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Amsterdam investiert Millionen für Frauensicherheit

| von Redaktion

Es wird nicht nur die Polizei verstärkt. | Foto: HOLLAND.guide
Es wird nicht nur die Polizei verstärkt. | Foto: HOLLAND.guide

AMSTERDAM · Nach dem gewaltsamen Tod der 17-jährigen Lisa aus Abcoude zieht die Stadt Amsterdam Konsequenzen und stellt sechs Millionen Euro zusätzlich bereit, um Frauen besser zu schützen. Bürgermeisterin Femke Halsema kündigte gemeinsam mit dem zuständigen Stadtrat ein umfangreiches Maßnahmenpaket an, das sowohl Prävention als auch konkrete Hilfsangebote umfasst. Dazu gehört ein neues Polizei-Plattform mit rund 30 spezialisierten Beamten, die Anzeigen erleichtern und Opfer stärker unterstützen sollen. Parallel werden Kampagnen zur Sensibilisierung von jungen Männern entwickelt, Buddy-Systeme im Nachtleben geprüft und die öffentliche Beleuchtung an gefährlichen Stellen verbessert. Der Druck aus Gesellschaft und Politik ist hoch, nachdem mehrere schwere Gewalttaten gegen Frauen in der Region zu großer Bestürzung führten. Auch das Justizministerium in Den Haag prüft rechtliche Änderungen, um den Schutz von Frauen zu stärken.

Die Stadt Amsterdam reagiert damit auf eine Welle der Empörung und Forderungen nach entschlossenem Handeln. Die sechs Millionen Euro sollen in den Jahren 2026 und 2027 eingesetzt werden. Ein zentrales Projekt ist das neue „Platform Stop Geweld Tegen Vrouwen“, das die Polizei zusammen mit dem Openbaar Ministerie aufbaut. Dort werden spezialisierte Ermittler tätig, die Opfer gezielt begleiten, Schwachstellen im System abbauen und Verfahren beschleunigen sollen, wie NOS berichtet. Dazu erhalten Beamte spezielle Schulungen im Erkennen von Gefährdungen wie Stalking, häuslicher Gewalt oder drohender Femizide. Laut AD sollen auch bestehende Hilfsangebote ausgebaut werden, etwa das Zentrum Sexueel Geweld, das künftig täglich geöffnet sein soll.

Die Prävention ist ein weiterer Kernpunkt. Halsema setzt auf Kampagnen, die vor allem junge Männer ansprechen und ein gesellschaftliches Bewusstsein schaffen sollen. Parallel wird an einer App gearbeitet, die Betroffenen in Notlagen schnell helfen könnte. In Clubs und Kneipen könnten Buddysysteme etabliert werden, um Frauen im Nachtleben besser zu schützen. Auch städtische Websites sollen übersichtlicher gestaltet werden, damit Betroffene schneller Hilfe finden. Begleitend fließt Geld in die Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur. Finstere Straßen wie die Holterbergweg oder die Weesperzijde sollen durch bessere Beleuchtung sicherer werden. Störungen im öffentlichen Raum sollen künftig priorisiert beseitigt werden, wie die Stadt mitteilt.

Breite gesellschaftliche Reaktionen

Die Maßnahmen folgen auf eine intensive öffentliche Debatte. In Abcoude nahmen Hunderte Menschen an einer stillen Gedenkprozession teil. In Amsterdam organisierten die wiedergegründeten Dolle Mina’s eine nächtliche Fahrraddemonstration unter dem Motto „Die Nacht gehört auch uns“, an der sich ebenfalls Hunderte beteiligten, wie AD schreibt. Symbolisch erstrahlten Gebäude in der Hauptstadt in Orange, der internationalen Farbe gegen Gewalt an Frauen.

Auch auf nationaler Ebene sorgte die Tat für Diskussionen. Justizminister David van Weel (VVD) kündigte an, prüfen zu lassen, ob Pfefferspray als legales Verteidigungsmittel zugelassen werden könnte. Die Debatte im Amsterdamer Gemeinderat ist für Donnerstag angesetzt. Über die Finanzierung soll im Rahmen der Haushaltsberatungen Ende des Monats entschieden werden. Das Geld ist gezielt für die kommenden zwei Jahre vorgesehen, berichtet NOS.

Ziel: Gewalt entschieden zurückdrängen

In einem Schreiben an den Rat betonen Halsema und Stadtrat Scholtes, dass Gewalt gegen Frauen „tief in der Gesellschaft verwurzelt“ sei und Beziehungen nachhaltig zerstöre. „Sicherheit von Frauen erfordert kollektives Bewusstsein und gemeinsame Aktion“, heißt es in den Schreiben, wie NOS zitiert. Die Stadt will deshalb sowohl kurzfristige Verbesserungen in der Sicherheit im öffentlichen Raum erreichen als auch langfristig eine gesellschaftliche Veränderung anstoßen.

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