Coldcase Mariska: Polizei sucht nach 25 Jahren
| von Redaktion
ROTTERDAM · Coldcase-Ermittlungen nach tödlichem Verbrechen: Ein Mordfall aus dem Jahr 2001 beschäftigt die niederländische Polizei erneut. Die damals 35-jährige Mariska Klompenhouwer wurde am 29. April 2001 tot auf dem Parkplatz der Veranstaltungshalle Ahoy in Rotterdam gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie nach einem Abend in einem Café von einer bislang unbekannten Person in einem Auto mitgenommen wurde. Dort wurde sie missbraucht, überfahren und anschließend leblos zurückgelassen. Noch immer ist unklar, wer für das Verbrechen verantwortlich ist. Genau 25 Jahre später startet die Polizei Rotterdam eine neue groß angelegte Coldcase-Aktion, zeigt erstmals alte Überwachungsbilder aus der Tatnacht und erhöht die Belohnung für Hinweise auf 25.000 Euro. Ermittler hoffen, dass sich nun Zeugen melden oder neue Hinweise auftauchen, die zur Aufklärung des Mordes führen.
Mariska Klompenhouwer verbrachte den Abend des 28. April 2001 in einem Café an der Hillevliet im Süden von Rotterdam. Dort fand eine Karaoke-Veranstaltung statt, an der sie ebenfalls teilnahm. Nachdem sie das Lokal in der Nacht verlassen hatte, versuchte sie nach Angaben der Polizei mindestens ein Taxi anzuhalten, um nach Hause zu fahren. Dieser Versuch blieb jedoch ohne Erfolg. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen stieg sie anschließend vermutlich in ein unbekanntes Auto oder möglicherweise in ein Taxi ein. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie kurz darauf von dieser Person in Richtung Parkplatz des Veranstaltungszentrums Ahoy gebracht wurde. Dort kam es zu einem Gewaltverbrechen. Nach Angaben der Polizei wurde die Frau missbraucht und anschließend überfahren. Ihr Körper wurde am frühen Morgen des 29. April 2001 auf dem Parkplatz gefunden. Obwohl der Fall seit Jahren intensiv untersucht wurde, konnte der Täter bislang nicht identifiziert werden. Für die Familie des Opfers ist diese Ungewissheit bis heute schwer zu ertragen. Das Coldcaseteam der Polizei Rotterdam hat den Fall deshalb erneut aufgegriffen und bittet nun öffentlich um Hinweise aus der Bevölkerung.
Neue Ermittlungsinitiative nach 25 Jahren
Genau ein Vierteljahrhundert nach der Tat hat das Coldcaseteam der Polizei Rotterdam eine neue Ermittlungsinitiative gestartet. Wie die Polizei mitteilt, soll der Fall erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Am Sonntag, dem 26. April, begann dazu eine groß angelegte Aktion in Rotterdam. Polizeibeamte, Ermittler und Unterstützer informierten in der Innenstadt über den ungelösten Mord und baten Passanten um Hinweise. Die Aktion fand bewusst im Vorfeld von Koningsnacht statt, wenn viele Menschen in der Stadt unterwegs sind.
Teil der Aktion sind auch orangefarbene Armbänder mit der Aufschrift „Laat vrouwen veilig thuiskomen“. Auf den Armbändern befindet sich zudem ein Hinweis auf eine Internetseite der Polizei mit weiteren Informationen zum Fall. Dort können Bürger Hinweise übermitteln. Nach Angaben der Polizei sollen zusätzlich Anzeigen in sozialen Medien sowie Hinweise auf digitalen Werbetafeln auf den ungelösten Mord aufmerksam machen. Auch die Fernsehsendung „Opsporing Verzocht“ greift den Fall erneut auf, um weitere Hinweise zu erhalten.
Neue Auswertung alter Überwachungsbilder
Eine wichtige Rolle spielen Überwachungsbilder aus der Tatnacht. Auf diesen Aufnahmen ist zu sehen, dass am 29. April 2001 um 1.21 Uhr ein Auto auf den Parkplatz von Ahoy fährt. Nach Einschätzung der Ermittler befand sich Mariska Klompenhouwer höchstwahrscheinlich in diesem Fahrzeug zusammen mit der Person, die sie kurz darauf tötete.
Die Bilder lagen bereits seit Jahren im Ermittlungsdossier, wurden jedoch im Zuge neuer Untersuchungen erneut analysiert. Dabei kam das Coldcaseteam nach Angaben der Polizei zu neuen Erkenntnissen über mögliche Abläufe der Tatnacht. Deshalb werden die Aufnahmen nun erstmals öffentlich gezeigt, in der Hoffnung, dass sich jemand an Details erinnert oder das Fahrzeug identifizieren kann.
Hoffnung auf Hinweise aus dem Umfeld des Täters
Die Ermittler gehen davon aus, dass Täter häufig mit anderen Menschen über ihre Tat sprechen. Deshalb richtet sich die neue Fahndung ausdrücklich auch an Personen, die möglicherweise indirekt Hinweise erhalten haben. Nach Angaben des Coldcaseteams besteht die Möglichkeit, dass jemand aus dem Umfeld des Täters in den vergangenen Jahren etwas erfahren hat, das bisher nicht gemeldet wurde.
Besonders interessant sind Hinweise auf Personen, die kurz nach der Tat möglicherweise Schäden an ihrem Fahrzeug hatten oder sich auffällig verhielten. Auch Menschen, die damals von ähnlichen Situationen berichteten oder ungewöhnliche Begegnungen rund um den Parkplatz von Ahoy erlebt haben, könnten wichtige Informationen liefern.
Appell an Taxifahrer
Die Polizei richtet zudem einen speziellen Aufruf an Taxifahrer. In der Nacht vom 28. auf den 29. April 2001 versuchte Mariska Klompenhouwer nach Angaben der Ermittler mindestens ein Taxi anzuhalten. Möglich ist, dass sie mehrere Fahrer angesprochen hat oder dass ein Taxifahrer gesehen hat, wie sie später in ein anderes Fahrzeug einstieg.
Selbst kleinste Details könnten laut Polizei entscheidend sein. Hinweise zum Fahrzeugtyp, zur Person am Steuer oder zu ungewöhnlichen Beobachtungen in der Umgebung der Lange Hilleweg könnten helfen, den Fall zu lösen.
Tochter fordert Aufklärung
Mariska Klompenhouwer war zum Zeitpunkt ihres Todes 35 Jahre alt, alleinstehend und Mutter einer elfjährigen Tochter. Diese Tochter ist inzwischen erwachsen und beteiligt sich aktiv an der neuen Kampagne zur Aufklärung des Mordes. Sie appelliert an mögliche Zeugen, sich zu melden und Hinweise weiterzugeben.
Für die Angehörigen sei es schwer zu akzeptieren, dass auch nach so vielen Jahren noch immer unklar ist, wer für den Tod von Mariska verantwortlich ist. Die Polizei betont, dass jede Information hilfreich sein kann und Hinweise auch vertraulich oder anonym abgegeben werden können.
Belohnung für entscheidenden Hinweis
Um neue Hinweise zu erhalten, hat das niederländische Openbaar Ministerie die Belohnung für den entscheidenden Hinweis auf 25.000 Euro erhöht. Diese sogenannte „goldene Tip“ soll dazu beitragen, dass sich Menschen melden, die möglicherweise bisher gezögert haben, Informationen weiterzugeben.
Die Polizei hofft, dass die erneute öffentliche Aufmerksamkeit und die Kombination aus Medienkampagne, Fahndung und Belohnung nach 25 Jahren zu einem entscheidenden Durchbruch führen könnten.
Mehr Information stellt die niederländische Polizei zur Verfügung.
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