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Dringender Rückruf von Babynahrung

| von Redaktion

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
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UTRECHT · Ein vorsorglicher Produktrückruf betrifft aktuell Säuglingsnahrung von Nestlé, die in den Niederlanden verkauft wurde. Betroffen sind einzelne Produktionschargen der Produkte Little Steps 1 und Alfamino. Grund ist die mögliche Verunreinigung mit Cereulide, einem Toxin, das von dem Bakterium Bacillus cereus gebildet werden kann. Die Rückrufaktion erfolgt in Zusammenarbeit mit der Nederlandse Voedsel en Waren Autoriteit (NVWA) und richtet sich gezielt an Eltern und Betreuungspersonen von Säuglingen. Laut Hersteller handelt es sich um eine freiwillige und präventive Maßnahme, die ausschließlich klar definierte Chargen betrifft. Andere Produkte sind nach Angaben von Nestlé nicht betroffen und gelten als sicher. Eltern werden aufgefordert, die genannten Produkte nicht mehr zu verwenden und in den Verkaufsstellen zurückzugeben. Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet.

Nach Angaben von Nestlé betrifft der Rückruf zwei konkret benannte Säuglingsnahrungsprodukte. Dabei handelt es sich um Nestlé Little Steps 1 Zuigelingenvoeding für Kinder im Alter von null bis sechs Monaten in der 800 Gramm Verpackung mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 30.11.2026 und der Chargennummer 51230346AC. Zusätzlich ist das Produkt Nestlé Health Science Alfamino in der 400 Gramm Verpackung betroffen. Hier gilt das Mindesthaltbarkeitsdatum 17.06.2027 mit der Chargennummer 51680017Y1. Die Chargennummern sind auf der Unterseite der Verpackungen zu finden. Der Rückruf beschränkt sich ausdrücklich auf diese Produktionschargen. Nach Angaben des Unternehmens sind alle weiteren Produkte sicher und können weiterhin verwendet werden.

Ursache der Rückrufaktion

Der Rückruf erfolgt aufgrund der möglichen Anwesenheit von Cereulide. Diese Substanz wird von bestimmten Varianten des Bakteriums Bacillus cereus gebildet. Nach Angaben von Nestlé stammt das Bakterium aus einer Zutat eines Zulieferers, die in den betroffenen Chargen verwendet wurde. Das Unternehmen betont, dass Bacillus cereus natürlicherweise in Rohstoffen sowie gelegentlich in Milch und Milchprodukten vorkommt. Die meisten Varianten stellen kein Risiko dar. Einige können jedoch Toxine bilden, die zu gesundheitlichen Beschwerden führen können. Die Rückrufaktion wurde als Vorsichtsmaßnahme eingeleitet.

Hinweise der NVWA

Auch die Nederlandse Voedsel en Waren Autoriteit warnt ausdrücklich vor der Verwendung der betroffenen Säuglingsnahrung. Die Behörde weist darauf hin, dass Cereulide durch die Bakterie Bacillus cereus produziert wird und bei Säuglingen Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Eltern werden aufgefordert, die genannten Produkte nicht mehr an ihre Kinder zu verfüttern. Die NVWA verweist in ihrer Warnmeldung auf die Informationen des Herstellers.

Mögliche Symptome bei Säuglingen

Nestlé rät Eltern und Betreuungspersonen, besonders aufmerksam auf mögliche Symptome zu achten. Dazu zählen starkes oder anhaltendes Erbrechen, Durchfall sowie ungewöhnliche Lustlosigkeit. Diese Beschwerden können laut Hersteller innerhalb von 30 Minuten bis zu sechs Stunden nach der Nahrungsaufnahme auftreten. Wenn keine Symptome auftreten, besteht nach Angaben von Nestlé kein Grund zur Sorge hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Folgen. Bei Unsicherheiten wird empfohlen, ärztlichen Rat einzuholen.

Rückgabe und Erstattung

Eltern, die eines der betroffenen Produkte mit den genannten Chargennummern gekauft haben, sollen diese nicht weiter verwenden. Die Produkte können in den jeweiligen Verkaufsstellen zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird vollständig erstattet, auch wenn kein Kassenbon mehr vorhanden ist. Nestlé gibt an, alle notwendigen Maßnahmen ergriffen zu haben, um Eltern, medizinisches Fachpersonal und Handelspartner umfassend zu informieren und zu unterstützen.

Einordnung durch die NVWA und aktuelle Lage

Wie NOS berichtet, kann die NVWA derzeit nicht vollständig ausschließen, dass die verunreinigte Grundsubstanz auch in anderen Produkten verwendet wurde. Die Verantwortung für die Rückverfolgung liegt nach Angaben der Behörde bei den jeweiligen Lieferanten und Herstellern. Aktuell gibt es laut NVWA jedoch keine Meldungen über weitere verunreinigte Produkte auf dem niederländischen Markt. Nestlé teilte mit, dass die Verunreinigung am 9. Dezember im Rahmen interner Kontrollen festgestellt und anschließend an die NVWA gemeldet wurde. Nach Untersuchungen lag die Ursache nicht in der Produktionsstätte selbst, sondern in einer angelieferten Zutat.

Meldungen und internationale Entwicklungen

Nach Angaben von NOS erhielt Nestlé Anfragen von vier Eltern, deren Kinder Verdauungsbeschwerden hatten. Bei der NVWA gingen zwei Meldungen ein. In einem Fall steht fest, dass das betroffene Kind die zurückgerufene Säuglingsnahrung erhalten hatte. Ob die Beschwerden tatsächlich durch das Produkt verursacht wurden, ist laut NVWA unklar. NOS berichtet außerdem, dass in Frankreich Untersuchungen laufen, da dort der Verdacht besteht, dass Todesfälle von Säuglingen mit verunreinigtem Milchpulver in Zusammenhang stehen könnten. In mehreren Ländern haben andere Hersteller wie Danone und Lactalis vorsorgliche Rückrufaktionen gestartet. Produkte für den niederländischen Markt waren davon bislang nicht betroffen.

Weitere Schritte des Herstellers

Nestlé gibt an, eng mit den zuständigen Behörden und Handelspartnern zusammenzuarbeiten, um die Rückrufaktion ordnungsgemäß umzusetzen. Parallel dazu werde die Untersuchung zur Ursachenklärung abgeschlossen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Für Fragen steht die niederländische Verbraucherhotline des Unternehmens zur Verfügung.

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