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BP verschwindet, OK übernimmt Tankstellen

| von Redaktion

OK Tankstelle, im Hintergrund eine BP Tanke auf der Gegenrichtung (Archivbild) | Foto: HOLLAND.guide
OK Tankstelle, im Hintergrund eine BP Tanke auf der Gegenrichtung (Archivbild) | Foto: HOLLAND.guide

NIEDERLANDE · Der britische Mineralölkonzern BP zieht sich vollständig aus dem niederländischen Tankstellenmarkt zurück. Rund 300 BP Tankstellen werden schrittweise in Stationen der Marke OK umgewandelt. Möglich wird dies durch die Übernahme aller niederländischen BP Standorte durch das Brabanter Unternehmen Catom. Die Umstellung beginnt noch in dieser Woche und soll bis Ende 2025 weitgehend abgeschlossen sein. Für Autofahrer bedeutet der Markenwechsel vorerst vor allem ein neues Erscheinungsbild. Große Preisveränderungen sind nach Einschätzung von Branchenkennern nicht zu erwarten. Gleichzeitig markiert der Rückzug von BP einen historischen Einschnitt, denn das Unternehmen war seit den frühen 1970er Jahren in den Niederlanden präsent. Der Deal gilt als Teil einer breiteren Entwicklung, bei der internationale Ölkonzerne sich zunehmend aus dem klassischen Tankstellengeschäft zurückziehen.

Der Markenwechsel betrifft etwa 300 Standorte, die künftig das rot weiße Erscheinungsbild von OK (gesprochen: "Oh Ka") tragen werden. Die Übernahme wurde Anfang Juli bekannt gegeben und am 1. Dezember finalisiert. Käufer ist Catom, Eigentümer der OK Formel. Wie aus den Referenztexten hervorgeht, übernimmt Catom die bestehenden Standorte einschließlich der laufenden Verpflichtungen. Dazu zählen Mietverträge, Personalstrukturen und der laufende Betrieb, insbesondere an Autobahnstandorten mit hohen Fixkosten. Nach Einschätzung von Branchenexperten schränkt genau das den Spielraum für deutliche Preissenkungen ein.

Preisentwicklung an den Zapfsäulen

Mit dem Verschwinden von BP verbinden viele Autofahrer die Hoffnung auf günstigeren Kraftstoff. Diese Erwartungen werden jedoch gedämpft. Wie das AD berichtet, gehen Fachleute nicht von einer Preisschlacht aus. Zwar arbeitet OK traditionell mit geringeren Margen als internationale Konzerne, doch die übernommenen Standorte bringen hohe Kosten mit sich. Vor allem Tankstellen entlang der Autobahnen verursachen erhebliche Ausgaben für Pacht, Personal und Infrastruktur. Einzelne Experten rechnen dennoch mit einem moderaten Rückgang der Preise um wenige Cent pro Liter, der für Verbraucher spürbar, aber nicht spektakulär sein dürfte.

BP Tankstellen verschwinden (Archivbild) | Foto: HOLLAND.guide
BP Tankstellen verschwinden (Archivbild) | Foto: HOLLAND.guide

Historischer Rückzug eines Ölriesen

Der vollständige Abschied von BP aus den Niederlanden gilt als historisch. Seit mehr als fünf Jahrzehnten war das Unternehmen im niederländischen Straßenbild präsent. Der Verkauf der Standorte reiht sich ein in eine Entwicklung, bei der große internationale Ölgesellschaften ihre Tankstellen an nationale Betreiber abgeben. Nach Einschätzung von Branchenkennern ist Shell damit der letzte große internationale Konzern, der noch in größerem Umfang selbst Tankstellen in den Niederlanden betreibt. Andere Unternehmen wie ExxonMobil haben ihre Standorte bereits zuvor verkauft oder an Betreiber vermietet.

Nationale Anbieter füllen die Lücke

Mit dem Rückzug der internationalen Konzerne gewinnen nationale Anbieter an Bedeutung. Neben OK zählen dazu laut AD auch Unternehmen wie Vissers Olie oder De Haan. Diese Betriebe sind häufig familiengeführt und stärker regional verwurzelt. Branchenvertreter sehen darin eine positive Entwicklung, da diese Unternehmen flexibler agieren können und stärker auf lokale Marktbedingungen reagieren. Gleichzeitig stehen sie vor ähnlichen Herausforderungen wie alle Tankstellenbetreiber, etwa steigenden Personalkosten und sinkenden Erlösen aus dem klassischen Kraftstoffverkauf.

Warum Ölkonzerne sich zurückziehen

Ein wichtiger Grund für den Rückzug großer Ölkonzerne liegt laut den Referenztexten im Personalbedarf. Der Betrieb von Tankstellen erfordert rund um die Uhr Personal, was zunehmend schwieriger zu organisieren ist. Zudem verliert der Verkauf von Benzin an Attraktivität. Hybridfahrzeuge tanken weniger, reine Elektroautos gar nicht. Kraftstoff gilt als homogenes Produkt mit geringer Marge, während zusätzliche Umsätze vor allem über Shops, Gastronomie und Dienstleistungen erzielt werden müssen.

Wandel der Tankstellen zu Servicezentren

OK setzt seit Jahren verstärkt auf bemannte Standorte mit ausgeprägtem Shop und Gastronomieangebot. Der Trend geht hin zu großzügigen Verkaufsflächen, hochwertigen Produkten und Aufenthaltsmöglichkeiten. Mit dem wachsenden Anteil von Elektrofahrzeugen verändert sich auch das Kundenverhalten. Fahrer laden ihre Fahrzeuge länger und verbringen mehr Zeit an der Station. Das eröffnet neue Möglichkeiten, Tankstellen als eine Art hybride Service und Aufenthaltsorte zu positionieren, die teilweise mit klassischer Gastronomie konkurrieren.

Ambitionen von OK

Hinter OK stehen die ehemaligen Esso Mitarbeiter Jan Willem Westerhuis und Rik de Leeuw den Bouter. Seit der Gründung Ende der 1990er Jahre ist das Unternehmen stark gewachsen. Von nur drei Tankstellen im Jahr 2006 ist das Netz inzwischen auf mehr als vierhundert Standorte angewachsen. Mit der Übernahme der BP Standorte rückt OK laut NU.nl und AD in Reichweite der Marktführerschaft. Shell betreibt derzeit noch rund fünfhundert Stationen, doch der Abstand wird kleiner.

Auswirkungen auf Mitarbeiter und Kunden

Für die Beschäftigten ändert sich laut den Referenztexten zunächst wenig. Rund tausend Mitarbeiter bleiben im Unternehmen und wechseln zu Catom als neuem Arbeitgeber. Auch bestehende Kundenprogramme wie FreeBees sollen vorerst weitergeführt werden. Unklar ist hingegen die Zukunft der Albert Heijn To Go Filialen, die an vielen ehemaligen BP Standorten angesiedelt sind. Die entsprechenden Verträge laufen noch, Gespräche über eine Fortsetzung finden laut AD statt.

Die Umfärbung der Tankstellen erfolgt schrittweise und dürfte in den kommenden Monaten im ganzen Land sichtbar werden. Experten erwarten, dass der Rückzug internationaler Ölkonzerne anhält und nationale Anbieter weiter wachsen. Für Autofahrer bedeutet das mittelfristig vor allem ein verändertes Erscheinungsbild und eine stärkere Fokussierung der Tankstellen auf Service, Shop und Aufenthaltsqualität, während große Preissprünge beim Kraftstoff vorerst ausbleiben.

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