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Diesel wird in Niederlanden so teuer wie nie

| von Redaktion

Archivbild | Quelle: HOLLAND.guide
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NIEDERLANDE · Diesel wird am Samstag in den Niederlanden voraussichtlich so teuer wie noch nie. Die durchschnittliche landesweite Empfehlung der großen Mineralölgesellschaften soll nach Angaben von UnitedConsumers auf 2,824 Euro je Liter steigen und damit den bisherigen Höchststand von 2,819 Euro aus dem April übertreffen. Bereits am Freitag liegt der Wert mit 2,814 Euro nur knapp unter dem Rekord. Benzin erreichte in dieser Woche ebenfalls einen neuen Höchststand von 2,726 Euro je Liter, danach sank der empfohlene Preis für Euro95 wieder etwas. Gleichzeitig wurde in Deutschland eine Einigung auf einen Tankrabatt und einen krisenbedingten Preisdeckel bekannt. Durch die Senkung der Energiesteuer und die dadurch geringere Mehrwertsteuer soll Kraftstoff dort um insgesamt 17 Cent je Liter günstiger werden.

UnitedConsumers berechnet täglich die Gemiddelde Landelijke Adviesprijs, kurz GLA, auf Grundlage der empfohlenen Preise der fünf größten Mineralölgesellschaften BP, Esso, Shell, Texaco und TotalEnergies. Für Freitag, den 18. September, weist die Plattform für regulären Diesel 2,814 Euro je Liter aus. Damit liegt der Wert nur 0,5 Cent unter dem bisherigen Höchststand von 2,819 Euro aus dem April. Gegenüber Donnerstag sank die Empfehlung zwar noch um 0,1 Cent, für Samstag zeichnet sich nach den bereits bei UnitedConsumers eingegangenen Daten jedoch die nächste Erhöhung ab. Kraftstoffexperte Derk Foolen rechnet mit einem Plus von einem Cent auf 2,824 Euro je Liter.

Bei den genannten Werten handelt es sich nicht um einen einheitlichen Preis, der an jeder Tankstelle verlangt wird. UnitedConsumers weist ausdrücklich darauf hin, dass der tatsächliche Pumpenpreis von der landesweiten Empfehlung abweichen kann. Die durchschnittlichen Empfehlungswerte werden vor allem entlang der Autobahnen verlangt. An anderen Standorten kann Kraftstoff teils um mehrere zehn Cent pro Liter günstiger sein. Für Premium-Diesel nennt UnitedConsumers am Freitag eine landesweite Empfehlung von 2,904 Euro je Liter. Euro95 liegt bei 2,712 Euro, Super bei 2,924 Euro und Premium-Benzin bei 2,926 Euro je Liter. LPG wird mit 1,261 Euro je Liter angegeben. Die niederländischen Preise an der Zapfsäule bestehen zu einem großen Teil aus Steuern.

Auch Benzin erreichte einen Höchststand

Bei Euro95 wurde bereits früher in dieser Woche ein Rekord verzeichnet. Die durchschnittliche Empfehlung erreichte 2,726 Euro je Liter. Bis Freitag ging sie wieder auf 2,712 Euro zurück.

Trotz der hohen Kraftstoffpreise sind die Ölpreise in den vergangenen Tagen leicht gesunken. NU.nl führt dies darauf zurück, dass die Schäden an einer angegriffenen Pipeline in Saudi-Arabien geringere Auswirkungen haben als zunächst befürchtet. Bloomberg meldet, dass Saudi Aramco im kommenden Monat verschiedene Öllieferungen nach Europa nicht ausführen werde.

Energieexperte Hans van Cleef vom Beratungsunternehmen EqoLibrium hatte bereits Anfang September erklärt, dass er Preise von bis zu 3 Euro je Liter an niederländischen Autobahntankstellen nicht ausschließt.

Deutschland plant Entlastung um 17 Cent

Während die niederländischen Durchschnittspreise neue Höchststände erreichen, soll Kraftstoff in Deutschland durch staatliche Maßnahmen günstiger werden. Bild berichtete am Freitagabend unter Berufung auf Regierungskreise und eine der Zeitung vorliegende Beschlussvorlage von Bund und Ländern über eine grundsätzliche Einigung auf einen neuen Tankrabatt und einen Preisdeckel.

Nach den Angaben soll die Energiesteuer auf Kraftstoff um 14 Cent je Liter sinken. Weil dadurch zugleich weniger Mehrwertsteuer anfällt, soll sich der Preis für Benzin und Diesel insgesamt um 17 Cent je Liter verringern. Wie lange der Tankrabatt gelten soll, geht aus den Angaben nicht hervor.

Eine vergleichbare Entlastung hatte es bereits vom 1. Mai bis Ende Juni gegeben. Auch damals betrug die Preissenkung 17 Cent je Liter. Die deutschen Kraftstoffpreise hatten in dieser Woche ebenfalls Rekordstände erreicht. Deutsche Transportunternehmen forderten am Donnerstag wegen der hohen Dieselpreise Unterstützung von der Bundesregierung.

Preisdeckel spätestens zum 1. Januar 2027 geplant

Zusätzlich sieht die von Bild veröffentlichte Beschlussvorlage einen zeitlich begrenzten, krisenbedingten Preisdeckel für Kraftstoff vor. Der Bund soll dazu regelmäßige Gespräche mit der Mineralölwirtschaft führen und spätestens zum 1. Januar 2027 eine Preisobergrenze festlegen. Sie soll sich an der Entwicklung des Ölpreises orientieren. Wie hoch diese Obergrenze ausfallen würde, ist bislang nicht bekannt.

Laut der Beschlussvorlage beteiligen sich die Länder mit 1,25 Milliarden Euro an den Kosten der Entlastung. Das Gesamtvolumen für Bürger und Unternehmen wird mit 2,5 Milliarden Euro angegeben. Ursprünglich war auf Unionsseite eine Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent vorgesehen. Bei einem Kraftstoffpreis von 2,60 Euro je Liter hätte dies nach den Angaben eine Entlastung von 26 Cent pro Liter bedeutet.

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