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Explosion, Brand, Einstürze in Utrecht

| letzte Änderung 15.01.2026 22:13 | von Redaktion

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde aktualisiert. Neue Informationen finden Sie unten im Artikel.
Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
Archivbild | Foto: HOLLAND.guide

UTRECHT · In der Visscherssteeg kam es am Donnerstagnachmittag zu einer oder mehreren Explosionen, anschließend brach in der Innenstadt ein sehr großer Brand aus. Mehrere Gebäude stürzten ein, die Schäden in der Umgebung sind erheblich. Nach Angaben der Sicherheitsregion Utrecht wurden vier Menschen verletzt und zur Behandlung in das Calamiteitenhospitaal des UMC Utrecht gebracht. Die Feuerwehr arbeitet unter schwierigen Bedingungen, weil die Rauchentwicklung die Sicht stark einschränkt und Gebäude als instabil gelten. Ein weiträumiger Bereich wurde abgesperrt, Anwohner werden im Hotel Karel V betreut. Zur Ursache gibt es am Abend noch keine gesicherten Informationen.

In der Utrechtse Innenstadt gingen die ersten Meldungen am Nachmittag ein, in mehreren Berichten wird als Zeitpunkt rund 15.30 Uhr genannt. Wie die Sicherheitsregion Utrecht meldet, stürzten nach der Explosion mehrere Gebäude ein, außerdem gebe es große Schäden in der Umgebung. Die Feuerwehr prüft, wie eingestürzte und beschädigte Gebäude sicher durchsucht werden können, um festzustellen, ob sich noch Personen in den betroffenen Gebäuden befinden. Gleichzeitig wird weiter gelöscht und die Lage erkundet. Wegen der vielen Einsatzkräfte und der Gefahrenlage ist das Gebiet weiträumig abgesperrt, nur Einsatzkräfte haben Zutritt. Die Gemeinde Utrecht bittet, das Gebiet zu meiden und den Helfern Raum zu geben. Auch für das Parkhaus Springweg gibt es Einschränkungen, die übliche Ausfahrt ist nach Angaben der Sicherheitsregion derzeit keine Option, es wird ein Plan erarbeitet, wie Autobesitzer ihre Fahrzeuge später abholen können.

Was bisher offiziell bekannt ist

Wie die Sicherheitsregion Utrecht berichtet, wurde für den Einsatz zu einer sehr großen Brandlage hochgestuft, zudem wurde durch die Sicherheitsregion GRIP 1 ausgegeben. Später wurde auf auf GRIP 2 hochskaliert. Nach dem Stand der Meldungen am Abend sind mehrere Gebäude in der Visscherssteeg und angrenzend teilweise oder vollständig eingestürzt. Die Sicherheitsregion Utrecht nennt vier Verletzte, die zur Behandlung in das Calamiteitenhospitaal des UMC Utrecht gebracht wurden. Das UMC Utrecht teilte später mit, dass das Calamiteitenhospitaal (Notfallkrankenhaus) wieder heruntergefahren wurde und nun regulär in Krankenhausbetten weiterbehandelt wird, dabei sei im UMC noch eine verletzte Person in Behandlung, der Aufenthaltsort der übrigen Verletzten wurde in den Updates nicht konkretisiert.

Die Feuerwehr kann die Brandstelle nach eigener Darstellung nur dort betreten, wo es sicher ist. Aufgrund der starken Rauchentwicklung haben die Einsatzkräfte aktuell nur eingeschränkte Sicht, weshalb jedes Gebäudeteil einzeln beurteilt wird, bevor Helfer hinein gehen können. In dem betroffenen Bereich wurde das Gas abgestellt, um weitere Risiken zu vermeiden, meldet die Sicherheitsregion Utrecht. Zur Zahl der betroffenen Gebäude gibt es am Abend noch kein vollständiges Bild, unter anderem wegen der Lage in der historischen Innenstadt, wie die Sicherheitsregion Utrecht in einem Update erklärt.

Verletzte, mögliche weitere Betroffene, Suche im Trümmerfeld

Mehrere Quellen berichten übereinstimmend von vier Verletzten, darunter die Sicherheitsregion Utrecht, NOS, AD und RTV Utrecht. Ob sich weitere Personen in den betroffenen Gebäuden befinden, ist am Abend noch unklar. Wie NOS unter Verweis auf einen Sprecher der Sicherheitsregion schreibt, seien bisher keine Meldungen über Vermisste eingegangen, gleichzeitig habe man das Gebäude, in dem der Brand entstand, noch nicht betreten können. Auch RTV Utrecht berichtet, die Polizei arbeite daran, zu klären, wer in den betroffenen Wohnungen wohnt und wer zum Zeitpunkt der Explosion zu Hause war. Die Feuerwehr setzt nach Angaben von RTV Utrecht und AD auch Drohnen ein, um sich trotz der Gefahrenlage ein Bild zu verschaffen.

Zur Unterstützung sind Spezialkräfte hinzugezogen worden. NOS berichtet unter Berufung auf Omroep West, dass ein spezialisiertes Team aus Alphen aan den Rijn eingesetzt wird, das Erfahrung mit Einsturzlagen hat. RTV Utrecht beschreibt dieses Team als STH Team, also Specialisme Technische Hulpverlening, das beurteilen soll, was in und an teils eingestürzten Gebäuden möglich ist.

Sperrungen, Evakuierungen und Betreuung von Anwohnern

In der Umgebung wurden Straßen gesperrt und das betroffene Gebiet wurde abgesperrt. Die Sicherheitsregion Utrecht und die Gemeinde Utrecht rufen dazu auf, nicht in Richtung Einsatzgebiet zu gehen, damit die Hilfe sicher und effektiv ablaufen kann. Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten oder nicht zurück können, werden nach Angaben der Sicherheitsregion Utrecht und der Gemeinde Utrecht im nahegelegenen Hotel Karel V untergebracht. NOS nennt am Abend eine Größenordnung von etwa hundert Betroffenen, die dort versorgt werden. RTV Utrecht spricht am Abend von Dutzenden, die dort betreut werden, und ergänzt, dass Slachtofferhulp Nederland mit fünf Mitarbeitenden vor Ort sei, um Betroffene und Zeugen anzusprechen, Erstgespräche zu führen und Unterstützung anzubieten.

Die Gemeinde Utrecht nennt außerdem Stichting Salvage als Organisation, die Unterstützung für Anwohner und Unternehmer anbietet. Aus dem Umfeld der Innenstadt wird auch über Schäden an Geschäften und Gastronomie berichtet. RTV Utrecht und AD schreiben, dass Centrummanagement Utrecht Kontakt zu Unternehmern aufgenommen habe und sich ein Überblick zur Schadenslage erst noch ergeben müsse.

Ursache unklar, Gasleck als mögliches Szenario

Zur Ursache gibt es am Abend keine gesicherten Angaben. Die Gemeinde Utrecht schreibt ausdrücklich, dass zur Ursache noch nichts bekannt sei. Ein Gasleck wird als mögliches Szenario betrachtet. Nach Angaben eines Sprechers sehe es  nicht nach Vorsatz, sondern nach einem Unfall aus. RTV Utrecht meldet am Abend ebenfalls, dass ein Gasleck als Option geprüft werde, außerdem sei in der Innenstadt Gasgeruch wahrgenommen worden, weshalb das Gas abgestellt wurde. Auch AD erwähnt, dass Stedin als Netzbetreiber Maßnahmen zum Abstellen im betroffenen Bereich ergreife. Eine belastbare Festlegung der Ursache wird in den vorliegenden Updates noch nicht genannt.

Reaktion der Stadtspitze und weiteres Vorgehen

Die Gemeinde Utrecht veröffentlichte am Abend eine Reaktion von Bürgermeisterin Sharon Dijksma. Darin heißt es als offizielle Mitteilung der Gemeinde: „Diese Explosion hat enorme Auswirkungen auf das Herz unserer Stadt. Alle sind furchtbar erschrocken, ganz besonders die Menschen in der unmittelbaren Umgebung. Ich habe inzwischen mit vielen von ihnen gesprochen. Es ist noch vieles unklar, aber es gibt große Schäden und wir wissen, dass Menschen verletzt worden sind. Die Hilfsdienste arbeiten mit aller Kraft, um Menschen zu helfen. Für alle, die nicht nach Hause können, ist eine Unterkunft organisiert, so lange wie nötig.“ Die Bürgermeisterin kündigte zudem für 21.00 Uhr eine Pressekonferenz im Stadskantoor an.

Wie Sicherheitsregion Utrecht und RTV Utrecht erklären, liegt der Fokus der Einsatzkräfte am Abend weiter auf Brandbekämpfung, Stabilitätsprüfungen und dem sicheren Vorgehen in beschädigten und teils eingestürzten Gebäuden. Wann Anwohner zurückkehren können und wie die Abholung von Fahrzeugen aus dem Parkhaus Springweg organisiert wird, ist nach den vorliegenden Mitteilungen noch offen und soll später kommuniziert werden.


Update vom Donnerstag, 15. Januar 2026, 21:17 Uhr

Brand gelöscht, Gebäude weiter instabil

Der Brand ist inzwischen gelöscht. Die Utrechter Feuerwehr konzentriert sich nun vollständig auf die Durchsuchung der betroffenen Gebäude. Eine erste Suchaktion hat bereits stattgefunden. Da jedoch mehrere Gebäude als instabil gelten, werden die Objekte einzeln und äußerst sorgfältig geprüft, bevor weitere Maßnahmen möglich sind.

Das Bau und Wohnungsaufsichtsamt untersucht derzeit, ob Gebäude an der Mariaplaats, der Boterstraat und der Visschersteeg wieder sicher betreten werden können. Diese Untersuchungen dauern aktuell noch an.

Im Bereich der eingestürzten Gebäudeteile sind Spezialisten der Spezialistischen Technischen Hilfeleistung (STH) im Einsatz, um die Lage sicher zu beurteilen und die Einsatzkräfte zu unterstützen.

Die Parkgarage an der Springweg bleibt vorerst geschlossen. Derzeit steht keine alternative Route zur Verfügung, um Fahrzeuge sicher aus der Garage herauszufahren. Fahrzeughalter werden gebeten, sich auf alternative Transportmöglichkeiten einzustellen.

Für Anwohner gilt aktuell Folgendes:

  • Bewohner der Visschersteeg, Springweg und Strosteeg können voraussichtlich in der kommenden Nacht nicht in ihre Wohnungen zurückkehren.
  • Auch Bewohner der Gebäude zwischen Mariaplaats und Walsteeg können ihre Wohnungen vorerst nicht betreten.

Betroffene Bewohner können sich an der Aufnahmestelle im Hotel Karel V melden, um Informationen darüber zu erhalten, ob und wann eine Rückkehr in die Wohnung möglich ist.

Im Zusammenhang mit dem Einsatz wurden insgesamt vier Personen medizinisch untersucht. Zwei Personen wurden vor Ort versorgt und mussten nicht ins Krankenhaus gebracht werden. Zwei weitere Personen wurden zur weiteren Untersuchung und Behandlung in ein Krankenhaus transportiert.

In großen Teilen des betroffenen Gebiets wurden Gas und Strom abgeschaltet. Wann diese Versorgungen wiederhergestellt werden, ist derzeit noch unklar.


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