Brand in Meeden dauert noch Tage
| von Redaktion
MEEDEN · Der Großbrand in einem Hochspannungsstation von TenneT im ostgroningischen Meeden kann nicht gelöscht werden und wird deshalb kontrolliert ausbrennen. Nach Angaben der Veiligheidsregio Groningen kann das noch mehrere Tage dauern. Auch die Rauchbelästigung könnte bis Dienstag- oder Mittwochmorgen anhalten. In sechs Kellereinheiten unter der Anlage brennt Kühlöl. Wasser würde das Feuer weiter verbreiten, für einen Schaumangriff ist der Brand zu groß und die Kellerräume können von der Feuerwehr nicht sicher betreten werden. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich deshalb darauf, ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Anlagen zu verhindern. Verletzt wurde niemand. Stromausfälle gab es ebenfalls nicht.
Der Brand war am Samstagabend gegen 19 Uhr auf dem Gelände des Netzbetreibers TenneT ausgebrochen. Nach Angaben des Unternehmens entstand das Feuer an einem sogenannten Dwarsregeltransformator. Die Ursache ist weiterhin unbekannt. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich keine Personen in der Anlage. In den Kellerräumen unter dem Hochspannungsstation lagert eine große Menge brennbarer Kühlflüssigkeit. Nach Angaben der Veiligheidsregio Groningen befinden sich in jeder der sechs Einheiten rund 140.000 Liter Öl. Die Bedingungen machen eine direkte Brandbekämpfung unmöglich. Die Kellerräume sind für Feuerwehrleute nicht sicher zugänglich. Ein Löschen mit Wasser kommt ebenfalls nicht infrage, weil sich das brennende Öl dadurch weiter ausbreiten könnte.
Die Dimension des Feuers ist zugleich zu groß, um es vollständig mit Löschschaum abzudecken. Die Feuerwehr hat sich deshalb für ein kontrolliertes Ausbrennen entschieden. Parallel werden angrenzende Gebäude und Installationen mit mehreren Wasserstrahlen gekühlt. Dabei kommt auch ein Löschroboter zum Einsatz. Ein Drohnenteam liefert den Einsatzkräften Luftbilder zur Beurteilung der Lage. Die Veiligheidsregio bezeichnet das kontrollierte Ausbrennen unter den gegebenen Umständen als bestmögliche Option, auch mit Blick auf die Umgebung. Wie lange das Feuer tatsächlich weiterbrennen wird, lässt sich derzeit nicht genau bestimmen. Die Rauchbelästigung kann nach Einschätzung der Sicherheitsregion noch bis Dienstag- oder Mittwochmorgen andauern.
Schwarzer Rauch und Geruchsbelästigung
Im Verlauf des Sonntags flammte das Feuer mehrfach deutlich auf. Gegen 9.30 Uhr nahmen Rauch und sichtbare Flammen plötzlich stark zu. Nach Angaben der Veiligheidsregio hatte weiteres brennbares Material Feuer gefangen. Solche Entwicklungen gehören nach Einschätzung der Einsatzkräfte zum Verlauf dieses Brandes und können erneut auftreten. Auch am Nachmittag und frühen Abend waren wieder große schwarze Rauchwolken zu sehen. Der Rauch war nach Angaben von RTV Noord weithin sichtbar.
Für die Bevölkerung bleibt deshalb die Empfehlung bestehen, sich vom Rauch fernzuhalten. Wer durch Rauch oder Geruch beeinträchtigt wird, soll ins Haus gehen, Fenster und Türen schließen und vorhandene mechanische Lüftungsanlagen ausschalten. Die Veiligheidsregio Groningen erklärt, dass der bei dem Brand entstehende Geruch unangenehm, aber nicht gesundheitsschädlich sei.
Bereits am Samstagabend war wegen der Rauchentwicklung ein NL-Alert für die Umgebung von Meeden verschickt worden. Erkundungseinheiten führten Messungen durch, um festzustellen, in welchen Gebieten Rauchbelästigungen auftraten. Wegen der Wasserentnahme für den Feuerwehreinsatz wurden zudem mehrere Straßen und Landstraßen rund um das Hochspannungsstation gesperrt.
Brandpartikel auf Autos und im Garten
Anwohner meldeten am Sonntag, dass sie Brandpartikel auf Autos und anderen Gegenständen im Garten gefunden hätten. Die Veiligheidsregio Groningen empfiehlt, betroffene Fahrzeuge und Gegenstände gründlich mit Wasser und Seife zu reinigen. Auch Produkte aus dem eigenen Garten sollen gewaschen werden. Lassen sie sich nicht sauber bekommen, sollen sie entsorgt werden.
TenneT teilte zudem mit, dass das brennende Kühlöl keine giftigen PCB enthält. PCB steht für polychlorierte Biphenyle, die für Menschen und Umwelt schwer gesundheitsschädlich sein können.
Feuerwehr schützt angrenzende Anlagen
Die Feuerwehr arbeitet weiterhin defensiv. Entscheidend ist inzwischen nicht mehr das Löschen des brennenden Transformators, sondern der Schutz der umliegenden Anlagen und des angrenzenden Gebäudes. Dazu werden mehrere Wasserstrahlen eingesetzt. Ein Löschroboter übernimmt einen Teil der Kühlung, sodass Einsatzkräfte Abstand zu den gefährdeten Bereichen halten können.
Die besondere Vorsicht hängt auch mit den sehr hohen Spannungen innerhalb des Hochspannungsstations zusammen. Bereits am Samstagabend hatte die Veiligheidsregio darauf hingewiesen, dass die Sicherheit der Einsatzkräfte höchste Priorität habe. Die Einsatzorganisation wurde auf GRIP 1 hochgestuft und zahlreiche Einheiten verschiedener Hilfsdienste wurden nach Meeden geschickt.
Trotz des langen Einsatzes konnte eine Ausbreitung des Feuers auf weitere Anlagen bislang verhindert werden. Die Feuerwehr hält die umliegenden Installationen weiterhin kühl. Der brennende Bereich selbst soll dagegen kontrolliert ausbrennen.
Stromversorgung bleibt bestehen
TenneT hat das betroffene Hochspannungsstation vorsorglich abgeschaltet. Auswirkungen auf die Stromversorgung hatte dies nach Angaben der Veiligheidsregio Groningen nicht. Die Elektrizitätsversorgung wurde umgeleitet, sodass es infolge des Brandes zu keinem Stromausfall kam.
Bei dem Feuer wurde auch niemand verletzt. Als der Brand am Samstagabend ausbrach, befanden sich keine Personen auf dem Gelände. Die Ursache des Feuers ist weiterhin nicht bekannt.
Für Montag ist im Dorfgemeinschaftshaus von Meeden eine Informationsveranstaltung für Einwohner vorgesehen. Die Gemeinde Midden-Groningen hat außerdem Informationen zum Brand und zur Rauchbelästigung veröffentlicht und steht Einwohnern für weitere Fragen zur Verfügung.
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