Information

einfach auf den Punkt gebracht

Feuerwerk endet tödlich, Helfer im Visier

| von Redaktion

Gelukkig Nieuwjaar! | Foto: HOLLAND.guide, AI bearbeitet
Gelukkig Nieuwjaar! | Foto: HOLLAND.guide, AI bearbeitet

DEN HAAG · Eine außergewöhnlich belastete Neujahrsnacht hat in den Niederlanden den Start ins Jahr 2026 überschattet: Es gab tödliche Unfälle, schwere Verletzungen, zahlreiche Brände und vielerorts Angriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. In Amsterdam wurde die monumentale Vondelkerk von einem Großbrand zerstört, Anwohner mussten evakuiert werden. Weil die Notrufleitungen zeitweise überlastet waren, ging kurz nach Mitternacht ein NL Alert mit der Aufforderung heraus, 112 nur bei Lebensgefahr zu wählen. Parallel meldeten Krankenhäuser deutlich mehr Feuerwerksverletzte, darunter auffallend viele Minderjährige mit Augenverletzungen. Auch Traditionsveranstaltungen litten unter dem Wetter: Mehrere Neujahrsschwimmen wurden abgesagt, darunter Scheveningen.

In mehreren Städten endete die Feiernacht tödlich. In Nijmegen starb ein Minderjähriger bei einem Feuerwerkvorfall, die Polizei ermittelt zur Ursache. In Aalsmeer kam ein 38 jähriger Mann bei einem Feuerwerksunfall ums Leben, auch hier laufen Ermittlungen, unter anderem zur Frage, ob illegales Feuerwerk eine Rolle spielte. Die Polizei meldet auch einen tödlichen Verkehrsunfall in Bergen op Zoom, bei dem ein Kind kurz nach Mitternacht angefahren wurde. In Rotterdam wurde in der Nacht ein toter Mann auf der Stadionweg gefunden; laut Polizei wurde er wahrscheinlich überfahren, während er bereits auf der Fahrbahn lag. Die Vielzahl an Einsätzen führte dazu, dass kurz nach der Jahreswende ein NL Alert verschickt wurde, mit dem Hinweis, 112 wegen extremer Auslastung nur bei lebensbedrohlichen Situationen zu wählen, wie NOS berichtet.

Besonders sichtbar wurde das Ausmaß der Brände in Amsterdam: In der Vondelkerk am Vondelpark brach kurz vor 01.00 Uhr Feuer im Turm aus. Wegen Funkenflug und herabfallender Teile wurden Dutzende Haushalte geräumt, zeitweise gab es Sorgen um Einsturzgefahr, später meldeten die Einsatzkräfte eine Entspannung der Lage, wie die Sicherheitsregion Amsterdam Amsterland berichtet. Beim Löschen half auch ein Löschfahrzeug der Königlichen Marine, Wasser wurde unter anderem aus der Vondelpark Vijver gepumpt. Teile wie Turm und Dachbereiche stürzten ein und die Sicherheitsregion erwartetet eine weitere Instabilität später nicht mehr. Neben Amsterdam gab es in weiteren Orten größere Brände, darunter Hillegom und Bedum, bei einem Sporthallenbrand Asbest freikam. In dieser Gemengelage blieb es nicht bei Unfällen: Polizeibünde meldeten nach eigenen Angaben außergewöhnlich viel Gewalt gegen Einsatzkräfte. NOS berichtet unter anderem von Angriffen mit schwerem Feuerwerk in Den Haag und von Würfen mit Molotowcocktails und Pflastersteinen in Breda. Auch das AD schreibt von einer unruhigen Nacht mit ME Einsätzen und mehreren Festnahmen in verschiedenen Städten.

Tote und schwere Verletzungen in mehreren Städten

Die schwersten Folgen betrafen Menschenleben und schwere Verletzungen. Es gibt zwei Feuerwerkstoten in Nijmegen und Aalsmeer sowie von weiteren schweren Vorfällen in der Nacht, darunter der tödliche Verkehrsunfall mit einem Kind in Bergen op Zoom. In Rotterdam bittet die Polizei um Zeugenhinweise, weil der Verstorbene nach derzeitigem Stand wahrscheinlich überfahren wurde, während er bereits auf der Straße lag. Gleichzeitig waren Rettungsdienste und Krankenhäuser im Dauereinsatz: In Zwolle kamen laut NOS rund 30 Patienten in die Notaufnahme, darunter zehn Feuerwerksverletzte und viele Fälle im Zusammenhang mit Alkohol oder Drogen. Das AD schildert ebenfalls eine außergewöhnliche Belastung in mehreren Kliniken, etwa in Eindhoven und Den Haag, und nennt Beispiele wie schwere Handverletzungen bei Jugendlichen.

Auffällig ist der Blick auf Augenverletzungen: Das Oogziekenhuis in Rotterdam meldet, dass zunächst 14 Patienten mit Augenverletzungen aufgenommen hat und dass 85 Prozent der Betroffenen minderjährig waren. Rijnmond konkretisiert, dass von den 14 Patienten zwölf minderjährig waren und bereits Operationen notwendig wurden beziehungsweise geplant waren. Es gab eine markante Verschiebung hin zu sehr jungen Betroffenen. Eine neue Aktualisierung der Fallzahlen kündigte das Oogziekenhuis für später am Tag an.

Großbrände und Evakuierungen, Vondelkerk zerstört

Das prägendste Brandereignis war der Großbrand in der Vondelkerk in Amsterdam. Das Feuer entstand im Turm, es kam zu starkem Funkenflug, weshalb Häuser in der Umgebung geräumt wurden. Die Einsatzkräfte arbeiteten lange daran, ein Übergreifen auf dicht stehende Wohnhäuser zu verhindern, dabei unterstützte auch die Königliche Marine mit einem Löschfahrzeug. Teile des Gebäudes stürzten ein. Eine Konstruktionseinschätzung später sah kein weiteres Einsturzrisiko. Zu einer möglichen Brandursache, etwa Feuerwerk im Turm, nannten die Einsatzkräfte zunächst keine gesicherte Aussage.

Auch andernorts gab es gefährliche Lagen. In Hillegom brannte ein großes Objekt in einer Wohngegend, die Lage war unübersichtlich, es gab Warnmeldungen und Absperrungen. In Bedum in der Provinz Groningen brannte eine Sporthalle vollständig aus und die Sicherheitsregion meldete Asbestfreisetzung. Es ga weitere größere Brände, etwa in Neue Pekela, wo drei Häuser als verloren gelten, sowie eine Brandlage in einer Parkgarage in Hellevoetsluis mit vorübergehender Räumung der darüberliegenden Wohnungen. Insgesamt zeigen die Meldungen vielerorts eine Kombination aus Feuer, Rauch, Absperrungen und starkem Zuschauerandrang, der die Arbeit der Einsatzkräfte erschwerte. In Den Haag ist eine Hausarztpraxis abgebrannt.

Angriffe auf Polizei und Feuerwehr, ME Einsätze

Neben Unfällen und Bränden berichtet die Polizei von Gewalt gegen Einsatzkräfte. Dabei werden konkrete Beispiele genannt: In Breda wurde die Polizei mit Molotowcocktails und Pflastersteinen beworfen, in Den Haag im Stadtteil Transvaal wurde ein Polizeifahrzeug mit schwerem Feuerwerk angegriffen. Der Vorsitz der Nederlandse Politiebond sprach nach NOS Angaben schon in der Nacht von außergewöhnlich viel Gewalt gegen Helfer. Das AD beschreibt ebenfalls unruhige Situationen mit ME Einsätzen, etwa wenn Feuerwehrkräfte bei Löscharbeiten geschützt werden mussten oder wenn es zu Brandstiftungen und Attacken mit Feuerwerk kam.

Es gab eijnen Notbefehl in Ede (pdf), nachdem sich eine größere Gruppe im Huygenspark versammelt hatte und Feuerwerk unter anderem in Richtung Polizei und Wohnhäuser geworfen wurde. Auch aus anderen Orten werden Maßnahmen genannt: In Arnhem wurde ein Gebiet als Sicherheitsrisikogebiet ausgewiesen und es gab präventive Kontrollen. Das Gesamtbild, das beide Medien zeichnen, ist eine Neujahrsnacht, in der die Sicherheitslage regional sehr unterschiedlich war, aber in mehreren Städten spürbar eskalierte.

Neujahrsschwimmen oft abgesagt, Feiern trotzdem vielerorts

Neben den dramatischen Ereignissen gab es auch die typische Feststimmung zum Jahreswechsel: Es gab einen tollenStart ins Jahr 2026 mit Feuerwerk, Champagner und Lichtshows. Gleichzeitig traf das Wetter traditionelle Veranstaltungen. Die Neujahrsduik in Scheveningen wurde wegen starkem Wind (7 Bft) abgesagt. Der Veranstalter begründete die Absage laut NOS damit, dass die Bedingungen nicht mehr den Genehmigungsanforderungen entsprachen. NOS nennt außerdem weitere abgesagte Neujahrsschwimmen, unter anderem in Almelo, Hengelo, Heemstede, Nijeveen und Oldenzaal. Teilweise war der Grund nicht nur Wind, sondern auch Eisbildung beziehungsweise zu viel Eis auf dem Wasser. Die Rettungsbrigade rief dazu auf, nicht eigenständig ins Wasser zu gehen, weil das lebensgefährlich sein könne und zudem Rettungskräfte gefährde.

Trotz aller Belastungen gab es auch organisierte Highlights: Das Nationale Vuurwerk in Rotterdam und das landesweite Aftelmoment im Top 2000 Café. Und ja, es gibt ein anhaltendes Feuerwerksinteresse kurz vor dem angekündigten künftigen Verbot. Die Nacht zeigt damit beides: das Bedürfnis nach Tradition und Feiern, aber auch die hohe gesellschaftliche und operative Belastung, wenn viele Menschen gleichzeitig Feuerwerk zünden und Notfälle, Brände sowie Gewalt gegen Helfer zusammenkommen.

In eigener Sache

Bitte unterstütze uns

Unsere Aktivitäten und diese Webseite bieten wir kostenlos an. Wir tun dies gerne und freiwillig. Um unseren Service weiterhin anbieten zu können, schalten wir Werbung und nutzen Affiliate-Links. Deine Unterstützung, sei es durch Mitarbeit oder eine Spende in Höhe einer Tasse Kaffee über PayPal, ist uns sehr willkommen und hilft uns enorm.

Vielen Dank dafür!


Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 2 plus 8.

Weitere Nachrichten