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Code Orange droht: Bleiben Sie zu Hause, wenn es geht.

| von Redaktion

Viele Kinder kommen aktuell mit Schlitten zur Schule. | Foto: HOLLAND.guide
Viele Kinder kommen aktuell mit Schlitten zur Schule. | Foto: HOLLAND.guide

DE BILT · Eine weitere Eskalation der winterlichen Lage in den Niederlanden steht unmittelbar bevor. Für den morgigen Mittwoch wird landesweit mit erneuten, teils kräftigen Schneefällen gerechnet. Das niederländische Wetterinstitut KNMI erwägt die Ausrufung von Code Orange. Parallel dazu appellieren staatliche Stellen eindringlich an die Bevölkerung, möglichst zu Hause zu arbeiten und nicht notwendige Fahrten vollständig zu vermeiden, wenn es geht. Besonders die morgendliche Hauptverkehrszeit gilt als hochriskant. Erwartet werden erhebliche Verkehrsbehinderungen, eingeschränkter öffentlicher Nahverkehr sowie weitere Ausfälle im Flugverkehr. Behörden warnen vor schlechter Sicht, glatten Straßen und einer insgesamt angespannten Sicherheitslage. Die Empfehlung ist eindeutig: Wer kann, bleibt zu Hause und meidet Straßen, Schienen und Flughäfen.

Die Wetterlage verschärft sich nach einer kurzen Ruhephase erneut. Bereits heute kam es vielerorts zu Störungen im Verkehr, zu Verspätungen und zu ersten sicherheitsrelevanten Maßnahmen im öffentlichen Raum. Für Mittwoch rechnen die Behörden mit einer deutlichen Zuspitzung. Insbesondere die Kombination aus Neuschnee, Wind und anhaltender Glätte sorgt für ein hohes Gefahrenpotenzial. Nach Einschätzung von Experten ist die Situation komplex und regional unterschiedlich, weshalb laufend neu bewertet wird, ob eine Hochstufung der Warnlage erforderlich ist.

Verkehrslage droht zu eskalieren

Nach Angaben von Rijkswaterstaat wird für Mittwochmorgen eine außergewöhnlich belastete Verkehrssituation erwartet. Während der Hauptverkehrszeit soll starker Schneefall einsetzen. Prognostiziert werden drei bis sieben Zentimeter Neuschnee, lokal auch mehr. Hinzu kommt auffrischender Wind, der die Sicht erheblich beeinträchtigen kann. Bereits am Vortag führte Schneefall während der Rushhour zur schwersten Morgenstausituation seit über einem Jahr. Zwar verlief der heutige Berufsverkehr etwas ruhiger, dennoch kam es erneut zu langen Staus. Für den Abend wird ein ähnliches Bild erwartet.

Rijkswaterstaat setzt nach eigenen Angaben rund um die Uhr etwa 1500 Einsatzkräfte ein, um Autobahnen und Hauptverkehrsachsen befahrbar zu halten. Landesweit sind alle verfügbaren Streufahrzeuge sowie mehrere hundert Schneepflüge im Einsatz. Dennoch betont die Behörde, dass technische Maßnahmen allein nicht ausreichen. Der wichtigste Beitrag zur Sicherheit sei das Vermeiden unnötiger Fahrten. Die Aufforderung, am Mittwoch im Homeoffice zu arbeiten, richtet sich ausdrücklich an alle, die diese Möglichkeit haben.

Öffentlicher Nahverkehr stark eingeschränkt

Auch im öffentlichen Verkehr bleibt die Lage angespannt. Die niederländische Bahn NS fährt weiterhin nach Winterfahrplan. Das bedeutet, dass nur ein reduzierter Teil der regulären Zugverbindungen angeboten wird. Zwar stabilisierte sich der Betrieb im Tagesverlauf teilweise, doch insbesondere im Raum Amsterdam bestehen weiterhin Probleme durch wetterbedingte Störungen an der Infrastruktur.

In der Provinz Utrecht wurde der Busverkehr vollständig eingestellt. Nach Angaben regionaler Medien fahren auch am Mittwochmorgen keine Busse. Als Begründung werden erhebliche Sicherheitsrisiken auf den Straßen genannt. Die Straßenbahn in Utrecht bleibt hingegen in Betrieb. Die Situation zeigt exemplarisch, wie stark einzelne Regionen betroffen sind und wie unterschiedlich die Maßnahmen ausfallen können.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erfordert der Bereich rund um den Hauptbahnhof Utrecht, meldet RTV Utrecht. Dort wurde das zentrale Stationsplein zeitweise gesperrt, nachdem sich durch Schneelast Teile des sogenannten Bollendachs verformt hatten. Die Stadt prüft mögliche Sicherheitsrisiken. Der Bereich zählt zu den wichtigsten Verkehrsadern zwischen Innenstadt und Bahnhof und wird täglich von zehntausenden Menschen genutzt. IKEA Utrecht bleibt heute auch geschlossen. Bei dem erwarteten Schneefall wird sich dies morgen nicht ändern.

Flugverkehr weiter massiv gestört

Am Flughafen Schiphol ist der Flugbetrieb weiterhin nur eingeschränkt möglich. Wie der Flughafen selbst mitteilt, werden Start und Landung durch anhaltendes Winterwetter erheblich behindert. Schneeräumdienste und Enteisungsteams arbeiten rund um die Uhr, dennoch kommt es zu zahlreichen Verspätungen und Flugausfällen. Bereits heute wurden hunderte Flüge gestrichen, in den Terminals bildeten sich lange Warteschlangen.

Besonders problematisch ist die eingeschränkte Erreichbarkeit des Flughafens. Bis mindestens zum Nachmittag verkehren keine Züge von oder nach Schiphol. Reisende werden dringend gebeten, vor der Anreise den aktuellen Flugstatus zu prüfen und bei gestrichenen Flügen nicht zum Flughafen zu kommen.

Auch die Fluggesellschaft KLM warnt vor anhaltenden Beeinträchtigungen. Aufgrund begrenzter Kapazitäten, Anpassungen bei Crews und operativer Einschränkungen verzögern sich Umbuchungen teils erheblich. Passagiere werden aufgefordert, ihre Buchung regelmäßig online zu prüfen und alternative Reisemöglichkeiten nur dann zu nutzen, wenn dies zwingend erforderlich ist.

Zusätzlich hat KLM den Transport unbegleiteter Minderjähriger von und nach Amsterdam Airport Schiphol bis einschließlich 11. Januar 2026 vollständig ausgesetzt, um zu verhindern, dass Kinder aufgrund der anhaltenden Störungen stranden und um ihre Sicherheit zu gewährleisten.

KNMI prüft Warnstufe Orange

Das niederländische Wetterinstitut KNMI hält derzeit landesweit Code Gelb aufrecht. Gleichzeitig wird intensiv geprüft, ob für Mittwochmorgen Code Orange ausgerufen werden muss, schreibt das AD. Nach Angaben des Instituts ist die Lage meteorologisch anspruchsvoll. Sicher ist, dass Schnee fällt. Unsicher sind noch genaue Mengen und der zeitliche Schwerpunkt. Diese Faktoren sind entscheidend für die Einstufung der Warnstufe.

Fest steht, dass während der morgendlichen Hauptverkehrszeit verbreitet Schnee fallen soll. Neben Neuschnee besteht weiterhin Glättegefahr durch gefrierende Nässe. Auch am Nachmittag und Abend können neue Schauer auftreten, die vor allem im Landesinneren erneut Schnee bringen. An den Küsten ist zudem mit starkem Wind zu rechnen.

Versorgungslage stabil, aber angespannt

Trotz der schwierigen Bedingungen bleibt die Versorgung der Bevölkerung gesichert. Nach Angaben des Centraal Bureau Levensmiddelen sind die Supermärkte im Allgemeinen gut gefüllt. Zwar komme es vereinzelt zu Verzögerungen bei der Belieferung, flächendeckende Engpässe seien jedoch nicht zu beobachten. Logistik und Verkaufspersonal arbeiteten unter erschwerten Bedingungen, Sicherheit habe dabei oberste Priorität.

Klare Empfehlung der Behörden

Die Botschaft der Behörden ist eindeutig. Der Mittwoch bringt eine hohe Belastung für Verkehr, Infrastruktur und Einsatzkräfte. Wer die Möglichkeit hat, von zu Hause aus zu arbeiten, sollte dies tun. Nicht zwingend notwendige Fahrten sollen unterbleiben. Die Situation wird laufend neu bewertet.

Weitere Informationen

Nutzen Sie die unten stehenden Links, um mehr Informationen zu bekommen.

Wettervorhersagen
Verkehr

@Rijkswaterstaat Verkehrsinformation auf X.xom (ehem. Twitter): "Am Mittwochmorgen wird aufgrund starker Schneefälle in der Nacht und am Morgen ein sehr dichter Berufsverkehr erwartet. Verkehrsteilnehmer werden aufgerufen, am Mittwoch nicht auf die Straße zu gehen, wenn dies nicht unbedingt notwendig ist. Für aktuelle Informationen verweisen wir auf unseren täglichen Liveblog"

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