Expats kaufen mehr Häuser
| von Redaktion
AMSTERDAM . Mehr Wohnungen gehen an internationale Käufer: Neue Zahlen der NVM zeigen einen deutlichen Anstieg beim Anteil der an Internationals verkauften Objekte seit 2020 auf landesweit 1,6 Prozent. Hotspots sind Amstelveen sowie die Brainportregion rund um Eindhoven. In einzelnen Neubauquartieren liegt der Käuferanteil internationaler Haushalte deutlich höher. Zugleich berichten Medien über zunehmende Konkurrenz im mittleren Preissegment und verweisen auf die Wirkung der 30 Prozent Regel für ausländische Fachkräfte. Der statistische Rahmen bleibt jedoch klar begrenzt. Die Messung bezieht sich auf Transaktionen über NVM Makler und ist stark lokal konzentriert. Parallel meldet das Statistikamt, dass die Hauspreise im zweiten Quartal 2025 in allen Gemeinden über dem Vorjahr lagen.
Der jüngste Überblick der NVM datiert den Trend präzise. Demnach hat sich der Anteil via NVM Makler an Internationals verkaufter Kaufobjekte seit 2020 verdoppelt und lag 2025 bei 1,6 Prozent. In absoluten Zahlen kaufen inzwischen mehr Internationals als dass sie mieten, doch bezogen auf die gesamte Kaufmarktaktivität bleibt ihr Anteil gering und regional eng gebündelt. Besonders sichtbar ist die Konzentration in Amstelveen sowie im Raum Eindhoven mit Gemeinden wie Veldhoven, Haarlemmermeer und Uithoorn. In einzelnen Quartieren reicht der Anteil internationaler Käufer von gut einem Fünftel bis hin zu sehr hohen Werten. Die NVM verweist auf Neubauareale wie Hyde Park in Hoofddorp oder Holland Park in Diemen, die mit gut angebundenen, sofort beziehbaren Wohnungen und internationaler Infrastruktur punkten. Parallel bestätigt die Berichterstattung, dass Expats im Schnitt höhere Budgets einsetzen. AD nennt einen durchschnittlichen Kaufpreis von rund 591 000 Euro bei Expats gegenüber 575 000 Euro bei anderen Käufern sowie besonders starke Konkurrenz im sofort beziehbaren Segment zwischen 500 000 und 700 000 Euro. CBS ergänzt das Umfeldbild mit flächendeckend steigenden Transaktionspreisen im zweiten Quartal 2025, mit besonders kräftigen Zuwächsen in Kommunen wie Albrandswaard und Borger Odoorn.
Datenlage und Begriffe
Die NVM fasst unter Internationals alle anderssprachigen Personen zusammen, die sich befristet oder dauerhaft in den Niederlanden niederlassen und über NVM Makler kaufen oder mieten. Dazu zählen Expats, internationale Studierende, Arbeitsmigranten und andere ausländische Haushalte. Die Kennzahlen beruhen auf NVM Registrierungen seit 2019, wobei nur vollständig ausgefüllte Datensätze in die Analyse einfließen. Die NVM betont die starke lokale Bündelung. So entfallen auf nur 16 von 344 Gemeinden der Großteil der internationalen Miettransaktionen und auch die Kaufaktivität der Zielgruppe zeigt Schwerpunkte statt breite Verteilung. Diese Abgrenzung ist wichtig für die Einordnung der gesamtwirtschaftlichen Relevanz. Landesweit bleibt der Kaufanteil gering, in ausgewählten Teilmärkten kann die Wirkung jedoch spürbar sein, etwa bei Projektplanung und Angebotsmix.
Hotspots und Marktsegmente
Auf der Mietseite bündeln sich internationale Haushalte vor allem in Amsterdam und Den Haag einschließlich angrenzender Gemeinden wie Wassenaar und Leidschendam Voorburg. Bei Käufen ragen Amstelveen, Eindhoven und Amsterdam hervor. Für die Brainportregion wird eine hohe Präsenz internationaler Käufer in bestimmten Stadtteilen genannt, beispielsweise in Eindhoven Meerhoven sowie in Veldhoven. In neuen Quartieren wie Hyde Park in Hoofddorp oder Holland Park in Diemen wird ein erheblicher Käuferanteil internationaler Haushalte beobachtet, was auf Lagekriterien wie internationale Schulen, schnelle Verkehrsverbindungen und Nähe zu Arbeitsplätzen zurückgeführt wird. AD ordnet zusätzlich die Wettbewerbslage ein und nennt als besonders umkämpft das Segment sofort beziehbarer, gut ausgestatteter Objekte im Bereich etwa 500 000 bis 700 000 Euro. Damit überschneiden sich die Präferenzen internationaler Käufer mit denen gut verdienender niederländischer Zweitverdienerhaushalte. CBS setzt den Preistrend in Relation und meldet für das zweite Quartal 2025 in allen Gemeinden höhere Preise gegenüber dem Vorjahr.
Faktoren hinter der Kaufentscheidung
Laut NVM beginnen viele Internationals mit Miete, weichen aber aufgrund regulierungsbedingt knapper werdender Angebote häufiger in den Kauf aus. In einer Maklerbefragung gab eine Mehrheit an, dass Kundinnen und Kunden mit internationalem Hintergrund bei Ankunft oft eine flexible Mietlösung suchen, bei längerer Verweildauer jedoch den Erwerb bevorzugen. Rund 60 Prozent der befragten Makler begegnen Fällen, in denen ursprünglich angemietet werden sollte, der Kauf aber mangels Mietangeboten gewählt wird. Hinzu kommt die Bedeutung der erwarteten Aufenthaltsdauer ab etwa drei Jahren sowie die Wirkung der 30 Prozent Regel, die bei gegebenem Bruttolohn das verfügbare Nettoeinkommen erhöht und damit die mögliche Hypothekensumme beeinflussen kann. Bei den Wohnwünschen zeigen sich Muster wie sofort beziehbarer Zustand, hoher Ausstattungsgrad und eine zweite Schlafraumoption als Arbeits oder Gästezimmer. Makler berichten zudem häufiger von Geboten über Nachfragepreis sowie von einer stärkeren Priorität auf Verfügbarkeit. Die NVM betont zugleich die Beschränkung der Effekte auf bestimmte Preisklassen und Lagen, während im unteren Segment die Konkurrenz durch Internationals geringer ausgeprägt ist.
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