto „Fris in 5 minuten“ ruft Leven met water außerdem zu einer Challenge auf. Teilnehmende sollen Timer oder Musik nutzen, ihre Duschzeit prüfen und andere dazu auffordern, ebenfalls mitzumachen.

Auch andere Wasserorganisationen nennen fünf Minuten als Richtwert. Waterschap Aa en Maas schreibt, dass fünf Minuten Duschen statt der durchschnittlichen Duschzeit von neun Minuten etwa 40 Liter Wasser sparen können. Dunea verweist darauf, dass eine Dusche schnell rund 70 Liter Wasser verbraucht und dass kürzeres oder selteneres Duschen Wasser, Energie und Geld spart. Zusätzlich empfiehlt Dunea Musik als Duschtimer und eine wasserbesparende Duschbrause.

Dusche statt Bad, weniger laufen lassen

Neben kürzerem Duschen nennt die Kampagne weitere einfache Schritte. Dazu gehört, den Hahn beim Einseifen, Waschen oder Rasieren zeitweise auszuschalten. Auch Zähneputzen oder Rasieren unter der Dusche sollte möglichst vermieden werden. Wer Pflanzen gießt, sollte dies lieber früh morgens oder abends tun, damit weniger Wasser verdunstet. Kleidung muss nicht immer nach kurzem Tragen direkt gewaschen werden, wenn Lüften ausreicht.

Waterschap Aa en Maas rät außerdem dazu, beim Toilettenspülen die kleine Taste zu verwenden. Das könne bei durchschnittlich sechs Spülungen pro Tag 18 Liter Wasser täglich sparen. Eine undichte Armatur sollte repariert werden, weil eine leckende Leitung oder ein tropfender Hahn viel Wasser verschwenden kann. Beim Autowaschen empfiehlt das Waterschap die Waschanlage statt Schlauch und Straße, auch wegen möglicher Schadstoffe im Abwasser oder Oberflächenwasser.

Auch Energie und Kosten spielen eine Rolle

Milieu Centraal verbindet kürzeres Duschen mit Energieeinsparung. Fast ein Viertel des Gasverbrauchs gehe auf warmes Wasser für Badezimmer und Küche zurück. Wer von 7,4 Minuten auf fünf Minuten Duschzeit geht, spart nach Milieu Centraal jährlich rund 36 Euro pro Person, gerechnet mit einem Gaspreis von 1,37 Euro. Eine wasserbesparende Duschbrause lässt höchstens 7,2 Liter pro Minute durch und kann zusätzlich etwa 25 Euro pro Person und Jahr sparen.

Ein Bad verbraucht deutlich mehr Wasser als eine kurze Dusche. Waterschap Aa en Maas nennt für ein durchschnittliches Bad 120 Liter. Milieu Centraal nennt 140 Liter und schreibt, dass ein Bad fast viermal so viel Wasser und Energie kosten kann wie eine Dusche von fünf Minuten. Die Empfehlung ist deshalb klar: lieber kurz duschen als baden.

Frankreich verschärft Wassersparappelle

Der AD berichtet, dass auch Frankreich wegen Hitze und Trockenheit zum Wassersparen aufruft. Dort empfiehlt die Regierung unter anderem, nicht zu baden, sondern vier bis fünf Minuten zu duschen. In einem Drittel des Landes seien wegen extremer Trockenheit bereits Notmaßnahmen ergriffen worden. Genannt werden Einschränkungen wegen Brandgefahr, Verbote für Grillen und Autowaschen sowie Probleme mit der Trinkwasserversorgung an einzelnen Orten.

Die französischen Hinweise gelten auch für niederländische Urlauberinnen und Urlauber. In Teilen der Atlantikküste habe es unter anderem durch den Zustrom vieler Touristen Wasserengpässe gegeben. In Nordfrankreich seien in vierzehn Gemeinden Wasserflaschen an Einwohner verteilt worden.

Ziel bleibt sparsameres Trinkwasser

Die niederländische Kampagne macht aus dem Thema Wassersparen eine alltagsnahe Botschaft. Fünf Minuten Duschen, Timer stellen, Musik nutzen, Wasser nicht unnötig laufen lassen. Dahinter steht ein ernstes Ziel: weniger Trinkwasserverbrauch in Haushalten. Denn gerade dort liegt nach den Angaben von Leven met water der größte Anteil am gesamten Verbrauch. Wer kürzer duscht, spart nicht nur Wasser, sondern auch Energie. Die Maßnahme ist klein, aber sofort wirksam.

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