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Code Oranje: Unwetter zieht nach Norden

| letzte Änderung 20.06.2026 07:55 | von Redaktion

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde aktualisiert. Neue Informationen finden Sie unten im Artikel.
Wetterwarnung vom KNMI um 22:25 Uhr: Code Oranje wegen schweren Ungewittern © KNMI
Wetterwarnung vom KNMI um 22:25 Uhr: Code Oranje wegen schweren Ungewittern © KNMI

DE BILT · Die Unwetterlage in den Niederlanden verlagert sich am späten Freitagabend weiter nach Norden. Das KNMI hat seine Warnungen erneut angepasst und Code Orange nun für Teile des mittleren und nördlichen Landes ausgerufen. Zuvor galten die höchsten Warnstufen bereits für mehrere südliche Provinzen. Betroffen sind nun unter anderem Utrecht sowie weitere Regionen im Zentrum und Norden des Landes. Dort können am Abend und in der Nacht schwere Gewitter mit Windböen bis etwa 90 Stundenkilometern, großem Hagel und Starkregen auftreten. Für die übrigen Landesteile gilt weiterhin Code Gelb. Gleichzeitig bleibt die Hitzebelastung hoch. Das Nationale Hitzeprogramm des RIVM ist weiterhin aktiv. Nach Angaben des KNMI soll die Gewittergefahr im Verlauf der Nacht allmählich nachlassen, während die warme und schwüle Wetterlage in weiten Teilen des Landes bestehen bleibt.

Der Freitag hat sich in den Niederlanden zunächst als einer der bislang heißesten Tage des Jahres präsentiert. In vielen Regionen wurden Temperaturen von über 30 Grad gemessen. In De Bilt wurde offiziell der dritte tropische Tag des Jahres registriert. Im limburgischen Ell wurde mit 34,0 Grad sogar ein neuer Temperaturrekord für einen 19. Juni gemessen. Doch am Abend wandelte sich die Wetterlage deutlich. Während tagsüber zunächst die südlichen Provinzen im Fokus der Wetterwarnungen standen, verlagerte sich die Zone mit den schwersten Gewittern im Laufe des Abends zunehmend in Richtung Landesmitte und Norden.

NL Alert wegen Unwetters aktiviert

Das KNMI aktualisierte deshalb seine Warnkarte um 22.25 Uhr. Für Teile des mittleren und nördlichen Landes wurde Code Orange ausgegeben. Dort besteht die Gefahr schwerer Gewitter mit Windböen zwischen 75 und 90 Stundenkilometern, Hagelkörnern von zwei bis vier Zentimetern Durchmesser sowie großen Regenmengen innerhalb kurzer Zeit. Nach Angaben des KNMI können die Gewitter lokal zu Schäden und erheblichen Beeinträchtigungen führen. Besonders betroffen sind Regionen, in denen die Gewitterlinien am Abend und in der Nacht durchziehen. Für Utrecht gilt beispielsweise eine Warnung vor schweren Gewittern zwischen 22.00 Uhr und Mitternacht.

Außerhalb der Gewitterzellen bleibt es vielerorts zunächst warm und schwül. Die Wetterbehörde weist darauf hin, dass die Kombination aus hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit weiterhin eine erhebliche Belastung darstellen kann. Die Hittekraftwerte liegen auch in den kommenden Tagen vielerorts zwischen sieben und neun. Das Nationale Hitzeprogramm des RIVM bleibt deshalb unverändert aktiv.

Warngebiet verlagert sich Richtung Norden

Nach den neuesten Warnungen des KNMI liegt der Schwerpunkt der Gewitteraktivität inzwischen nicht mehr im äußersten Süden des Landes. Während für Limburg und Zeeland inzwischen wieder Code Gelb gilt, wurde Code Orange für Teile der Landesmitte und des Nordens ausgerufen.

Das KNMI erwartet dort am Abend und in der Nacht die größte Wahrscheinlichkeit für schwere Gewitter. Dabei können lokal Windböen um 90 Kilometer pro Stunde auftreten. Zudem werden großer Hagel und intensive Niederschläge innerhalb kurzer Zeit erwartet.

Tropischer Tag endet mit Gewittern

Die Gewitter beenden einen außergewöhnlich heißen Tag. In großen Teilen des Landes wurden Temperaturen um oder über 30 Grad erreicht. In De Bilt wurde die Marke von 30 Grad überschritten, womit offiziell ein tropischer Tag verzeichnet wurde.

Besonders hohe Temperaturen wurden in Limburg gemessen. In Ell stieg die Temperatur auf 34,0 Grad. Damit wurde ein neuer Höchstwert für einen 19. Juni registriert.

Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgte zusätzlich für eine drückende Wärmebelastung. Aus diesem Grund galt bereits seit Donnerstag das Nationale Hitzeprogramm.

Auch die kommenden Tage bleiben warm

Nach Angaben des KNMI wird die Gewittergefahr im Verlauf der Nacht allmählich abnehmen. Am Samstag bleibt es überwiegend trocken mit sonnigen Abschnitten. Im Südosten kann sich jedoch noch vereinzelt ein Regen- oder Gewitterschauer entwickeln.

Die Temperaturen erreichen am Samstag zwischen 23 Grad an der Küste und bis zu 32 Grad im Südosten. Auch am Sonntag und Montag bleibt es vielerorts warm bis sehr warm. Für Montag werden in weiten Teilen des Landes erneut Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad erwartet.

Die Hittekraftwerte bleiben insbesondere im Südosten aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit weiterhin hoch.


Update: 19.06.2026, 23:50 Uhr

Schäden und Einschränkungen durch Unwetter

Die Auswirkungen des Unwetters haben sich am späten Freitagabend weiter verschärft. In mehreren Regionen meldeten Feuerwehr und Polizei zahlreiche Einsätze wegen umgestürzter Bäume, abgedeckter Dächer und herabgestürzter Äste. Die Sicherheitsregion Utrecht warnte gegen 23 Uhr, dass die hohe Zahl der Notrufe zu längeren Wartezeiten bei Einsätzen führen könne. Besonders betroffen sind Teile von Utrecht, Flevoland und angrenzende Gebiete, für die sogar ein NL-Alert verschickt wurde. Die Behörden fordern die Bevölkerung auf, nach Möglichkeit in Gebäuden zu bleiben und den Notruf 112 ausschließlich bei lebensbedrohlichen Situationen zu wählen.

Auch der Bahnverkehr wurde erheblich beeinträchtigt. Zwischen Utrecht Vaartsche Rijn und Driebergen-Zeist verkehren aufgrund eines auf die Gleise gestürzten Baumes bis mindestens 00.15 Uhr keine Züge. Zuvor musste bereits die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Rotterdam und Breda wegen der schweren Gewitter und starken Windböen zeitweise gesperrt werden. Auf der Strecke konnten die Züge erst gegen 22.45 Uhr wieder fahren.

Zusätzlich wurden mehrere Blitzeinschläge gemeldet. In Nieuwerkerk aan den IJssel sowie im zeeländischen Schoondijke mussten Feuerwehren nach mutmaßlichen Einschlägen zu Wohnhausbränden ausrücken. Auch aus der Region Utrecht gibt es Hinweise auf Brände, die möglicherweise durch Blitzschläge ausgelöst wurden. Besonders heftig fiel der Sturm an der Küste aus: In Vlissingen registrierte Buienradar eine Windböe von 113 Kilometern pro Stunde.

Während die Warnstufe in Zeeland, Limburg, Noord-Brabant und Zuid-Holland inzwischen auf Code Gelb zurückgestuft wurde, gilt für Teile des Nordens und der Landesmitte weiterhin Code Orange. Die Wetterdienste warnen dort weiterhin vor kräftigen Gewittern, Starkregen, Hagel und schweren Windböen.

Update: 20.06.2026, 00:03 Uhr

KNMI reduziert Warnung in Noord-Holland

Die Wetterlage entspannt sich in Teilen der Niederlande allmählich. Das KNMI hat die Unwetterwarnung für Noord-Holland inzwischen von Code Orange auf Code Gelb herabgestuft. Damit gilt die höchste Warnstufe derzeit noch in sieben Provinzen: Gelderland, Utrecht, Flevoland, Overijssel, Drenthe, Friesland und Groningen. Dort warnen die Meteorologen weiterhin vor schweren Gewittern mit intensiven Regenfällen, Hagel, häufigen Blitzeinschlägen und starken bis schweren Windböen.

Während sich die Gewitterfront aus den südlichen und westlichen Landesteilen weiter nach Norden und Nordosten verlagert, bleiben die Einsatzkräfte in den betroffenen Regionen stark gefordert. Die Behörden rufen die Bevölkerung weiterhin dazu auf, unnötige Aufenthalte im Freien zu vermeiden und die Warnhinweise aufmerksam zu verfolgen. Besonders in den noch unter Code Orange stehenden Provinzen können lokal weiterhin gefährliche Wetterlagen auftreten.

Update: 20.06.2026, 00:10 Uhr

Zahlreiche Sturmschäden und mehrere Großbrände

Mit dem Durchzug der schweren Gewitterfront verzeichneten die Einsatzkräfte am späten Abend hunderte wetterbedingte Einsätze, insbesondere in Utrecht, Flevoland, Gelderland, Overijssel und Friesland. Besonders betroffen waren die Regionen rund um Woerden, Almere, Hengelo, Enschede, Uddel und Heerenveen, wo zahlreiche umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer und blockierte Straßen gemeldet wurden. Parallel dazu mussten Feuerwehren zu mehreren Gebäudebränden ausrücken, die teilweise im Zusammenhang mit Blitzeinschlägen stehen könnten.

Zu den größten Einsätzen gehörten ein Großbrand in einem Wohnhaus in Woerden, ein schwerer Dachstuhlbrand in einem reetgedeckten Haus in Uddel sowie weitere Brände in Leusden, Barneveld, Breezand und Heerenveen. Die hohe Zahl der Einsätze bestätigt das Ausmaß des Unwetters, das besonders die Landesmitte der Niederlande getroffen hat.

© Brandweer
© Brandweer
Update: 20.06.2026, 00:19 Uhr

Wann sollte man Feuerwehr oder Gemeinde informieren?

Die niederländische Feuerwehr weist darauf hin, dass nicht jeder Sturmschaden einen Notruf rechtfertigt. Liegt beispielsweise ein Baum lediglich im eigenen Garten, sollten Eigentümer die Beseitigung selbst organisieren. Befindet sich ein umgestürzter Baum auf kommunalem Grund oder am Straßenrand, ist in der Regel die Gemeinde zuständig. Die Feuerwehr sollte über die landesweite Nummer 0900-0904 kontaktiert werden, wenn beispielsweise ein Baum auf eine Straße zu stürzen droht oder Dachteile und Fassadenelemente lose sind und Menschen gefährden können.

Besteht akute Lebensgefahr oder droht ein Gebäude einzustürzen, gilt weiterhin: sofort 112 wählen. Die Behörden appellieren angesichts der Vielzahl von Einsätzen, die Notrufnummern nur in wirklich dringenden Fällen zu nutzen.

Update: 20.06.2026, 07:45 Uhr

Bilanz der Unwetternacht: Viel Schade und ein Todesfall

Mit dem Abzug der Gewitterfront hat sich die Lage in den Niederlanden in der Nacht zum Samstag allmählich beruhigt. Das KNMI hob Code Orange gegen 01.30 Uhr auf, landesweit gilt inzwischen nur noch Code Gelb. Die Unwetter hinterließen jedoch eine Spur der Verwüstung. Besonders betroffen waren Flevoland, Utrecht, die Gooi- en Vechtstreek, Twente, Gelderland, Groningen und Teile von Noord-Holland. Die Leitstellen meldeten zeitweise eine Überlastung durch Hunderte Notrufe wegen umgestürzter Bäume, beschädigter Dächer, blockierter Straßen und Wasserschäden.

Mehrere Brände wurden vermutlich durch Blitzeinschläge ausgelöst. Größere Feuer gab es unter anderem in Woerden, Hooglanderveen, Uddel, Leek, Breezand, Schoondijke und Nieuwerkerk aan den IJssel. In Hooglanderveen sprang ein Dachbrand sogar auf ein Nachbarhaus über. In Twente registrierten die Einsatzkräfte rund 170 wetterbedingte Einsätze, während in Groningen umgestürzte Bäume teilweise Gasleitungen beschädigten und Wohnhäuser in Mitleidenschaft zogen. Zudem kam es zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr durch Bäume auf den Gleisen.

Am schwersten traf das Unwetter die Provinz Drenthe. Im Ort ’t Haantje kam ein Autofahrer ums Leben, nachdem ein Baum auf sein fahrendes Fahrzeug stürzte. Darüber hinaus wurden zahlreiche Sachschäden gemeldet, darunter ein teilweise eingestürztes Dach eines Postsortierzentrums in Zwolle sowie schwere Schäden auf dem Festivalgelände von Julianapop in Julianadorp, weshalb die Veranstaltung abgesagt wurde.

Update: 20.06.2026, 07:52 Uhr

Wetterlage entspannt sich, Hitze bleibt

Nach den schweren Gewittern der Nacht hat sich die Wetterlage am Samstagmorgen deutlich beruhigt. Das KNMI hat sämtliche Warnungen vor schwerem Unwetter aufgehoben. Lediglich für Teile des Ostens und Nordostens gilt am Vormittag noch Code Gelb wegen einzelner Gewitterzellen. Dort sind lokal weiterhin Starkregen, Hagel bis zu zwei Zentimetern Durchmesser sowie Windböen zwischen 60 und 75 Kilometern pro Stunde möglich. Im Laufe des Vormittags sollen auch diese Gewitter abziehen.

Damit rückt erneut die anhaltende Hitze in den Mittelpunkt. Während an der Nordseeküste Temperaturen zwischen 20 und 26 Grad erwartet werden, steigen die Werte im Landesinneren vielerorts wieder auf 30 bis 32 Grad. Für Sonntag werden im Süden und Südosten sogar bis zu 33 Grad vorhergesagt. Das KNMI warnt vor einer drückenden und schwülen Wärmebelastung.

Besonders ältere Menschen und gesundheitlich vorbelastete Personen sollten ausreichend trinken und körperliche Anstrengungen vermeiden. Das landesweite Hitzeplan des RIVM bleibt weiterhin in Kraft. Für Montag rechnen die Meteorologen sogar erneut mit Höchstwerten zwischen 30 und 35 Grad in weiten Teilen der Niederlande. Damit endet die Unwetternacht, die vielerorts Schäden hinterlassen hat, doch die nächste Wetterherausforderung steht bereits bevor: eine möglicherweise mehrtägige Hitzewelle.

Update: 20.06.2026, 07:55 Uhr

Hinweis der Redaktion

Wir beenden an dieser Stelle unsere laufende Berichterstattung zum Unwetter vom 19. und 20. Juni 2026. Nach einer Nacht mit zahlreichen Einsätzen, schweren Gewittern, mehreren Bränden, erheblichen Sturmschäden und einem Todesopfer in Drenthe hat sich die Wetterlage inzwischen weitgehend beruhigt. Für Teile des Ostens gilt am Samstagmorgen noch Code Gelb, im weiteren Tagesverlauf steht jedoch vor allem die anhaltende Hitze im Fokus. Über wichtige neue Entwicklungen werden wir gesondert berichten. Vielen Dank fürs Mitlesen.

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