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Ebola-Patient in Leiden aufgenommen

| von Redaktion

Ebolavirus unter dem Elektronenmikroskop. | Foto: CDC / Dr. Frederick A. Murphy, Public Domain
Ebolavirus unter dem Elektronenmikroskop. | Foto: CDC / Dr. Frederick A. Murphy, Public Domain

LEIDEN · Ein mit dem Ebolavirus infizierter Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen wird seit Donnerstagabend im Leids Universitair Medisch Centrum (LUMC) behandelt. Der Helfer hatte sich während eines Einsatzes in der Demokratischen Republik Kongo infiziert und wurde mit einem speziellen Flugzeug nach Schiphol gebracht. Anschließend erfolgte der Transport unter strengen Sicherheitsvorkehrungen nach Leiden. Dort liegt der Patient auf einer speziell ausgestatteten Isolierstation. Für andere Patienten und Besucher des Krankenhauses besteht nach Angaben des LUMC kein Infektionsrisiko. Die Aufnahme zeigt zugleich, welche besonderen Vorkehrungen bei einem der seltenen Ebola-Fälle in Europa notwendig sind.

Der Patient traf am Donnerstagabend im LUMC ein und wurde dort auf der sogenannten High Level Isolation Unit aufgenommen. Zuvor war der Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen aus der Demokratischen Republik Kongo nach Europa ausgeflogen worden. Das französische Spezialflugzeug landete gegen 19.45 Uhr auf dem Flughafen Schiphol. Dort wurde der Patient von einem spezialisierten medizinischen Team übernommen und für den Weitertransport vorbereitet. Mehrere Krankenwagen fuhren anschließend unter Begleitung der Koninklijke Marechaussee nach Leiden. Das LUMC bestätigte gegen 22 Uhr die Ankunft des Patienten und seine Aufnahme auf der Isolierstation. Über die Identität des Erkrankten werden keine weiteren Angaben gemacht. Bekannt ist lediglich, dass sich die Person während eines Einsatzes in der Demokratischen Republik Kongo mit Ebola infiziert hat. Das LUMC betont, dass die Behandlung unter strikter Isolation und nach den dafür geltenden Protokollen erfolgt. Das Krankenhaus verfügt über speziell ausgestattete Räume sowie die notwendige Schutzausrüstung für das Personal. Die Mitarbeiter trainieren regelmäßig die Aufnahme und Behandlung von Patienten mit schweren, hoch ansteckenden Infektionskrankheiten.

Übertragung nur durch Körperflüssigkeiten

Ebola ist eine seltene, schwere Infektionskrankheit. Nach Angaben des RIVM beginnt die Erkrankung häufig mit hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf können unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen im Brustbereich und Blutungen auftreten.

Das Virus wird über Körperflüssigkeiten eines infizierten Menschen übertragen. Dazu gehören beispielsweise Blut, Speichel, Erbrochenes, Urin, Stuhl, Schweiß und andere Körperflüssigkeiten. Eine Übertragung über die Luft, etwa durch Husten oder Niesen, findet nicht statt. Auch Mücken übertragen das Virus nicht.

Zwischen einer Infektion und dem Auftreten erster Beschwerden können zwei bis 21 Tage liegen. Im Durchschnitt beträgt diese Zeit etwa eine Woche. Infizierte Menschen sind nach Angaben des RIVM erst ansteckend, wenn die ersten Krankheitszeichen auftreten.

Strikte Isolation im LUMC

Für die Behandlung kommen im LUMC besondere Schutzmaßnahmen zum Einsatz. Beschäftigte, die mit dem Patienten in Kontakt kommen, tragen spezielle Schutzkleidung. Das An- und Ablegen dieser Ausrüstung erfolgt nach festgelegten Verfahren, für die das Personal geschult ist.

Das LUMC gehört zusammen mit dem Radboudumc in Nijmegen zu den Krankenhäusern in den Niederlanden, die für die Aufnahme von Patienten mit schweren infektiösen Viruserkrankungen aus dem Ausland vorgesehen sind. Entsprechende Situationen werden regelmäßig geübt.

Das Krankenhaus weist ausdrücklich darauf hin, dass der normale Betrieb weiterlaufen kann. Patienten und Besucher müssen keine zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen treffen und können das LUMC weiterhin besuchen.

Patient arbeitete für Ärzte ohne Grenzen

Der Erkrankte war für Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo tätig. Trotz der dort angewandten Schutzmaßnahmen infizierte sich der Mitarbeiter mit dem Ebolavirus. Zwischen der Hilfsorganisation und dem RIVM bestehen Vereinbarungen für den Fall, dass ein Mitarbeiter während eines Einsatzes an Ebola erkrankt. Diese Verfahren wurden nach Bekanntwerden der Infektion aktiviert.

Angaben zur Nationalität oder Herkunft des Patienten wurden nicht veröffentlicht. Nach Angaben des LUMC bleibt die Identität der Person geschützt.

Ebola kann schwer verlaufen

Für Erkrankte selbst kann Ebola lebensbedrohlich sein. Das RIVM weist darauf hin, dass die meisten Infizierten schwer erkranken und ein erheblicher Teil der Patienten an der Krankheit stirbt.

Eine allgemein wirksame Behandlung gegen Ebola gibt es nach Angaben des RIVM nicht. Erkrankte erhalten jedoch spezielle medizinische Versorgung, um die Folgen und Beschwerden der Infektion zu behandeln. Dazu können nach Angaben einer Infektionsspezialistin des LUMC beispielsweise die Gabe von Flüssigkeit oder bei Bedarf Sauerstoff gehören.

Seit 2015 steht zudem ein Impfstoff gegen bestimmte Formen von Ebola zur Verfügung. Er kann unter anderem für Menschen eingesetzt werden, die Kontakt mit Körperflüssigkeiten Erkrankter hatten, muss dafür jedoch möglichst schnell nach dem Kontakt verabreicht werden. In den Niederlanden ist dieser Impfstoff nach Angaben des RIVM nicht erhältlich.

Mitteilung des LUMC auf YouTube

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