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Chaosstart bei Schiphol Sicherheitskontrolle

| von Redaktion

Archivbild | Foto: HOLLAND.guide
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AMSTERDAM · Lange Schlangen, nervöse Reisende und Probleme bei der Sicherheitskontrolle haben am Montagabend den Flughafen Schiphol beschäftigt. Hintergrund ist laut Schiphol die Umstellung auf eine neue Sicherheitsorganisation mit nur noch drei statt bisher fünf Sicherheitsfirmen. Die Flughafenleitung spricht von einer schwierigen Startphase mit unerwartetem Personalmangel und IT Problemen am Morgen. Gleichzeitig berichten niederländische Medien über Unruhe unter dem Sicherheitspersonal und zahlreiche Krankmeldungen. Besonders in den Nachmittagsstunden bildeten sich teils sehr lange Warteschlangen vor den Kontrollen. Reisende mussten laut Medienberichten teilweise mehr als eine Stunde warten. Schiphol empfiehlt Fluggästen deshalb, deutlich früher als üblich zum Flughafen zu kommen. Für Europa Flüge gilt weiterhin die Empfehlung von zwei Stunden Vorlaufzeit, für Interkontinentalflüge drei Stunden. Die Situation sorgte erneut für Erinnerungen an die massiven Probleme und kilometerlangen Schlangen am Flughafen im Sommer 2022.

Bereits seit den frühen Morgenstunden kam es am Flughafen Schiphol zu Problemen an den Sicherheitskontrollen. Der Flughafen bestätigte am Abend offiziell längere Wartezeiten als üblich und sprach von Schwierigkeiten beim Übergang zu einer neuen Sicherheitsorganisation. Nach Angaben von Schiphol seien insbesondere eine unerwartete Unterbesetzung bei den Sicherheitsdiensten sowie IT Probleme am Morgen verantwortlich gewesen. Die Auswirkungen hätten sich über den gesamten Tag hinweg bemerkbar gemacht. Wie NOS berichtet, arbeitet Schiphol seit Montag nur noch mit drei Sicherheitsunternehmen statt wie zuvor mit fünf Firmen. Die neuen Unternehmen stehen teilweise unter Beteiligung des Flughafens selbst. Ziel dieser Umstrukturierung ist es laut Schiphol, mehr Kontrolle über die Sicherheitsorganisation zu erhalten und chaotische Zustände wie im Sommer 2022 künftig zu verhindern.

Durch die Umstellung mussten viele der fast 5000 Sicherheitsmitarbeiter den Arbeitgeber wechseln. Laut der Gewerkschaft FNV führte dies am Montagmorgen zu erheblichen Verzögerungen. Beschäftigte mussten zunächst neue Zugangsausweise beantragen und konnten deshalb nicht direkt ihre Arbeitsplätze erreichen. Hinzu kamen laut FNV zahlreiche Krankmeldungen. Die Gewerkschaft berichtet von Sorgen der Mitarbeiter wegen neuer Dienstpläne, möglicher Probleme bei Urlaubsanträgen sowie Unsicherheiten im Zusammenhang mit den neuen Arbeitsbedingungen. Schiphol bestätigte inzwischen selbst, dass die Zahl der Krankmeldungen höher ausgefallen sei als erwartet. Der Flughafen betonte jedoch, dass die Situation ernst genommen werde und man kontinuierlich mit Sicherheitsfirmen und Gewerkschaften im Gespräch sei. Laut NU.nl setzte Schiphol zusätzlich Büroangestellte ein, um Reisende zu informieren und die Situation vor Ort zu begleiten. Außerdem wurden Wasserflaschen und kleine Snacks verteilt. Trotz der langen Schlangen verlief die Situation nach Angaben niederländischer Medien weitgehend ruhig. Viele Reisende stellten sich geduldig an, obwohl sich die Wartezeiten zeitweise deutlich verlängerten.

Sicherheitsumstellung sorgt für Unruhe

Die Umstellung der Sicherheitsorganisation war bereits im Vorfeld umstritten. Wie NU.nl berichtet, hatte die Gewerkschaft FNV schon vor Beginn des neuen Systems vor wachsender Unruhe unter den Sicherheitskräften gewarnt. Hintergrund seien unter anderem offene Fragen zu Arbeitszeiten, Schichtsystemen und Dienstplänen gewesen. Gleichzeitig gebe es laut Gewerkschaft weiterhin Beschwerden über hohen Arbeitsdruck. Schiphol selbst wollte zunächst nicht offiziell bestätigen, dass die langen Warteschlangen direkt mit der neuen Arbeitsweise zusammenhängen. Eine Sprecherin erklärte laut NU.nl lediglich, dass derzeit untersucht werde, welche Faktoren genau zu den Problemen geführt hätten. Dennoch gilt die zeitliche Nähe der Umstellung als auffällig. Auch NOS berichtet von Sorgen der Beschäftigten über mögliche Auswirkungen der neuen Dienstplanung auf das Privatleben.

Besonders die Angst vor abgelehnten Urlaubstagen und Problemen bei Krankmeldungen habe unter den Mitarbeitern für Verunsicherung gesorgt. Laut FNV werde sich die Situation vermutlich nicht kurzfristig lösen lassen. Gleichzeitig versucht Schiphol, die Abläufe zu stabilisieren und weitere Verzögerungen zu verhindern. Zusätzliche Mitarbeiter wurden eingesetzt, um Passagiere zu informieren und Warteschlangen besser zu organisieren. Auf Bildschirmen und über Lautsprecherdurchsagen wurden Reisende mehrfach aufgefordert, ausreichend Zeit einzuplanen und aktuelle Informationen über die Schiphol App oder die jeweilige Fluggesellschaft zu prüfen. Die Flughafenleitung erklärte außerdem, gemeinsam mit den Sicherheitsunternehmen intensiv daran zu arbeiten, die Wartezeiten wieder zu verkürzen. Am Abend entspannte sich die Situation laut NOS leicht. Gegen 19 Uhr lagen die erwarteten Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle noch bei etwa 30 bis 35 Minuten. Dennoch warnte Schiphol davor, dass Reisende auch im weiteren Verlauf des Tages mit längeren Schlangen rechnen müssten.

Erinnerungen an den Krisensommer 2022

Die aktuellen Probleme wecken bei vielen Reisenden Erinnerungen an die chaotischen Zustände am Flughafen Schiphol im Sommer 2022. Damals hatten Personalmangel und organisatorische Probleme zu extrem langen Warteschlangen geführt, die teilweise sogar außerhalb der Terminals reichten. Zahlreiche Passagiere verpassten ihre Flüge, während sich Bilder von stundenlangen Wartezeiten international verbreiteten. Die jetzige Sicherheitsreform sollte eigentlich genau solche Situationen verhindern. Durch die Reduzierung auf drei Sicherheitsunternehmen und eine stärkere Beteiligung des Flughafens an den Sicherheitsfirmen wollte Schiphol mehr Kontrolle und Stabilität schaffen. Stattdessen begann die neue Struktur jedoch direkt mit erheblichen Problemen.

Besonders die Kombination aus technischen Schwierigkeiten und personellen Engpässen führte zu Verzögerungen im gesamten Tagesablauf. Laut NOS blieb zunächst unklar, wie sich die Situation in den kommenden Tagen entwickeln wird. Auch die Gewerkschaft FNV erwartet keine sofortige Lösung der Probleme. Für Reisende bedeutet dies weiterhin Unsicherheit bei der Planung ihrer Flüge. Schiphol hält deshalb an seiner Empfehlung fest, deutlich früher am Flughafen einzutreffen als üblich. Zusätzlich wird geraten, aktuelle Informationen regelmäßig über die Flughafen App, die Website von Schiphol oder die jeweilige Fluggesellschaft zu prüfen. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob sich die neue Sicherheitsorganisation stabilisieren lässt oder ob Reisende erneut mit längeren Wartezeiten rechnen müssen.

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